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Rügen Sie ist Rügens neue Königin
Vorpommern Rügen Sie ist Rügens neue Königin
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17:48 27.10.2019
Vorstellungsrunde 2 (Präsentation von Bernsteinschmuck): Jennyfer Boortz Quelle: Mathias Otto
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Göhren

Der Blick zum Moderator, der Blick zum Publikum: Erst dann hatte Jennyfer Boortz aus Gager realisiert, dass Moderator Thorsten Kremer ihre Nummer aufgerufen hatte und sie gerade zur neuen Deutschen Bernsteinkönigin gewählt worden war. Die 35-Jährige stand auf der Bühne, vergrub das Gesicht in ihren Händen und wischte sich die ersten Freudentränen aus dem Gesicht.

Ganz langsam ging sie die Treppe bis zur Tanzfläche herab. Noch drei Schritte bis zum großen Finale in der Nordperdhalle. Vorgängerin Antonia Fritz zückte ein Diadem und steckte es ihrer Nachfolgerin ins Haar. Damit wurde die zweijährige Amtszeit für die 20-jährige Antonia offiziell für beendet erklärt. Zwei spannende Jahre warten nun auf Königin Jennyfer.

Viele Hände musste die Ergotherapeutin im Anschluss schütteln, Bussi links, Bussi rechts. Sie legte ihren Blumenstrauß beiseite, um alle Umarmungen in Empfang nehmen zu können. Fotografen warteten geduldig, bis sie das erste Foto von Jennifer mit strahlendem Lächeln und Diadem im Haar schießen konnten. Erst danach konnte sie kurz „Luft holen“ und ihren Freund Robert John (40) umarmen.

„Ich bin total überwältigt“

„Ich bin total überwältigt und kann noch gar nicht fassen, dass die Jury und das Publikum mich gewählt haben“, waren ihre ersten Worte. Sie kommt ursprünglich aus Eisenhüttenstadt, hat aber ihre Wurzeln an der Ostseeküste. Ihr Vater stammt aus Greifswald, die mütterliche Seite hat Verwandtschaft in Gingst. Seit 2001 lebt sie – mit kurzer Unterbrechung im Schwarzwald – auf der Insel Rügen. Sie kennt die Region mittlerweile ganz gut und freut sich darauf, diese künftig zu vertreten. „Ich muss mir nichts ausdenken, wenn ich von Rügen schwärme oder vom Bernstein erzähle“, sagte sie bereits vor der Wahl.

Die Nordperdhalle im Ostseebad Göhren diente der bis Sonnabend amtierenden Bernsteinkönigin Antonia Fritz, den acht Kandidatinnen sowie deren Gästeschar als Feststätte für einen wunderschönen Galaabend.

Die Jury hatte es nicht leicht an diesem Abend, die geeignete Bernsteinkönigin auszuwählen. Hier saßen neben Bürgermeister Torsten Döring und Antonia Fritz (Bernsteinkönigin 2017 bis 2019) und Maxi Diwisch (Bernsteinkönigin 2013 bis 2017) auch die Göhrener Frisörin Annette Rudnik und Jens-Uwe Berndt, Leiter der Rügener Lokalredaktion der OSTSEE-ZEITUNG. Sie verfolgten am Rande der Bühne die Interviews und die einzelnen Auftritte der Frauen. Drei Runden lang hatten die Kandidatinnen Zeit, sich zu präsentieren. Sie zeigten sich im Freizeitlook und in schicker Abendmode. Auch der Gang mit Bernsteinschmuck auf dem Catwalk stand auf dem Programm.

Tröstende Worte vom Moderator

Die Jury und die Gäste im Saal – beide hatten ein Stimmrecht von jeweils 50 Prozent – entschieden sich schließlich für die Ergotherapeutin. Den zweiten Platz belegte Alida-Nadine Gerhardt (18) aus Samtens, Platz drei ging an Skady Zinnel (34) aus Bergen. Tröstende Worte fand der Moderator für die übrigen fünf Kandidatinnen: „Jede von euch hat sich hervorragend präsentiert. Die Entscheidung war knapp. Für den Mut auf der Bühne ist jede Einzelne der acht Kandidatinnen eine Siegerin der Herzen geworden.“

Fast vier Stunden lang hatten sich die Frauen in verschiedenen Outfits gezeigt und zwischendurch nur wenig Zeit, sich nach ihren Präsentationen auf den nächsten Programmpunkt vorzubereiten. Kleider und Schuhe wurden gewechselt, Haare gestylt. Alle wollten sich den knapp 400 Besuchern im Saal bestmöglich verkaufen. „Die Aufregung wurde immer größer, als sich der erste Auftritt näherte. Erst als dieser vorbei war und ich auch das Interview gut überstanden hatte, wurde ich lockerer. Danach hat es riesigen Spaß gemacht“, sagte Lisa-Marie Rehnig (18) aus Sellin, eine der jüngsten Teilnehmerinnen an diesem Abend. Familienmitglieder und Freunde applaudierten lautstark bei jedem ihrer Auftritte.

Letzter Auftritt für Antonia Fritz mit Krone

Alida-Nadine Gerhardt (18) aus Samtens hatte gleich 30 Fans mitgebracht, alle einheitlich im weißen T-Shirt mit der Aufschrift „Fanclub Alida“. Auch Samtenser Bürgermeisterin Karin Wodrich feuerte die Einwohnerin ihres Ortes an. „Alle Auftritte waren souverän. Elegant war auch ihr Abendkleid. Ich habe mit Freude ihre Präsentationen verfolgt“, sagte Wodrich.

Obwohl sich Frenzy Klöckner mit Wahlen dieser Art auskennt – sie wurde 2018 zur Vize-Miss von Mecklenburg-Vorpommern gekürt – schlug ihr Herz höher, als sie ihren ersten Auftritt hatte, wie sie sagt. „Danach hatte es sich gelegt und ich habe es einfach nur noch genossen“, so die 25-Jährige. Sie ist Co-Trainerin der Tanzgruppe „Dance Company Remind Reloaded“. „Ihre Tanzmädels“ waren natürlich auch dabei, um Frenzy anzufeuern. „Alle Auftritte waren bombastisch. Sie hat eine tolle Ausstrahlung und war authentisch“, sagte Stefanie Krüger.

Einen der letzten Momente auf der Bühne hatte Antonia Fritz. „Beim ersten Auftritt beim Presseball hast du uns super präsentiert. Da war für mich schon sicher, dass du die Aufgabe zwei Jahre lang gut machen wirst. Du hast es gut gemacht, du warst eine tolle Königin“, verabschiedete Göhrens Kurdirektor Jörn Fenske die 20-Jährige in ihren wohlverdienten Bernsteinköniginnen-Ruhestand.

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