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Rügen Stilrichtung: Spontanität
Vorpommern Rügen Stilrichtung: Spontanität
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21:30 28.01.2019
Der Bergener Gregor Geltz lebt erst seit fünf Jahren auf Rügen, findet hier jedoch genau den Freiraum, den er für seine Malereien braucht. Quelle: Gregor Geltz
Bergen

Der Schaffensweg des Malers Gregor Geltz ist lang: die Leidenschaft für Farben und Linien erbte er schon von seinem Vater. Der brachte ihm die ersten Kenntnisse im Zeichnen bei und später kam das Grafikstudium in Darmstadt dazu. Dieses Jahr wird der Maler schon 70 Jahren alt und sein ganzes Leben ist der Kunst gewidmet. Vor fünf Jahren zog er aus Gesundheitsgründen von Trier nach Bergen auf Rügen. Die Ärzte rieten zur Nähe des Meeres. Die Begeisterung, die er vom Kennenlernen mit der Inselnatur empfand, hält immer noch an.

„Jeden Tag entdecke ich hier etwas neues“

„Rügen hat so unterschiedliche Landschaftsformen, ist so veränderlich, prätentiös und zugleich rustikal, dass die Inspiration kommt sofort, wenn man die Wände des Hauses verlässt“, sagt der Maler. „Jeden Tag entdecke ich hier etwas neues. Meine Skizzenbücher sind immer dabei und mit den Ideen gefüllt.“ Der Weg von der Idee zur Verkörperung ist mühsam. Der Künstler kann wochenlang vor der Leinwand sitzen, bis das neue Bild zum Leben erweckt wird. Jede Frist und Einschränkung verschmäht er als zwecklos. Seiner Meinung nach ist es nur der innere Zwang, der den Maler beeinflussen kann.

„Das Wichtigste ist, dass der Künstler zur Übereinstimmung mit seinen Werken kommen muss“, betont Gregor Geltz. „Ich bin mit Vincent van Gogh einverstanden. Er sagte: Die Kunst - das ist der Mensch. Dies ist auch meine Überzeugung.“

Der Maler orientiert sich sowohl auf die Koryphäen der Vergangenheit, auf die expressionistischen Werke von Vasilii Kandinsky und die kubistischen Gemälde von Pablo Picasso, als auch auf die Zeitgenossen. Einer wichtigsten Entdeckung der letzten Zeit sind die Gemälde vom österreichischen Maler Voka geworden, der seine Stilrichtung als „Der Spontane Realismus“ bezeichnet. Seine freie Manier und die maximalistische Vorgehensweise zur Malerei begeisterten den Rügener.

„Ich bevorzuge kleine Formen“

„Voka malt Gemälde und Porträts, die höher als der Mann sind. Er hat die riesengroße Spannweite“, lächelt Gregor Geltz. „Ich bevorzuge die kleinen Formen, aber die Kernähnlichkeit ist in der Spontanität versteckt. Die erste Regung, die Inspiration, die bunten Farben und weiten Striche - das ist meins. Meine Werke können sehr plakativ aussehen“.

Gregor Geltz arbeitet in Öl, Acryl, Aquarell und Federzeichnung. Auf manchen seiner Gemälde kann man die Landschaften von Rügen erkennen: Sellin, Lauterbach, Binz, Bergen... Aber die besondere Aufmerksamkeit ziehen seine Glaubensgemälde auf sich. Die Bilder, die auf biblischen Psalmen basieren, sind in der Galerie auf dem Internetportal des Malers zu sehen. „Ich bin nicht religiös, aber gläubig. Der Glaube ist mein Versuch etwas Neues in mir selbst zu erkennen“, präzisiert Gregor Geltz.

70 Jahre alt und glücklich

Er bemüht sich auch als Komponist. In seinem „Atelier“, das seine Frau für ihn sorgsam eingerichtet hat, kommen nicht nur die neuen Bilder zur Welt, sondern auch die christlichen Lieder. Die musikalischen Werke und die Malerei erscheinen oft aus der gleichen Quelle. „Im Kopf ist eine Serie von circa 35 Bildern, die auf dem Psalm 104 („Loblied auf dem Schöpfer“) basierend sind. Dabei werden auch die einige Lieder geschaffen - ein Konzert sozusagen“, sagt Gregor Geltz. „Aber das sind nur die Pläne: Kunst entscheidet selbst“.

Mit seinen 70 Jahren findet sich Gregor Geltz aufrichtig glücklich. „Momentan bin ich Rentner und habe immer Zeit kreativ zu sein“, sagt er. „Jeder Tag ist da, um ihn mit den Gaben, die jeder Mensch bekommt, auszufüllen. Ich meine die kreativen Gaben. Im Berufsleben sind sie fast nicht nutzbar, aber im Rentendasein kommt die Freiheit. Es gibt so vieles, was man erst im Alter erkennt.“

In Bergen fanden 2014 und 2017 bereits die ersten beiden Ausstellungen von Gregor Geltz statt.

Ekaterina Ragozina

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