Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Initiativkreis fordert Schatz für Rügen
Vorpommern Rügen Initiativkreis fordert Schatz für Rügen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:57 15.04.2019
René Schön hatte die ersten Münzen gemeinsam mit dem damals 13-jährigen Luca Malaschnitschenko entdeckt. Quelle: Uwe Driest
Groß Schoritz

„Die Nerven liegen ein wenig blank“, hat Michael Schirren erlebt, seit die Nachricht vom Fund des großen Silberschatzes auf Rügen die Runde machte. Der sei noch immer nicht ganz erforscht und sein Haus suche derzeit Partner für die wissenschaftliche Aufarbeitung, so der Archäologe vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege. „Deswegen halten wir uns mit Präsentationen in der Öffentlichkeit immer noch zurück“, so Schirren. Der Vortrag am Sonnabend im Arndt-Geburtshaus in Groß Schoritz unter dem Titel „Auf Harald Blauzahns Spuren?“ stelle mithin eine Ausnahme dar.

Die Teilnahme sollte sich für die rund 70 Besucher lohnen. Zum Einen gab Schirren eine eindrucksvolle Schilderung der Ereignisse vom Tag des Fundes, zum Anderen wartete er mit bisher wenig bekannten Präzisierungen auf. Aus 1919 Objekten mit einem Gesamtgewicht von rund 1600 Gramm besteht danach der Schatz. Darunter 1498 sehr dünne und sehr leichte Silbermünzen. 697 islamische Dirham und 542 europäische um das Jahr 990 herum geprägte Münzen sowie Draht und Barren und ein Thors-Hammer sind enthalten.

Schirren schilderte auch, wie sich der drittgrößte Fund überhaupt aus dem 10. Jahrhundert Mitte April vergangenen Jahres angekündigt hatte. Zunächst habe er erfahren, dass der damals 13-jährige Luca Malaschnitschenko etwa 300 Meter westlich von einem Grabhügel bei Schaprode eine Münze gefunden habe. Wenig später meldete dessen Begleiter René Schön von den ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegern De Ackerlöper, den Fund mehrerer Münzen, bis es schließlich geheißen habe: „Hier liegt alles voll“. In der Rekordzeit von nur 25 Minuten sei Schirren daraufhin von Stralsund auf die Insel geeilt.

Bei derartigen Funden könne es sich beispielsweise um das Vermögen von Bauern oder Händlern handeln, die ihren Schatz im Umfeld einer Ortschaft sicherten, bevor sie diese aufsuchten. Das Silber wurde als Zahlungsmittel in Form von Schmuck und Rohmaterial genutzt, von dem Stücke als „Kleingeld“ abgehackt wurden. Durch die landwirtschaftliche Nutzung wurde der Inhalt eines Beutels oder einer Schatulle später über den gesamten Acker verteilt.

Der Fund in Sichtweite zum Wikingerschatz von Hiddensee habe „durchaus historische Dimensionen“, so Schirren. „Deswegen wollen wir den Schatz auf Rügen haben“, forderte Ingrid Schmidt. Die ehemalige Leiterin des Museums in Bergen zählt zu einem „Initiativkreis Rügen-Museum“ um Hans Dieter Knapp, Reinhard Piechocki, sowie Carmen und Wolfgang Kannengießer. Auf der Insel fänden sich die meisten steinzeitlichen Megalithgräber, die meisten Bodendenkmäler und die attraktivsten Funde wie der Hiddenseer Goldschatz und der Schaproder Silberschatz, heißt es in einem erneuten Aufruf des Quintetts. „Während die bedeutenden Rügener Funde heute deutschlandweit in Museen gezeigt oder in Depots aufbewahrt werden, ist auf Rügen fast nichts davon präsent“, kritisieren die Unterzeichner. Das käme einer „kulturelle Schande“ gleich. Der Initiativkreis fordert nun die verantwortlichen Politiker sowie alle kulturbegeisterten Rügen-Liebhaber auf, „sich mit Mut und Kreativität zu engagieren, damit unsere Insel im 21. Jahrhundert zu einem einzigartigen Sehnsuchtsort werden kann und gleichzeitig die regionale Identität der Einheimischen gestärkt wird“.

Silberschatz von Schaprode

Im April 2018 waren bei Schaprode zerhackte Fragmente von Silberschnuck sowie hunderte Münzen gefunden worden.

Bei dem Schatz handelt es sich um den drittgrößten Fund aus dem 10. Jarhhundert.

Weil er wissenschaftlich noch nicht untersucht wurde, bleibt weiter unklar, wo er einmal ausgestellt werden wird.

Am 6. Mai hält die Rügener Archäologin Katrin Staude einen Vortrag über den Silberschatz von Schaprode im MIZ Bergen.

Uwe Driest

Am Wochenende begannen die Bärlauchtage Putbus mit einem Markt im Marstall zu Putbus. Eine Woche lang gibt es noch Führungen und Verkostungen

15.04.2019

Der Schaden an dem Haus beträgt rund 200.000 Euro – die Kripo ermittelt jetzt wegen der Brandursache. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll damit zu tun, dass das Feuer nicht auf die reetgedeckten Nachbarhäuser übergriff.

14.04.2019
Rügen „Fest junger Künstler“ - Kleine Piraten entern das Theater Putbus

Knapp 260 Zuschauer haben das „Fest junger Künstler“ der Grundschule „Boddenwind“ in Putbus verfolgt. Als Piraten verkleidet zeigten die Kinder Lieder und Sketche rund um das Seeräuber-Dasein.

06.05.2019