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Rügen Störtebeker ist Teil des Jarnitzer Lebens
Vorpommern Rügen Störtebeker ist Teil des Jarnitzer Lebens
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00:00 13.02.2015
Die Geschwister Christina (l.) und Maria Maass schneidern seit Jahren die Kostüme für die Störtebeker-Festspiele. In Jarnitz haben sie den alten Kornspeicher nach ihren Vorstellungen umgebaut. Quelle: Fotos: Manuela Wilk
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Jarnitz

Die Menschen in Jarnitz sind schon seit Jahrhunderten durch ihre Arbeit mit ihrem Nachbarort verbunden. „Früher war das Gutshaus der Betriebshof für das Schloss in Ralswiek“, sagt Maria Maass.

Und zum Hof zählte nicht nur das herrschaftliche Haus, sondern ebenfalls die Ställe, Wirtschaftsgebäude und der Kornspeicher.

Letzteren haben Maria Maass und ihre Schwester Christina kreativ umgestaltet und zu ihrem Zuhause gemacht. „Die alten Balken sind noch immer gut erhalten und haben ja auch eine gewisse Tragkraft“, schwärmt die 53 Jahre alte Maria. Noch zu DDR—Zeiten sei das Gebäude zur Kornlagerung genutzt worden. Beim Renovieren der offen gestalteten Räume habe sie dann noch viel Getreide gefunden. „Das kam aus fast jeder Ecke“, erinnert sich Maria Maass. Sie kam vor 13 Jahren nach Jarnitz. Schwester Christina wohnte damals bereits seit drei Jahren im Ort. Maria hat dort ihr Glück gefunden. „Ich bin aus Berlin hergezogen und brauchte die Ruhe eines kleinen Ortes.“ Den Umzug habe sie bis heute nicht bereut. „Ich habe hier auch meinen Garten, in dem ich sehr gern bin und die Natur genießen kann“, schwärmt die 53-Jährige von ihrem Wohnort Jarnitz.

Die beiden Maass-Schwestern schneidern seit Jahren die Kostüme für die Schauspieler bei den Festspielen. „Meine Schwester hat das richtig studiert. Ich bin da eher so reingerutscht“, sagt die Jüngere. Beide haben als Kinder schon gern genäht — da war der Schritt, dieses Hobby zum Beruf zu machen, nicht allzu weit hergeholt. „Ich bin auch handwerklich ein bisschen begabt“, sagt Maria stolz. „Mit der Zeit lernt man dann alles weitere.“ Der Beruf sei abwechslungsreich und bereite ihr nach den vielen Jahren immer noch Freude. „Die Kostüme für die Hauptdarsteller werden jedes Jahr neu entworfen und geschneidert“, erzählt Maass. Selbst die Pferde bekämen hin und wieder eigene Kostüme. „Die Anproben sind meist sehr schön“, sagt Maass, die früher selbst geritten ist.

Neben den Kostümen, die ja durch die zwei Schwestern irgendwie aus Jarnitz kommen, werden die Kulissen der Festspiele direkt im Ort gefertigt — und zwar im ehemaligen Sägewerk von Jarnitz. „Alle, die für den Bau zuständig sind, kommen zumindest aus der Umgebung“, sagt die Jarnitzerin Elvie Gielow. Das Sägewerk gab es schon zu DDR-Zeiten.

„Und wir haben es 1998 gekauft“, sagt Peter Hick, Intendant der Störtebeker Festspiele. Das Unternehmen in Jarnitz sei einige Jahre nach der Wende insolvent gegangen. Heute dient die große Halle am Ortseingang gleich mehreren Zwecken. Sägen und Tiefziehmaschinen wurden nach der Übernahme angeschafft, so Hick. Alles, was auf der Naturbühne in Ralswiek zu sehen ist, sei in aufwendiger Kleinarbeit in dem ehemaligen Sägewerk entstanden. „Wir schneiden Bretter zu, fertigen Folien und Plakatwände“, fasst der Intendant die Arbeiten zusammen.

Die so genannte Vorbauhalle in Jarnitz sei ganzjährig im Betrieb. „Nach den Festspielen ist vor den Festspielen.“ Dabei sei die Zeit durchaus knapp bemessen. „Unsere 14 Angestellten sägen die Teile zurecht, schrauben und bauen das Bühnenbild zusammen oder ziehen Folien“, sagt Hick. Nicht alle seien ständig in Jarnitz an der Arbeit. Jeder werde nach seinen Fähigkeiten dort eingesetzt, wo er gebraucht werde.

Eng verbunden: Jarnitz und Ralswiek
2 der Kostümbildnerinnen kommen aus Jarnitz. Die Geschwister Christina und Maria Maass wohnen seit 16 beziehungsweise 13 Jahren in dem kleinen Dorf. Sie haben sich den ehemaligen Kornspeicher des Gutes umgebaut.
14 Mitarbeiter der Störtebeker-Festspiele sind dort angestellt, um die einzelnen Bühnenteile jedes Jahr wieder in Jarnitz zu fertigen und anschließend auf der Naturbühne in Ralswiek zusammenzusetzen.



Manuela Wilk

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