Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Straßenbauer machen Binz zur Sackgasse
Vorpommern Rügen Straßenbauer machen Binz zur Sackgasse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 28.02.2017
„Wegen der Umleitungen wird es zu Verspätungen im Nahverkehr kommen.Michael Lang, Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen
Anzeige
Binz/Serams

Die Saison der Touristiker startet am 1. Mai – die der Straßenbauer schon zwei Monate eher. Die Folge: Autofahrer müssen weite Umwege fahren – und Binz wird zur Sackgasse, weil die Zufahrt aus Serams dicht ist. Denn morgen geht’s los. Die Seramser Kreuzung soll zum Kreisverkehr umgebaut werden. Das wollen die Straßenbauer bis Ende Juni schaffen – und sie werden den Fahrzeugverkehr zwischen Mönchgut und dem Rest der Insel erheblich beeinflussen. „Es ist geplant, die Vollsperrung der Landesstraße 29 am 1. März zu aktivieren. Sie wird bis zum 5. Mai bestehen“, kündigt Manfred Borowy, stellvertretender Leiter des Straßenbauamtes Stralsund, an.

Wem Straßenbezeichnungen nicht geläufig sind – beim zu sperrenden Straßenabschnitt handelt es sich um jenen zwischen der Kreuzung Serams und der Binzer Ortseinfahrt. Der muss wegen der Sperrung weiträumig umfahren werden, was wohl zu Staus, zu erheblich mehr Kilometern auf dem Tacho und zu erheblich mehr Zeitbedarf führt. Denn es muss in jeder Richtung jeweils über Karow gefahren werden.

Ein Beispiel: Die Strecke zwischen Sellin und Binz ist für gewöhnlich 12,1 Kilometer lang und ist in etwa 18 Minuten zu bewältigen. Wegen der Sperrung des Abschnittes zwischen Serams und Binz verdoppeln sich Distanz und Zeit in etwa – 25,5 Kilometer und 34 Minuten.

Gebaut wird der Kreisverkehr, um die Verkehrssituation zwischen den Urlaubsregionen Binz und Mönchgut-Granitz zu entschärfen. Denn die treffen in Serams aufeinander. So ist es in der Hauptsaison täglich zu erleben, dass aus Binz kommende Autofahrer kaum Gelegenheit haben, auf die Bundesstraße 196 in Richtung Mönchgut-Granitz zu wechseln, weil auf der Trasse der Autoverkehr ohne Unterlass läuft. Fast nichts geht – Rückstaus in Richtung Binz sind die Folge.

Nicht nur die Autofahrer zwischen Mönchgut und Binz werden während der Bauarbeiten länger unterwegs sein – auch im Nahverkehr wird es zu Verspätungen kommen, ist sich Michael Lang sicher. „Weil sich der Umleitungsverkehr auf die Kreuzung Karow und die Straße zwischen Karow, Prora und Binz konzentriert“, sagt der Sprecher der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen.

Das kreiseigene Unternehmen muss wegen des Kreiselbaus den Streckenverlauf der Linie 20 (Bergen/Königsstuhl – SassnitzBinzGöhren – Klein Zicker und umgekehrt) verändern – voraussichtlich bis zum 20. Mai. „Wir leiten die Linie über Karow, Lubkow und Prora um“, kündigt Lang an. Das bedeutet: Wer aus Richtung Sassnitz, Bergen oder Mönchgut nach Binz will, muss an der Jugendherberge Prora in einen Bus umsteigen, der zwischen dieser Haltestelle und denen in Binz pendelt. „Fahrgästen, die Anschlussverbindungen zur Bahn in Binz oder Bergen benötigen, empfehlen wir frühere Abfahrtszeiten“, sagt Lang.

Der hat schon das nächste Vorhaben der Straßenbauer im Blick – das wiederum mit Umleitungen verbunden ist. Vom 13. März bis voraussichtlich 15. Juni soll die B 96 zwischen dem Abzweig Ralswiek und Strüssendorf ausgebaut werden und wird deshalb in diesem Abschnitt voll gesperrt sein. „Unsere Linie 12 zwischen Sassnitz und Bergen müssen wir über Karow und Lubkow umleiten. Zwischen Sagard und Ralswiek fährt ein Pendelbus“, sagt Lang.

Während der drei Monate Bauzeit müssen die Autofahrer, die zwischen Bergen und Jasmund unterwegs sind, über Karow und Lubkow ausweichen. Eine weitere mögliche Umfahrung der Baustelle wäre die Strecke Bergen – Parchtitz – Thesenvitz – Patzig – Ralswiek und umgekehrt. Hier sind die Autofahrer mit schmalen Straßen konfrontiert, dessen Kapazitätsgrenzen bei hohem Verkehrsaufkommen schnell erreicht sein werden.

Chris-Marco Herold

Mehr zum Thema

Verbrauchermesse in Wismar öffnet Anfang März ihre Tore

23.02.2017

Bahnbrücke soll saniert werden / Retschower Bürgermeister sorgt sich um Folgen für Dorfstraße

25.02.2017

Noch ist Winter, doch die Hotels und Gaststätten offerieren bereits jetzt 1000 freie Stellen. Und es werden noch mehr. Die Branche steht vor einem Problem.

27.02.2017

Andrea Tilsner will raus aus drei Schichten – ihr Arbeitgeber sieht keine Chance

28.02.2017

Bade- und Erlebniswelt bietet Kindergärten der Insel in Sellin neues Gesundheitsprogramm

28.02.2017

Frank Biederstaedt sucht für Doktorarbeit Belege aus den frühen Jahren der Fotografie in der Region

28.02.2017