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Rügen Sozialer Träger eröffnet Einrichtung in Sassnitz
Vorpommern Rügen

Sozialer Träger eröffnet Einrichtung in Sassnitz

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16:29 09.12.2019
Projektleiter Thorsten Riewesell (hinten l.), Sozialarbeiter Oliver Schalk (vorn, r.) und die beiden FSJler Victoria Wenzel und Jan Schmidt probierten schon mal den Menschenkicker aus. Quelle: Uwe Driest
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Sassnitz

Aus dem ehemaligen Netto-Markt am Rügener Ring in Sassnitz wird ein Jugend- und Familienzentrum. Die Eröffnung sei eigentlich für September geplant gewesen, habe sich jedoch wegen Auflagen von Alteigentümer und Behörden verzögert, meint Thorsten Riewesell. „Elf Wochen hat der Vorgang allein beim Grundbuchamt gelegen“, so der Chef der künftigen Einrichtung. Träger ist die gemeinnützige GmbH „Jumpers“, die Abkürzung steht für „Jugend mit Perspektive“. Nun aber habe der Kaufpreis für die Immobilie überwiesen werden können, in der bis 2016 der Discounter zuhause war. Insgesamt wären rund 400 000 Euro investiert worden. Die Eröffnung ist für den Februar kommenden Jahres geplant.

Die Verhandlungen mit dem Immobilienhändler CEV hätten sich schwierig gestaltet, weil jener keinen Mitbewerber am Rügener Ring habe dulden wollen, Jumpers aber gern die ehemaligen Ladengeschäfte an Gewerbetreibende vermieten würde, um die Nahversorgung zu verbessern und Leben in das Quartier zu holen. „Wir suchen noch Betreiber für Lebensmittelladen, Friseursalon oder was sonst noch benötigt wird. Dafür würden wir niedrige Pachten und günstigste Bedingungen bieten“, sagt Riewesell.

Bühne für Theater, Konzerte und Lesungen

Bereits im Mai war das Projekt auf einer Versammlung vor 240 Anwohnern vorgestellt worden. Darunter hätten sich auch die Eltern von Steffi Nerius befunden, weiß Riewesell. Die ehemalige Weltmeisterin im Speerwurf, ist auf Rügen geboren und möchte als Schirmherrin zur Eröffnung anreisen. Das Projekt Vorort leitet Oliver Schalk. Der Sozialarbeiter zog vor anderthalb Jahren mit seiner Frau nach Sassnitz und führt seither Workshops und Seminare zur Drogen- und Gewaltprävention an Schulen durch. Schon vor der offiziellen Eröffnung fände sich täglich etwa ein Dutzend Kinder und Jugendlicher ein, um an Outdoor-Aktionen teilzunehmen.

Schalk erhält Unterstützung von Victoria Wenzel und Jan Schmidt, die ein Freiwilliges Soziales Jahr in dem Projekt leisten und dafür ebenfalls ihren Wohnort wechselten. Insgesamt 50 Kinder betreuen Schalk und sein Team schon jetzt. Im Frühsommer soll eine weitere Pädagogin ihre Arbeit aufnehmen. Auf insgesamt 1500 Quadratmetern wird sich das Geschehen nach der Eröffnung abspielen. Allein die große Halle ist 700 Quadratmeter groß und bietet Platz für eine Bühne, auf der künftig Theater, Lesungen und Konzerte stattfinden sollen. Auch Fitness-Kurse und ein großer „Menschen-Kicker“ finden Platz.

Kaufmann wurde Theologe

Thorsten Riewesell ist Gründer der gemeinnützigen GmbH, die sich zu 90 Prozent aus Spenden beispielsweise der Aktion „Ein Herz für Kinder“ oder Zuwendungen aus dem Vorpommern-Fonds finanziere. Riewesell war Kaufmann, bevor er Theologie studierte und auf den Standort Sassnitz gekommen, nachdem er eine Predigt beim Urlauber-Gottesdienst auf dem Rügen-Platz gehalten hatte. Heute arbeitet das Jumpers-Team im Präventionsrat der Hafenstadt mit.

Ab Februar soll es dann unter anderem tägliche Mittagessen unter dem Motto „Ma(h)lzeit“ geben. Dabei werde nicht etwa gemalt, so Riewesell. „Vielmehr soll dann mal Zeit sein, zu plaudern und sich kennenzulernen“, erläutert er. Auch Hausaufgaben- und Nachhilfe oder Workshops zu Musik, Sport und Bildung stehen auf dem Programm. „Dafür suchen wir noch ehrenamtliche oder Honorarkräfte, die Kurse anbieten können.“ Vom 7. bis 9. Februar findet ein erstes Camp in Thiessow statt und auch in den Sommerferien soll es ein Angebot geben.

Zwar bleiben die Nachmittage für Kinder reserviert, aber vor- und nachher besteht auch für Erwachsene Gelegenheit für Begegnungen der Feiern. „Einmal in der Woche öffnet das SempersCafé, das von unserem Partner „Sempers –Senioren mit Perspektive“, durchgeführt wird, um auch älteren Menschen eine Zeit für Austausch und Geselligkeit zu ermöglichen“, sagt Riewesell.

Jugend mit Perspektive

Jumpers steht für „Jugend mit Perspektive und ist eine gemeinnützige GmbH.

Die Einrichtung sucht noch ehrenamtliche und Honorarkräfte, die Workshops und Seminare anbieten. Auch handwerklich begabte Personen sind willkommen.

Für die acht Geschäfte werden Betreiber gesucht. Es fehlen Friseur, Bäcker, Apotheke, Blumenladen und Imbiss.

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Von Uwe Driest

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