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Rügen Spendentruhe in Rügener Kirche geknackt
Vorpommern Rügen Spendentruhe in Rügener Kirche geknackt
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17:44 08.07.2019
Pastor Martin Holz vor der 350 Jahre alten Truhe, in welcher die Gemeinde Spenden zur Restaurierung ihrer Kirche sammelt und die nun aufgebrochen und geleert wurde. Quelle: Uwe Driest
Schaprode

Das war ein sonntäglicher Schock für Martin Holz. „Als ich am frühen Morgen Gesangbücher zurück ins Regal stellte, fiel mein Blick auf die Truhe, in der wir Spenden für die Sanierung unserer Kirche sammeln“, erzählt der Schaproder Pfarrer. „Da sah ich, dass die Vorhängeschlösser fehlten.“ Bisher unbekannte Täter hatten die Spendentruhe in der Kirche aufgebrochen und das darin enthaltene Geld entwendet. Bei der Truhe handelt es sich um eine 350 Jahre alte und eisenbeschlagene Holztruhe, die mit drei Vorhängeschlösser gesichert war. An der Truhe selber und der Kirche waren keine Beschädigungen oder Einbruchsspuren festzustellen. Die Kirche ist aber tagsüber für Jedermann geöffnet. Zwar werde die Truhe regelmäßig geleert, aber ausgerechnet diesmal war der Pfarrer zu einer einwöchigen Fortbildung unterwegs gewesen. „Nach meiner Rückkehr am Sonnabend war mir noch nichts aufgefallen. Martin Holz verständigte die Polizei, hielt noch zwei Gottesdienste in Trent und Rappin ab und traf sich anschließend mit Kriminalpolizisten in Schaprode, wo er um 14 Uhr ebenfalls noch einen Gottesdienst abhielt. „Gemeinsam haben wir die Truhe geöffnet und es war noch etwas Geld darin. Wahrscheinlich haben Besucher auch nach dem Diebstahl weiter gespendet“, so Holz.

„Täter werden mit Geld nicht glücklich“

In welcher Größenordnung sich der Schaden bewegt, kann er nicht sagen. Das Spendenaufkommen variiere sehr und im Durchschnitt habe die Truhe etwa hundert Euro zwischen den Leerungen enthalten. Geld, das dringend für den Erhalt des maroden Mauerwerks benötigt wird. „Die Spenden sind das Hauptstandbein, um die wegen Absturzgefahr dringend notwendige Sanierung umzusetzen.“ Schon ist im Gewölbe ein Riss zu sehen. Auch durch die Spenden von Touristen werde es möglich, den dafür nötigen Eigenanteil aufzubringen. Die Sanierung an einer der ältesten Kirchen der Insel könnte – Stand jetzt - 65 000 Euro kosten.

„Ich finde es bedenklich, dass das Grundvertrauen, das unsere Gesellschaft zusammenfügt, zusehends erschüttert wird“, so Holz. „Kirche war als Ort des Friedens über Jahrhunderte Mittelpunkt des Ortes. Das könnte nun gefährdet sein.“ Diebstahl aus Kirchen und von Friedhöfen, Plünderung von Kollekten sowie Fälle von Vandalismus haben die Frage aufgeworfen, ob die evangelische Gemeinde vom Prinzip der offenen Kirche abweichen sollte. Das bedeutet, dass Kirchen auch außerhalb der Gottesdienstzeiten für Touristen, Gäste und die eigene Gemeinde geöffnet sind. Damit will die Kirche ermöglichen, dass jeder Mensch jederzeit anonym beten kann.

„Wir werden künftig aufmerksamer sein und die Truhe häufiger leeren“, lautet vorerst die Konsequenz von Martin Holz. „Der Täter möge das Geld sofort zurückbringen und sich stellen. Darin besteht seine Chance für Umkehr und Neuanfang. Mit dem Geld wird er nicht glücklich.“ Vielleicht begegnet der Pfarrer dem oder den Tätern ja schon bald im vor zehn Jahren mit Spendengeldern sanierten Beichtstuhl der Kirche.

Uwe Driest

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