Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Sellin: Grundschule und Christophorusschule bauen an
Vorpommern Rügen Sellin: Grundschule und Christophorusschule bauen an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:15 15.05.2019
So soll das Schulzentrum in Sellin nach der Erweiterung aussehen. Die Grundschule erhält einen Anbau für den Hort (links) und die CJD Christophorusschule eine neue Aula mit Speisesaal sowie weitere Klassenräume (rechts). Quelle: Architekturbüro Nessler
Sellin

Um den Schullstandort langfristig zu sichern, macht Sellin jetzt Nägel mit Köpfen: Aufgrund der steigenden Schülerzahlen wird das Schulgebäude der Gemeinde in den nächsten beiden Jahren millionenschwer ausgebaut. In dem Gebäudekomplex mit Aula, Mensa und Sporthalle in der Granitzer Straße 1b haben die Grundschule mit derzeit 135 Mädchen und Jungen sowie die CJD Christophorusschule mit 150 Schülern ihr Domizil. Beide Einrichtungen bilden zusammen das Selliner Schulzentrum, in dem alle Schulabschlüsse unter einem Dach erworben werden können: Berufsreife, Mittlere Reife und Abitur. Letzteres werden die Schüler in zwei Jahren erstmals in Sellin ablegen. Die Schule war 2013 mit einer ersten 5. Klasse und 17 Schülern gestartet.

„Wir richten uns nach den prognostizierten Schülerzahlen für die nächsten Jahre und wollen zukunftssicher bauen“, gibt Bürgermeister Reinhard Liedtke den gemeinsamen Willen der Gemeindeväter wieder. Die Grundschule werde auf 150 Schüler ausgerichtet, die CJD-Schule auf rund 350 Mädchen und Jungen. Aktuell nutzen 95 Kinder den Hort im Gebäude der Grundschule – Tendenz ebenfalls steigend. Dafür wird mehr Platz gebraucht. Links neben dem Grundschultrakt, in dem Kinder aus den Gemeinden Sellin, Lancken Granitz und Baabe unterrichtet werden, wird auf dem jetzigen Schulparkplatz ein neuer Dreigeschosser errichtet. Um Kosten zu sparen, ist eine Doppelnutzung als Hort- und Unterrichtsräume vorgesehen. Die Maßnahme kostet rund 800000 Euro und wird mit Landes- und Bundesmitteln gefördert. Der Eigenanteil von rund 200000 Euro soll aus dem Gemeindehaushalt finanziert werden.

Pausenterrasse auf der Mensa

Rund drei Millionen Euro werden in den Anbau für die CJD-Schule fließen. Die kooperative Gesamtschule, die Schüler aus allen Teilen der Insel besuchen, wird eine eigene Mensa und Aula sowie neue Klassenräume erhalten. Das alles soll Platz in einem neuen Dreigeschosser mit einem gläsernen, halbrunden Anbau finden. Auf diesem gibt es auch eine großzügige Pausen-Terrasse. Auch diese Maßnahme wird von Land und Bund gefördert mit 75 Prozent. Die Eigenmittel von rund 750000 Euro sollen über einen Investitionskredit abgedeckt werden, der über die Mieteinnahmen refinanziert werden soll. Das CJD ist Mieter im Schulgebäude, das der Gemeinde gehört. „Wir werden den Mietvertrag entsprechend erweitern“, kündigt Liedtke an. Das Schulgeld in Höhe von 150 Euro pro Kind werde sich nach jetzigem Stand nicht ändern.

Muss der alte, kaum genutzte Schulgarten im Zuge der Neubauten weichen, so bleiben die Sportanlagen auf dem hinteren Teil des Schulhofes bestehen. Auf der anderen Seite des Schulgebäudes beziehungsweise des Sportplatzes wird ein Parkplatz neu eingerichtet. Zudem soll ein sicherer Schulweg weg von der stark frequentierten Granitzer Straße – und zwar von der Bushaltestelle direkt auf das Schulgelände – geschaffen werden.

Straße vor der Schule wird erneuert

Apropos Granitzer Straße: „Ihr grundhafter Ausbau steht auf der Prioritätenliste der Tiefbaumaßnahmen ganz oben und soll im Haushalt 2019/2010 berücksichtigt werden“, kündigt Liedtke an. Damit sollen die unhaltbaren Zustände wie die regelmäßige Überflutung durch Regenwasser beseitigt werden.

Das Schulgebäude in der Granitzer Straße hat eine wechselvolle Geschichte erlebt, die 1972 mit großem Pomp begann. „Das schönste Gebäude von Sellin gehört den Kindern“, schrieb die OSTSEE-ZEITUNG am 20. Dezember vier Tage nach der Einweihung der neuen Polytechnischen Oberschule. Nach nur einem Jahr Bauzeit war das vierstöckige Schulgebäude mit 26 Klassenzimmern und verschiedenen Fachkabinetten eröffnet worden. Rund 450 Schüler besuchten zu DDR-Zeiten die Bildungseinrichtung, die seinerzeit „Rosa Luxemburg“ hieß und zu den modernsten zählte.

Gebäude in letzten Jahren grundsaniert

Nach der politischen Wende brachen andere Zeiten an. Es gab nun eine Grundschule und eine Realschule in einem Haus. 2007 wurde die inzwischen in eine Regionale umgeformte Schule geschlossen. Die eigenständige Grundschule blieb – mit rund 100 Kindern in einem Gebäude, dessen eine Hälfte nun leer stand. Der bauliche Zustand verschlechterte sich dramatisch. Dann wurde aus dem grauen Kasten eine moderne, bunte Schule. Dafür steckte die Gemeinde jahrenlang sehr viel Geld in die Sanierung. Umkleideräume, Sanitäranlagen und Belag für die Turnhalle, Sportanlagen und Bolzplatz im Außenbereich, Fenster, Dach, Heizung, Klassen-, Werkstatt- und Horträume, Sanitäranlagen und Wärmedämmung im Schulgebäude wurden erneuert, eine Aula mit Mensa angebaut, die Fassade angestrichen.

Der Hort zog 2010 aus der betreibenden, kommunalen Kita aus und in die Schule mit ein. Damals gab es gerade einmal 30 Hortkinder, heute sind es drei Mal so viele. An der Christophorusschule unter Trägerschaft des Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschland (CJD) werden im nächsten Schuljahr zum ersten Mal seit ihrem Bestehen zwei fünfte Klassen mit insgesamt 50 Schülern eröffnet.

Förderanträge sind bereits gestellt

Wegen der steigenden Schülerzahlen hatte die Gemeinde zuerst einen Neubau mit Turnhalle für die CJD-Schule im Seepark geplant. Dann sollte dort in eine kleinere Variante die Grundschule einziehen. Beide Pläne erwiesen sich als zu teuer und somit nicht umsetzbar. „Es hätte mehr als das Doppelte gekostet“, weiß das Gemeindeoberhaupt. Auch eine zwischenzeitlich angedachte Containerlösung wurde wieder verworfen.

„Wir arbeiten jetzt mit Hochdruck an der Umsetzung unseres des Konzeptes“, erklärt Reinhard Liedtke. Die Förderanträge seien bereits gestellt. Ende dieses Jahres soll mit dem Hortanbau begonnen werden und im nächsten Jahr die zweite Erweiterungsmaßnahme auf den Plan rücken.

Gerit Herold

Rügen Abbrüche auf Rügen gefährden Radler und Wanderer - Zu viele Abbrüche: Putbusser bangen um ihren Wanderweg

Die Steilküste am Wreechener Strand bricht immer weiter ab. Wasser dringt an einigen Stellen bis an den Wanderweg. Die Stadt erarbeitet nun Ideen, wie dieser Weg dauerhaft erhalten werden kann.

15.05.2019

14-Jähriger gewinnt Einzel und Doppel bei seinem ersten Auftritt für die Herrenmannschaft in der Verbandsliga.

14.05.2019
Rügen Kleingärtner auf Rügen sind frustriert - Abwassergebühren schocken Rügens Gärtner

Kleingärtner auf der Insel Rügen müssen künftig tief in die Tasche greifen, wenn sie ihre Sammelgruben für Abwasser entleeren lassen wollen. Der Zweckverband hat die Gebühren erheblich erhöht.

14.05.2019