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Rügen Sicherheit am Kap auf Rügen: Wanderwege sollen verlegt werden
Vorpommern Rügen Sicherheit am Kap auf Rügen: Wanderwege sollen verlegt werden
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12:14 29.01.2019
Putgartens Bürgermeisterin Iris Möbius steht auf dem Wanderweg, der um einige Meter versetzt werden soll. Quelle: Mathias Otto
Putgarten

Die Wanderwege am Kap Arkona sind bei Einheimischen und Urlaubern beliebt und werden oft genutzt. Doch einige Bereiche kommen der Steilküste immer näher. Deshalb plant die Gemeinde langfristig, die Pfade zu sanieren und sogar verlegen zu lassen. Die Sicherheit an Rügens nördlichen Steilküsten soll künftig erhöht werden. Die Natur aber gleichzeitig erlebbar bleiben.

Immer wieder brechen Stücke der Steilküste ab und immer wieder begeben sich Besucher zu nahe an die Kanten der Steilküste. Wie zuletzt im April 2017, als eine 20-Jährige aus Hamburg von einem Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund rund 60 Meter in die Tiefe stürzte. Sie überlebte den Aufprall auf dem steinigen Strand nicht. „Diese Gefahr besteht auch am Kap Arkona. An vielen Stellen kann man bis zur Kante gelangen. Danach geht es steil nach unten“, sagt Putgartens Bürgermeisterin Iris Möbius. Deshalb hat die Gemeinde die gefährlichsten Bereiche eingezäunt die Kanten mit Gehölzen abgedeckt und diese Bereiche mit Warnschildern versehen. „Wir können aber nicht den gesamten Bereich einzäunen. Vor allem deshalb nicht, weil die hölzernen Zäune regelmäßig gepflegt und gewartet werden müssen und wir dies personell nicht stemmen können“, sagt sie und appelliert an Wanderer, die Hinweisschilder ernst zu nehmen. Besonders im Norden der Insel gibt es aktive Steilküstenabschnitte, die seit Jahrtausenden den natürlichen Veränderungen ausgesetzt sind. Infolge des ständigen Küstenrückgangs und Küstenzerfalls besteht daher immer die Gefahr von Kliffabbrüchen und Hangrutschungen.

Weg wurde damals provisorisch angelegt

Was die Gemeinde deshalb plant, ist eine Verlegung eines Bereiches des Weges, der im Osten am Kap neben der Wetterstation verläuft. „Das einzige Hindernis aktuell ist, dass das Grundstück des Deutschen Wetterdienstes bis an den Weg reicht“, so die Bürgermeisterin. Das heißt, die Gemeinde muss einen Teil des Grundstückes erwerben, um wie geplant den Weg von der Steilküste zu verlegen. „Wir stehen derzeitig in Verhandlungen und sind guter Dinge, dass wir einen Teil des Grundstücks für unsere Zwecke nutzen können“, so Iris Möbius.

Ein weiteres Projekt ist der Abstieg am nördlichsten Punkt des Landes, knapp 700 Meter von den Leuchttürmen am Kap entfernt sowie die Sanierung der Wanderroute bis dorthin. Diese wurde kurz nach der Tragödie vor sieben Jahren am Kap angelegt. Ende 2011 wurde an dieser Stelle ein Mädchen in den Tod gerissen. Das Kind war an Weihnachten mit Mutter und Schwester am Strand unterwegs, als sie bei einem Hang-Abrutsch verschüttet wurde. Helfer versuchten noch, die zehnjährige Katharina zu retten. Sie konnten nur noch ihren leblosen Körper bergen. „Wenige Monate nach dem Unglück haben wir einen neuen Weg anlegen lassen. Dies musste aber schnell geschehen und war nur provisorisch errichtet“, sagt sie. Der alte Pfad, der wegen einiger Küstenabbrüche streckenweise zu gefährlich geworden war, wurde um 280 Meter landeinwärts verlegt.

Vorhaben hängt von Fördermitteln ab

Jetzt soll dieser Wanderweg zum Gellort, der zum Teil schmal und unwegsam ist, ausgebaut werden. Dazu gehören auch die Treppen, die zum einen hier und zum anderen auf der rechten Seiten neben den Burgwallanlagen zum Strand führen. Diese sollen nun wieder so hergerichtet werden, dass sie wieder begehbar sind. „Vor allem so so, dass sie als Rettungswege dienen“, erklärt Iris Möbius.

„Dies sind Pläne, die wir auch langfristig planen und realisieren werden“, sagt die Bürgermeisterin. Das heißt, dass Ausschüsse und die Gemeindevertreter in diesem Jahr darüber diskutieren, in welchem Umfang die Arbeiten geschehen sollen. „Viel hängt auch von den Fördermitteln ab, in welchem Umfang die Arbeiten ausgeführt werden können“, so Iris Möbius. Die Planungskosten für diese Projekte sollen im Haushalt der Gemeinde Putgarten eingearbeitet werden.

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