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Rügen So kommt Rügen auf den Tisch: Verein wirbt mit Film für Inselprodukte
Vorpommern Rügen

So kommt Rügen auf den Tisch: Verein wirbt mit Film für Inselprodukte

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16:48 03.01.2020
Die Filmemacher Stefan Pocha (l.) und Christiane Burwitz (r.) sowie Sylvia Rahm-Präger und Marco von Kessel vom Rügen-Produkte-Verein stellten den Film bei einem Pressetermin vor. Quelle: Gerit Herold
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Vilmnitz

Der Wind wiegt Getreide hin und her, Bienen krabbeln auf blauen Kornblumen. Zwischen Meer, Kreideküste, Wiesen und Feldern weiden Schafe und Kühe, ziehen Fischer die Netze mit Heringen aus dem Wasser in ihr Boot. In Rügens Gärten pflücken Hände Pflaumen, Äpfel und Sanddorn, ernten Spargel, kneten Teig und schieben ihn in den Backofen, füllen Joghurt und Gelees in Becher, servieren knusprige Gänsebrust, kleben Etiketten auf Gläser, Flaschen und Verpackungen. Purer handgemachter Inselgenuss.

„Hand in Hand – Rügen schmecken und genießen“ ist nicht nur das Credo des Rügen-Produkte-Vereins, sondern so heißt auch der neue Film, mit dem jeder Zuschauer auf den Inselgeschmack kommen soll. Der 14-Minüter entstand mit Unterstützung des Leader-Programms zur Förderung lokaler Entwicklung.

Der Film: „Hand in Hand – Rügen schmecken und geniessen“

Der Film zeigt die gemeinschaftlichen Anstrengungen der im Verein zusammengeschlossenen Unternehmen, Institutionen und Persönlichkeiten, für die eine nachhaltige Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von regionalen Qualitätsprodukten Herzenssache sind. Angefangen mit sieben Gründungsmitgliedern betreibt der inzwischen 46 Mitglieder starke Verein seit 1996 Marketing für die Produkte, die auf Rügen hergestellt werden – und wirbt somit auch für die Insel als unverwechselbaren Urlaubsort.

Projekt war große Herausforderung

So präsentiert der Rügen-Produkte-Verein Deutschlands größte Insel samt Hiddensee seit vielen Jahren auch auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Auf der weltgrößten Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau entstand auch die Idee zu diesem Film. Doch schnell war klar, dass solch ein Projekt viel Zeit und Geld braucht und es ein kleiner Verein nicht einfach so stemmen kann.

„Wir wollten einen Film zeigen über unsere Produzenten und über ihr Handwerk. Dabei sollte der Verlauf der Jahreszeiten als Grundlage mit eingebunden werden“, erklärt Sylvia Rahm-Präger vom Vereinsvorstand. „Wir haben ein breites Spektrum von Mitgliedern des Vereins, das viel abdeckt. Schließlich sollte sich die ganze Insel in dem Film wiederfinden“, ergänzt Vereinsvize Marco von Kessel.

Zwölf Monate Dreharbeiten

Damit dies gelang, zogen Christiane Burwitz und Stefan Pocha in den vergangenen zwölf Monaten immer wieder mit Fotoapparat, Kamera, Mikro und Drohne über die Insel. Die beiden Fotografen, Filmemacher und Grafiker fuhren früh mit den Sassnitzer Fischern raus, standen in der Backstube in Mukran, in den Produktionshallen von Kutter- und Küstenfisch, der Poseritzer Molkerei und der Nudel-Werft Rambin.

Daneben fingen sie inseltypische Motive und Stimmungen ein, filmten aber auch das Fischeausnehmen und Schietwetter und untermalten den Film mit Musik und Stichwörtern wie: „nachhaltig“, „heimisch“, „traditionell“, „fangfrisch“, „handverlesen“, „gemeinsam“.

Eigenes Testfeld vor der Haustür

„Wir haben viele Nächte draußen verbracht. Die größte Herausforderung war es, wachsendes Getreide zu filmen“, meint Stefan Pocha. Da es im Februar in freier Natur unmöglich war und auch die Kamera nicht wochenlang unbeaufsichtigt in der Landschaft stehen konnte, legte er kurzum ein Testfeld vor der eigenen Haustür an. Doch die Spatzen zogen alle Keimlinge aus dem Boden. Erfolg brachte schließlich ein Indoor-Hochbeet, an dem die Aufnahmen mit Zeitraffer gemacht werden konnten.

„Aber auch die Bienen hatten es in sich“, lacht Christiane Burwitz. Ausgerechnet am wärmsten Tag des vergangenen Jahres ging es nach Gager, um dem Imker bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen. „Wir waren auch in voller Montur“, so Burwitz. Aber die Bilder der schlüpfenden „Babybiene“ hätten für alles entschädigt.

Film ist echtes Rügenprodukt

Der Film soll offiziell bei der Grünen Woche vom 17. bis 26. Januar vorgestellt werden am Rügenstand in Halle 5.2.b, Stand Nr. 236. Vor Ort werden die Produzenten von der Molkerei Naturprodukt aus Poseritz und der Firma Schilling aus Schaprode sein. Die Besucher können sich über leckere Früchteshakes, Gelees, Fisch und Rinderbratwurst vom Grill freuen und werden zudem mit touristischen Flyern, Broschüren und Gastgeberkatalogen von der Insel und Stralsund versorgt.

Dass mit Christiane Burwitz und Stefan Pocha aus Vilmnitz zwei Insulaner die Ausschreibung für das Filmprojekt gewonnen hatten, damit schließt sich für Sylvia Rahm-Präger und Marco von Kessel der Kreis. „Das Angebot hat uns überzeugt und uns war wichtig, auf der Insel zu bleiben“, so von Kessel. Entstanden sei so quasi auch ein echtes Rügenprodukt. Für die Bewerbung von heimischen Produkten seien vor allem die Insulaner selbst die besten Multiplikatoren. „Weil sie von Anfang an zu unseren treuen Kunden zählen und uns den Gästen empfehlen“, freut sich Sylvia Rahm-Präger.

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Von Gerit Herold

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