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Rügen Silvester & Co.: Knallt es bald nur noch an ausgewählten Orten in Putbus?
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Silvester & Co.: Knallt es bald nur noch an ausgewählten Orten in Putbus?

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11:16 13.02.2020
In der Stadtvertretung soll der Antrag diskutiert werden, Feuerwerk in Putbus zu verbieten oder einzuschränken. Dies könnte dann nur noch an ausgewählten Orten erlaubt werden, wie dem Markt, Circus oder dem Hafen Lauterbach. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
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Putbus

Vor allem in den Orten mit einem hohen Anteil an Häusern mit Rohrdächern sehen die Einwohner mit einigem Bangen auf Festtage, die mit einem hohen Aufgebot an Feuerwerk begangen werden. „Wir haben in Putbus – insbesondere auch Lauterbach und Neuendorf – seit Jahr und Tag das Problem, dass Gäste an besonders empfindliche Punkte gehen, um ihre Raketen anzuzünden“, meint Torsten Thiede.

Das Ausschussmitglied ging daher in die letzte Sitzung mit dem Wunsch, den Schutz dieser Gebiete in der Stadtverordnung abzusichern.

180 Meter Abstand zum Rohrdach

In der „Stadtverordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ ist im Paragraf 6 Absatz 9 festgelegt: „Das Abbrennen von Silvesterartikeln ist grundsätzlich im Umkreis von 180 Metern von rohrgedeckten Gebäuden sowie im gesamten Putbusser Park untersagt.“

Da diese Stadtverordnung demnächst überarbeitet werden soll, möchte Torsten Thiede diesem Abschnitt besondere Bedeutung beimessen. „Denn die rohrgedeckten Häuser sind viel gefährdeter als der Park“, sagt das Ausschussmitglied. „Hier reicht der kleinste Funke. Auf den Dächern finden sich oft Raketenüberreste. Ein noch glühender Raketenkopf würde reichen, um ein trockenes Dach lodern zu lassen.“

180 Meter Abstand zwischen Feuerwerk und Rohrdächern reichen für ihn nicht aus. „Bei Wind treiben die Raketen auch 300 oder 400 Meter weit“, ist er sicher. Warnhinweise dieser Art sind zur Saison in Groß Stresow bereits angebracht. „Daher kam von mir der Vorschlag, Feuerwerk in Orten mit Rohrdächern zu unterbinden oder einzuschränken, wie es auch schon in Groß Zicker gehandhabt wird“, sagt Thiede. „Silvester ist hier Hochsaison, da muss man vorbeugen.“

Ausgewählte Orte für das Silvestervergnügen?

Ein erster Lösungsvorschlag lautete, das Abbrennen von Raketen und Feuerwerkskörpern nur noch an festgelegten Orten, wie dem Markt, Circus und dem Lauterbacher Hafen zu erlauben. Ein generelles Verbot, oder auch eine Gestattung an nur ausgewählten Punkten, sieht die Bürgermeisterin allerdings als schwer realisierbar.

„Auch an diesen zentralen Orten wohnen Leute. Da kann man nicht drei Punkte festlegen, wo sich dann alles zentriert und die Belastung für die Anwohner höher ist“, denkt Beatrix Wilke an mehr Lärm, Dreck und Feinstaub. „Auch sehe ich für das Stadtgebiet keinen Grund, Feuerwerk zu verbieten. Man kann immer nur appellieren an das Umweltbewusstsein. Es ist ja auch ein Stück Tradition, das kann man nicht verbieten“, meint die Bürgermeisterin.

Empfehlung für die Stadtverordnung

Ein generelles Verbot hält sie außerdem für nachteilig für die touristische Anziehung. So würden immerhin manche Hotels gerade zum Jahreswechsel auch mit einem organisierten Feuerwerk die Gäste anlocken. Ganz vom Tisch ist das Thema damit jedoch noch nicht. „Die Stadtverordnung wird aufgearbeitet, wobei die Hinweise aus den Ausschüssen eingearbeitet werden“, so Wilke. „Dazu zählt auch das Verbrennen der Gartenabfälle, das bisher für den März und Oktober zugelassen ist. Aufgrund vieler Beschwerden wird es zukünftig nur noch im Oktober stattfinden dürfen.“

Ob der Wunsch, das Feuerwerk in gefährdeten Gemeindegebieten einzudämmen, erhört wird, wird sich zeigen. „Bisher ist es eine Empfehlung, dies in die Stadtverordnung aufzunehmen“, erklärt der Ausschussvorsitzende Axel Sandhop. „Wir haben es diskutiert. Aber es gab keinen Antrag einer Fraktion, hierüber einen Beschluss zu fassen.“ Sollte dieser Wunsch also nicht zur Einarbeitung in die Stadtverordnung kommen, könnte das Thema demnächst noch mal in den Ausschüssen auf den Tisch kommen.

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