Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Mönchgut-Bilder im Heimatmuseum Göhren
Vorpommern Rügen Mönchgut-Bilder im Heimatmuseum Göhren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:26 04.06.2019
„Frau Looks mit Enkelinnen“ heißt dieses Bild der Malerin Elisabeth Büchsel. Quelle: Gerit Herold
Anzeige
Göhren

Es ist einer dieser Schätze, die immer wieder aus der Sammlung der Mönchguter Museen gehoben werden: Die Sonderausstellung „Mit Pinsel und Farbe – Bilder der Insel Rügen“ zeigt im neugestalteten Heimatmuseum in Göhren Arbeiten von Tom Beyer, Elisabeth Büchsel, Hans Porwoll, Wilhelm Zimmer und Erna Ottilie Bercht. Künstler, die mit der Halbinsel Mönchgut eng verbunden waren, hier malten, zeitweilig oder dauerhaft lebten – inspiriert von Natur, Landschaft und Menschen.

„Alle ausgestellten Gemälde und Zeichnungen befinden sich im Besitz der Mönchguter Museen. Sie wurden dem Museum vor Jahrzehnten übereignet oder von Museumsgründerin Ruth Bahls für die Sammlung angekauft“, sagt Museumsleiterin Ellen Melzer nicht ohne Stolz. Über die Fülle sei sie selbst ein wenig überrascht gewesen.

Im neuen Museumsanbeu sind Bilder von Tom Beyer zu sehen. Quelle: Gerit Herold

Mit der Schau sind nun auch die Räume im Erdgeschoss des neuen Museumsanbaus für die Besucher geöffnet. Die große Galerie füllen die kraftvollen Bilder von Tom Beyer (1907-1981). Der für die norddeutsche Region bedeutende Maler lebte in Stralsund und im „Drachenhaus“ in Göhren. Dieses zu den Wolgaster Fertigteilehäusern zählende Haus auf dem Nordperd hatte sich der Schriftsteller und Dramaturg Max Dreyer 1901 bauen lassen. Tom Beyer bildete neben Landschaften und Stillleben vor allem die Rügener Fischer und die Stralsunder Werftarbeiter ab, wenn sie ihren schweren Berufen nachgingen.

Besonderer Hingucker der Ausstellung sind die Mönchgut-Bilder der Malerin Elisabeth Büchsel (1867-1957). Die bekannte Hiddensee-Malerin schuf ausdrucksstarke Porträts, die tief in die Charaktere der Menschen blicken lassen. So das Abbild von Karl Pisch aus Alt Reddevitz, der als Letzter seine Mönchguter Tracht noch im Alltag trug und 1953 starb. Sein Urenkel Christian Pisch leitet seit Vorwendezeiten die Mönchguter Trachtengruppe, die es schon seit 1898 gibt.

Ein Brautpaar spielende Mönchguter Schüler porträtierte Elisbeth Büchsel 1948. Quelle: Gerit Herold

Die zwei Aquarelle „Mönchguter Braut und Bräutigam“ zeigen zwei Schüler, die mit ihrer Lehrerin Ruth Bahls das Theaterstück „Truge Leiw“ (Treue Liebe) des Lehrers und Heimatdichters Fritz Worm (1863-19319) einstudierten. Das Stück erzählt davon, dass der Vater von Martin Looks seinen Sohn enterbt und verstößt, weil dieser sich eine Braut nimmt, die keine Mönchguterin ist und keine Tracht trägt. Die Geschichte kam 1948 in der „Strandburg“ in Alt Reddevitz zur Aufführung. Zu dieser Zeit hielt sich Elisabeth Büchsel bei der Emma Worm, der Witwe von Fritz Worm, in Alt Reddevitz auf. Nach dem Tod der Malerin 1957 erwarb Museumsgründerin Ruth Bahls die beiden Bilder als erste Exponate für die Museumssammlung.

Weiterhin werden Gemälde des Malers Hans Theodor Porwoll (1898-1984), der in den 1920er Jahren in Göhren lebte und arbeitete, gezeigt sowie Arbeiten des aus Thüringen stammenden Malers Wilhelm Carl August Zimmer (1853-1937), der das bekannte Gemälde „Der neue Bauplan - eine Fischerberatung auf Mönchgut“ schuf, und der Malerin, Holzschneiderin und Lithographin Erna Ottilie Bercht (1881-1966) aus Dresden, die Mönchguter Porträts und Landschaften gestaltete.

Auch dem 100. Gründungstag des Bauhauses Weimar und Lyonel Feininger (1871 bis 1956) ist ein Raum gewidmet. Quelle: Gerit Herold

Auch dem 100. Gründungstag des Bauhauses Weimar und Lyonel Feininger (1871 bis 1956) ist ein Raum gewidmet, den Ortschronistin Vera Rusch zusammengestellt hat. Der deutsch-amerikanische Karikaturist, Maler und Grafiker war 1919 von Walter Gropius als erster Meister an das Staatliche Bauhaus Weimar berufen worden, wo er als „Formmeister“ die Druckwerkstatt übernahm. Zwischen 1892 und 1907 hatte es ihn auf die Insel Rügen gezogen. Fasziniert vom Licht und von den Motiven, hielt er Kirchen, Bauern- und Hallenhäuser, Mühlen, Schiffe, Küste und Strand in seinen Skizzen und Bildern fest.

Wiederhergerichtet im denkmalgeschützten Teil des Heimatmuseums ist die Döns – die Mönchguter Bauern- und Fischerstube mit vielen Alltagsgegenständen. Wer mehr erfahren möchte: Die Ausstellung, die der Museumsförderverein finanziell und inhaltlich unterstützt hat, ist noch bis zum 31. Oktober zu sehen. Geöffnet ist dienstags, donnerstags und sonnabends von 10 bis 16 Uhr.

Gerit Herold

In Binz auf der Insel Rügen entsteht gerade eine Sandburg, die als größte der Welt ins Guinness Buch der Rekorde einziehen soll. Drohnen-Fotos veranschaulichen jetzt die gewaltigen Ausmaße des Kunstwerks.

05.06.2019

160 Reiter maßen sich drei Tage lang bei der Kreismeisterschaft Vorpommern-Rügen

03.06.2019

Weit mehr als 40 Autoren und Verlage präsentieren sich am 8. und 9. Juni während der 2. Rügener Buchmesse im Naturerbe Zentrum in Prora.

03.06.2019