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Rügen Stopp! Laterne versperrt in Berglase auf Rügen Weg zu Grundstück
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Stopp! Laterne versperrt in Berglase auf Rügen Weg zu Grundstück

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21:48 09.01.2020
Dirk Jassmann steht in der Einfahrt, die zu seinem Grundstück führt. Eine Lampe versperrt hier den Weg. Quelle: Mathias Otto
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Berglase

Dirk Jassmann ist verärgert: Wenn er zu seinem Grundstück in Berglase auf Rügen gelangen möchte, muss er einen langen Umweg in Kauf nehmen. Grund ist eine Straßenlaterne, die mittig in der Einfahrt aufgestellt ist. „Maximal kommt hier noch ein Auto durch, aber auch nur, weil der benachbarte Zaun nicht weiter zur Straße reicht. Mit einem Traktor sieht es schon anders aus, dafür ist kein Platz“, sagt der Einwohner. Entfernen darf er die Lampe, doch er wehrt sich dagegen, allein dafür aufkommen zu müssen.

Konkret geht es um einen Weg, der an seinem Wohnhaus in der Dorfstraße vorbei zu unbebauten Flächen führt. Der Ingenieur ist im Nebenerwerb Landwirt und bewirtschaftet Wiesen hinter seinem Grundstück. An eines dieser Felder gelangt er nur über Umwege. „Von Garz kommend muss ich am Ortseingang den Feldweg entlang des Waldes nutzen. Das ist eine zusätzliche Strecke von knapp 1,7 Kilometern“, sagt er. Da er deshalb über andere Grundstücke fahren würde, betritt er diesen Weg erst gar nicht.

In den 80er Jahren errichtet

Die Laterne vor seinem Wohnhaus steht dort schon seit mehr als drei Jahrzehnten. Der Ingenieur kann sich noch daran erinnern, wie sie Anfang der 1980er Jahre gesetzt worden ist. „Hier war alles zugewuchert. Dahinter befand sich eine Klärgrube“, erinnert er sich. Auch daran, dass auf alten DDR-Karten dieser Bereich als Weg gekennzeichnet war. Nach der Wende ging dieser in Gemeindeeigentum über. Erst als in den 90er Jahren ein Gebrauchtwagenhändler in der Nachbarschaft eine Stellfläche benötigte, wurde er wieder als Weg hergerichtet, zum Teil auch gepflastert.

Nur über das Nachbargrundstück gelangt man mit Fahrzeug auf diesen Weg. Quelle: Mathias Otto

Dirk Jassmann nutzt ihn auch. Er versucht seit fast zehn Jahren, dass die Laterne in der Einfahrt verschwindet. „Ich habe mich durch alle Instanzen gekämpft, leider ohne Erfolg“, sagt er und zählt auf: Bürgermeisterin und Gemeindevertreter der Gemeinde Samtens, Staatliche Ämter für Landwirtschaft und Umwelt MV, Innenministerium, Bürgerbeauftragter und die Landräte Drescher und Kerth. Außerdem werde ein Umsetzen der noch bestehenden Telefonmasten der Telekom und auch der Rückbau eines benachbarten Zaunes in seine Grundstücksgrenzen durch die Gemeinde blockiert.

Anwohner lehnte Vereinbarung ab

Er trug sein Problem mehrfach in Ausschüssen und den Gemeindevertretern vor. Beschlossen haben sie vor knapp vier Jahren nur, dass dieses Flurstück für Anlieger geöffnet wird. Ein Versetzen der Laterne sahen sie als nicht zwingend notwendig an. Für Telefonmasten, die in der Einfahrt stehen, sei die Telekom zuständig und nicht die Gemeinde, wurde ihm mitgeteilt. „Doch diese Aussage hatte nur kurz Bestand. Mitarbeiter der Telekom waren hier und hätten auch den Mast abgenommen. Vom Amt West Rügen haben sie aber erfahren, dass dieser Weg nur als Fußweg geöffnet wurde und somit ein Abnehmen der Masten nicht notwendig ist“, sagt Jassmann.

In einer Vereinbarung vom Amt aus dem Jahr 2018, die Dirk Jassmann nie unterschrieben hatte, wurde dem Ingenieur gestattet, diese Laterne zu versetzen. Er würde damit auf Ansprüche gegenüber der Gemeinde und dem Amt verzichten. „Rund 2000 Euro hätte es gekostet. Da aber acht bis zehn Leute von diesem Weg profitieren, sehe ich es nicht ein, dass ich diese Summe alleine trage“, sagt er.

Hoffnung auf neuen Radweg

„Es gibt darüber einen eindeutigen Beschluss der Gemeindevertreter. Er hatte damals dem Petitionsausschuss in Schwerin signalisiert, dass er mit dieser Versetzung auf eigene Kosten einverstanden ist. Bei einem Vor-Ort-Termin hatte er es dann aber abgelehnt“, sagt Bürgermeisterin Karin Wodrich (Bündnis für Samtens). „Er sagte uns auch, dass mehrere Leute diesen Weg nutzen, nannte uns bisher aber keine Namen.“

Eine Möglichkeit gibt es noch, dass die Laterne verschwindet, ohne dass Dirk Jassmann dafür bezahlen muss. Der lang ersehnte Radweg zwischen Samtens und Garz soll in den nächsten Jahren gebaut werden. „Derzeit finden Vorvermessungen und -untersuchungen statt. Geprüft wird auch, auf welcher Seite der Straße der Radweg gebaut werden soll“, sagt Manfred Borowy vom Straßenbauamt Stralsund. „Wenn der Radweg entlang der Häuserreihe gebaut wird, wäre das Problem mit der Laterne gelöst. Hier würden neue Lampen entstehen“, so die Bürgermeisterin. Dies kann aber noch einige Jahre dauern.

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Von Mathias Otto

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