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Rügen Theater Putbus: Von gleich neun Musen geküsst
Vorpommern Rügen Theater Putbus: Von gleich neun Musen geküsst
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20:01 29.10.2019
Zu einem Blick hinter die Kulissen des Theaters lud der Förderverein am Tag der Historischen Theater nach Putbus ein. Quelle: Uwe Driest
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Putbus

Gerade noch rechtzeitig zum Tag der Historischen Theater kehrte Apoll in Begleitung seiner neun Musen an den angestammten Ort im Fries des straßenseitigen Portikus an der Alleestraße von Putbus zurück. Der Gott der schönen Künste hatte dafür nicht etwa den Olymp, sondern die Werkstatt von Dietmar Bär verlassen. Der Sundhagener Restaurator hatte die zehn 200 Jahre alten und vom Hausschwamm befallenen Figuren wieder auf Vordermann gebracht. Die Gipsfiguren mit hölzernem Rückgrat habe der Fürst zu Putbus seinerzeit über einen in Berlin ausliegenden Katalog in Italien, quasi im Versandhandel, bestellt, weiß Reyk Höhne. Der Bergener Bauingenieur gab am Tag der Offenen Tür einen Einblick in die Rekonstruktionsmaßnahmen am Theater.

Dabei handelt es sich um die aufwendigsten Arbeiten seit Renovierung in den Neunziger Jahren, die den damaligen Landkreis Rügen 16,5 Millionen Mark gekostet hatten. Spät, aber nicht zu spät habe sich auch der Landkreis Vorpommern-Rügen entschlossen, die überfälligen Arbeiten an der Bausubstanz zu finanzieren. Neben der Rettung von Apoll und dessen Musen restaurierte der Rügener Tischler Veit Hedel in akribischer Kleinarbeit auch die Türen am Portikus, der den Musentempel zum „Weißen Haus“ von Putbus macht. Die zweiflügeligen Türen erhielten ihre ursprüngliche Farbe zurück und erstrahlen heute in Goldocker. Zuvor war bereits die auf dem Dachfirst über dem Eingang thronende Kithara erneuert worden. Die 214 Kilogramm schwere Nachbildung eines Saiteninstruments aus der griechischen Antike wurde mit 24-karätigem Blattgold überzogen.

Verbindung von Alt und Neu gelungen

„Wir sind ein lebendiges Museum, das auf der Route der historischen Theater den Klassizismus verkörpert“, erklärte Egon Noetzel den zwei Dutzend Teilnehmern einer Führung durch das Theater. Manches Element habe der Architekt Johann Gottfried Steinmeyer bei seinem Berliner Freund Karl Friedrich Schinkel, abgeguckt. So sei die Kuppel des Putbusser Hauses vom Berliner Theater inspiriert. Auch, dass die Bühne mit einer Tiefe von 16 Metern größer ist, als der Zuschauerraum, lernten die Gäste, die an diesem Tag einmal auf den Brettern, die die Welt bedeuten, stehen durften. „Die Verbindung von Alt und Neu ist eine tolle Lösung und die modernen Elemente betonen die historische Substanz“, lobten Besucher das Resultat der Restaurierungsarbeiten am Inseltheater.

Landkreis soll dritten Bauabschnitt finanzieren

Zu den modernen Elementen zählt das drei mal vier Meter große „Schaufenster“ aus 400 000 LEDs, das Höhne über dem Eingang installierte. Neben dem Theater Vorpommern werben dort Ozeaneum, Rasender Roland und Weiße Flotte. Allein der beim FLZ Lauterbach gefertigte Rahmen wiegt mehr als eine Tonne. „Das ist einzigartig in Deutschland“, weiß Höhne. Vergleichbares gäbe es nur noch im Stadion des FC St. Pauli.

Die Arbeiten am Hauptgebäude wurden in diesem Jahr größtenteils abgeschlossen. Im dritten und letzten Bauabschnitt wollen Höhne, Förderverein und Theaterleitung nun noch das Dach ausbessern, die rückwärtige Fassade erneuern und einen temporären Regenschutz für angelieferte Requisiten einbauen. zudem soll die erste Ebene mittels eines Aufzugs barrierefrei erreichbar werden. Höhne: „Es ist alles vorbereitet, wir warten nur noch auf das 'Go' vom Landkreis“.

Theater Putbus lud zum Tag der Offenen Tür

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Von Uwe Driest

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