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Rügen Sellin tanzte in die Saison
Vorpommern Rügen Sellin tanzte in die Saison
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16:38 26.03.2018
Romy Woldt (v.l.), Yvonne Eckert und Anja Wangelin schunkelten zu den „Blowboys“, bevor Discoklänge die Tanzfläche füllten. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
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Sellin

Seemannsbärte, Streifenshirts in blau-weiß, Gummistiefel und der gelbe Friesennerz bestimmten die Kleiderordnung des Saisoneröffnungsballes, der in diesem Jahr unter dem Motto „Ahoi Sellin“ auf die Seebrücke lud. Zum Hingucker des Abends wurde da Eric Krause, der seinen ohnehin vollen Bart nochmals kräftig verstärkte um als Captain Blackbeard durchzugehen. Für den 31-jährigen Selliner war es erst der zweite Besuch des jährlichen Balles. „Man fühlt sich hier wie auf einem Klassentreffen. Man kennt sich, trifft auf viele Kollegen, mit denen man im Ort öfter zu tun hat. Wir sind in großer gemeinsamer Runde gekommen“, sagte Eric Krause.

Bevor Touristen den Ort erobern, geben Gastronomen, Hoteliers und Gäste mit dem Ball auf der Seebrücke den Startschuss.

„Es sind tatsächlich viele bekannte Gesichter, die jedes Jahr wieder kommen“, bestätigte auch Stephan Berndt. Als Restaurantleiter war er dafür verantwortlich, dass um die 120 Gäste gut versorgt ins Tanzvergnügen starten konnten. Zuvor bot auch das Buffet mit einem Gelbflossenthunfisch ein thematisch abgestimmtes Highlight. „So frisch und zur Kühlung mit einem Eisgelpad gefüllt, ist das schon etwas Besonderes“, bestätigte der Potsdamer Brain Frank, einer von Deutschlands ersten Fischsommeliers. Wie sein Kollege Sven Kopplin von TransGourmet, ist er im Jahr auf vielen Veranstaltungen unterwegs und war auch nicht das erste Mal auf dem Selliner Ball im Einsatz. Gemeinsam zerlegten sie live den Gelbflossenthunfisch, den sie flambiert oder auf Wunsch auch als Steak gebraten servierten.

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Einfach mal unter sich sein und feiern

Noch während sich die Gäste durch die Auswahl am Dessert-Buffet probierten, wurden sie vom wohl jüngsten Shanty-Chor in Stimmung versetzt. Die „Blowboys“ aus Rostock zogen diesmal als Anheizer durch die Räume, bevor zu späterer Stunde der Schlager die Tanzfläche füllte. „Das Publikum hat gut mitgesungen und sich als textsicher erwiesen“, lobte „Blowboy“ Kevin Wildner. „In dieser Location war der Auftritt schon etwas Besonderes“, so der 28-jährige Shanty-Sänger. Mit Rettungsring und Seemannshütchen wurde es dann eng auf der Tanzfläche. „Wir kommen her, weil es fast wie Familie ist.

Man kennt sich aus der Gastronomie oder Nachbarschaft“, erklärt Anja Wangelin. Ähnlich beschreibt Sarah Strotmann die Anziehungskraft der Veranstaltung. „Bevor die Touristen kommen, ist es schön hier zusammen zu sein ohne Einfluss von außen – einfach mal unter sich zu sein“, so die 30-Jährige. Hendryk Stein beließ es diesmal beim weißen Hemd unterm Sakko. „Im letzten Jahr kam ich sogar mit Perücke zum 50er-Jahre-Motto. Das wollte ich diesmal auslassen“, meinte der Selliner. Entgehen lassen wollte er sich diesen Termin aber keinesfalls. „Man ist hier, weil man aus dem Ort ist und viele Bekannte trifft. Es ist immer wieder eine gelungene Veranstaltung.“ Mit an Bord war da natürlich auch Bürgermeister Reinhard Liedtke, der mit Iris Böhnke – als Vertreterin für die erkrankte Kurdirektorin Adriana Zawisza – die Eröffnung übernahm. Auch Sonja Steffen (Mitglied des Bundestages, SPD) konnte man das Tanzbein schwingen sehen.

Immer mehr Jüngere nehmen teil

Zwar musste man in diesem Jahr mit rund 120 Gästen Abstriche bei den Besucherzahlen hinnehmen, da der zeitgleiche Ferienstart wohl für Überschneidungen von Urlaubsplänen und Tanztermin sorgte, doch gutgelaunte Wiederholungstäter überzeugen Ausrichter und Veranstalter. „Während er früher doch etwas gediegener und im Ballkleid abgehalten wurde, zieht der Ball nun in den letzten Jahren auch immer mehr jüngere Selliner an“, sagte Steffi Besch von der Kurverwaltung. Auch dass sich das Teilnehmerfeld abseits der einheimischen Gastronomen und Hoteliers weitet, ist gern gesehen. „Wir wünschen, dass dieser Ball als öffentliche Veranstaltung wahrgenommen wird“, so Besch.

Auf diese Weise kamen auch die Rostocker Sybille und Helmut Schlüter auf die Seebrücke. „Unsere Freunde haben uns hierher geführt. Uns gefällt, dass es hier locker und familiär zugeht und keine Massenabfertigung ist“, meinte die 60-jährige Sybille. Eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen.

Driest Uwe