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Rügen Straßenbauer sorgen für Verkehrschaos auf Bundesstraße
Vorpommern Rügen Straßenbauer sorgen für Verkehrschaos auf Bundesstraße
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11:18 11.05.2014
Ab Montag wird der Abschnitt zwischen Bergen und Karow auf Rügen gesperrt.
Ab Montag wird der Abschnitt zwischen Bergen und Karow auf Rügen gesperrt. Quelle: Grafik: Maike Kehler
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Bergen

Mit Beginn der nächsten Woche könnte zumindest ein Teil der Insel im Verkehrschaos versinken – weil eine wichtige Verkehrsader Rügens gekappt wird. Das Straßenbauamt Stralsund lässt von Montag an bis Mitte Juni die Bundesstraße 196 zwischen Bergen und Karow ausbauen. „Dieser Abschnitt wird wegen der geringen Fahrbahnbreite und der fast lückenlosen Baumallee bis zum 28. Mai komplett gesperrt, danach halbseitig“, kündigt Amts- Chef Ralf Sendrowski an.

Für die Autofahrer, die zwischen der Inselmitte und den Orten an der Bäderküste unterwegs sind, hat das große Folgen. Sie müssen zum Teil erhebliche Umwege in Kauf nehmen. Der Weg von Bergen nach Binz ist derzeit 16 Kilometer lang. Mit Start der Bauarbeiten wird die Tour viel länger. 28,7 Kilometer lang ist die Ausweichstrecke von Bergen über Lietzow und Mukran bis Binz – 24,2 Kilometer jene von Bergen über Putbus, Zirkow und Serams bis Binz. Von Sellin nach Bergen sind es derzeit 19,3 Kilometer. Mit dem Umweg über Vilmnitz und Putbus werden es fast 24 Kilometer.

Der Rügener Personennahverkehr (RPNV) leitet seine Busse über Putbus und Posewald nach Zirkow und umgekehrt um. „Dadurch verlängert sich die Fahrzeit um bis zu 30 Minuten“, sagt RPNV-Sprecher Michael Lang. Für die Gymnasiasten beispielsweise, die an der Bäderküste zu Hause sind, bedeutet dies: Der ohnehin schon lange Schultag wird noch länger, die freie Zeit entsprechend geringer.

Als einen „Schlag ins Kontor“ für die Touristiker an der Bäderküste bezeichnet Gino Leonhard das Bauvorhaben. „Diese Verkehrspolitik auf unserer Insel ist nur noch mit großen Kopfschütteln zu verstehen. Welche Ignoranz hier gegenüber den größten touristischen Dienstleistungsunternehmen an den Tag gelegt wird, ist gelinde gesagt nur noch bösartig oder ganz gezielt geplant“, sagt der Managing Director der Private Palace Hotels & Resorts.

Nach Angaben von Leonhard ist die aktuelle Auslastung in den Palace-Hotels „so gut wie seit 1990 nicht“. Sie liege im Mai/Juni bei 70 Prozent. „Mit der Straßensperrung werden wir und andere Anbieter erhebliche Verluste hinnehmen müssen“, ist Leonhard sich sicher.



Chris-Marco Herold