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Rügen Kühlhaus-Alternative: Ein Hotel, viel Glas und ein Fischzuchtbecken
Vorpommern Rügen Kühlhaus-Alternative: Ein Hotel, viel Glas und ein Fischzuchtbecken
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18:03 26.11.2019
Diesen Vorschlag eines Hamburger Büros zur Gestaltung der Fläche des Kühlhauses im Sassnitzer Stadthafen favorisiert das Preisgericht. Quelle: Maik Trettin
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Sassnitz

Das Hamburger Büro „blauraum Architekten“ hat den Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Areals rund um das Alte Kühlhaus im Sassnitzer Stadthafen gewonnen. Am Dienstag kommender Woche werden der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht, der Geschäftsführer der städtischen Hafenbetriebs- und Entwicklungsgesellschaft (HBEG), Siegfried Adelsberger, sowie der Präsident der Architektenkammer des Landes, Christoph Meyn, den Preis im Rathaus öffentlich überreichen. Dort werden die besten Wettbewerbsarbeiten seit dem Ende der vergangenen Woche öffentlich gezeigt.

Ähnlichkeit mit dem Baaber „Inselparadies“

„Mitten im Hafen“ heißt der Siegerentwurf, der schon äußerlich gar nichts mehr mit dem alten Kühlhaus zu tun hat. Das würden die Hamburger offensichtlich komplett verschwinden lassen. Von der Seite gesehen erinnert der vierstöckige Bau auf ihren Plänen entfernt an das deutlich kleinere Baaber „Inselparadies“ von Ulrich Müther. Laut Entwurf könnte das Gebäude als Hotel genutzt werden und im Erdgeschoss Platz für Gewerbebetriebe bieten. Vielleicht würde sich dort auch eine Glasreinigungsfirma ansiedeln –die hätte angesichts der vielen Glasflächen und der zahlreichen Möwen, die durch den Hafen fliegen, vermutlich ausreichend zu tun. Die oberen Stockwerke sind komplett verglast; an den Außenwänden sind nur schmale Stützen zu sehen, die das Dach beziehungsweise die Geschossdecken zu tragen scheinen.

Fischkutter vor gläsernen Fassaden

Das Obergeschoss der benachbarten Fischhalle, in der sich jetzt unter anderem die Büros der HBEG und der Wärmeversorgung befinden, könnte nach den Vorstellungen der Architekten zum Teil weiter als Standort für die Fischerei und anderes Gewerbe genutzt werden. Die Obergeschosse des neuen Gebäudes wären aber Ferienwohnungen vorbehalten. Zumindest auf der Animation der Architekten haben ein paar Fischkutter vor der Glasfassade des Kühlhaus-Nachfolgers festgemacht. Ob es dann im Sassnitzer Hafen noch Fischer gibt, ist angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung derzeit fraglich. Damit der Gast Hotel- oder Ferienwohnungsgast nicht umsonst hinter seinem Fenster darauf lauert, dass ein paar Fische über die Kaikante verladen werden, wird die Anlage eines Fischzuchtbeckens im Hafen angeregt.

128 000 Euro an Preisgeldern

Ob das alles oder auch nur ein Teil dieses Entwurfs jemals in die Tat umgesetzt werden, steht in den Sternen. Denn es gibt noch keine grundsätzliche Entscheidung zur Zukunft des Alten Kühlhauses. Die HBEG hatte sich aufgrund des Zustands des Gebäudes Gedanken über die weitere Nutzung gemacht. Die, so der Geschäftsführer, sei aufgrund der Konstruktion eingeschränkt. Für den ursprünglichen Zweck werde das Gebäude seit dem Niedergang der Fischerei nur noch partiell benötigt. Wie es zu nutzen sei, darauf konnte sich der Aufsichtsrat des städtischen Unternehmens nicht einigen –und lobte deshalb einen Wettbewerb mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 128 000 Euro aus.

Spanier würden Kühlhaus-Silhouette erhalten

Zehn Büros haben sich beteiligt. Die Idee der Hamburger wurde von der Mehrheit der Mitglieder des Preisgerichts, zu denen auch Mitglieder des Aufsichtsrats der HBEG und Vertreter der Stadt Sassnitz gehörten, favorisiert. Auf dem zweiten Platz landete ein Entwurf, der einen deutlich behutsameren Eingriff in das gewohnte Hafenbild vorsieht. Die Architekten von Beth Gali SLP, aus dem spanischen Barcelona, plädieren für einen Teilerhalt des Gebäudes. Dessen Fassade würden sie vor allem im Erdgeschoss auflockern, die Silhouette des Kühlhauses aber kaum verändern. Auch einen Turm gäbe es zukünftig; der wäre nach dem Willen der Spanier aber gläsern. Auch der Vorschlag eines Büros aus Rotterdam sieht den weitgehenden Erhalt der Kühlhaus-Fassade vor.

Die Entwürfe sind noch bis zum 5. Dezember während der Öffnungszeiten des Rathauses im Flur neben dem Ratssaal zu sehen. Zur Preisverleihung am 3. Dezember um 9 Uhr sind alle interessierten Sassnitzer herzlich eingeladen.

Von Maik Trettin

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