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Theater Vorpommern Ostseefestspiele geben ihren Namen auf
Vorpommern Rügen Theater Vorpommern Ostseefestspiele geben ihren Namen auf
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02:05 09.12.2014
Konzept und Programm der Ostseefest- spiele haben sich in den letzten Jahren stark verändert.“Dirk Löschner, Theaterintendant
Stralsund

Die großen Open-Air-Zeiten der Ostseefestspiele sind vorbei. Nicht nur bei den Besucherzahlen ging es in den letzten Jahren bergab. Das Theater Vorpommern verabschiedet sich nun auch von diesem Namen, der in elf Jahren schon zu einem Begriff geworden war. Jetzt soll‘s die neue Marke „Ahoi — Mein Hafenfestival“ richten und vor allem wieder mehr Zuschauer locken.

„Das Konzept und das Programm der Ostseefestspiele haben sich in den letzten Jahren stark verändert. 2003 sind die Ostseefestspiele unter anderen Vorzeichen, mit anderem Programm und anderer Zielgruppe ins Leben gerufen worden“, sagt Intendant Dirk Löschner.

In Vorbereitung der Open-Air-Saison 2015 habe sich die Theaterleitung deshalb entschieden, diese Veränderung auch in der neuen Namensgebung kenntlich zu machen. „Dabei haben wir uns von Marketing- und Touristik-Spezialisten beraten lassen“, versichert Löschner. Gespielt werde in den Häfen. Damit verbinde sich sowohl für Einheimische als auch Touristen „eine atmosphärisch eindeutige, positive und erlebnisorientierte Assoziation“. Zudem soll der Begriff „Festival“ ein breites Programm ermöglichen, das auch ein breites Publikum anspricht.

Geplant ist das Theaterfestival vom 19. Juni bis zum 30. August an den Standorten Stralsund, Greifswald und Ribnitz-Damgarten. Gespielt wird auf der im vergangenen Jahr extra angeschafften mobilen Bühne. Die hat immerhin eine Million Euro gekostet. 900000 Euro hatte das Wirtschaftsministerium beigesteuert.

Die erste Saison im vergangenen Sommer, in der die Zeichentrickfiguren „Abrafaxe“ neben dem Musical-Klassiker „Zauberer von Oz“ und dem Konzert „Ostseeballaden“ zu einem Zugpferd werden sollten, endeten in einem Fiasko. Statt der angesteuerten rund 28000 Besucher — einschließlich der Auftritte in Heringsdorf und Sellin — kamen gerade mal 11000. „Neue Wege“ hatte Löschner angekündigt.

Die führten aber nicht zum erhofften Ziel. Die Geschichte der „Abrafaxe“, die weiter erzählt werden sollte, ist abgesetzt. Löschner gibt zu, dass sich das Theater vom neuen Konzept auf der mobilen Bühne eine bessere Auslastung versprochen hatte. Auch wenn das Ergebnis „nicht zufriedenstellend“ sei, habe man aber „wertvolle Erfahrungen gesammelt“, sagt der Intendant.

Nicht für klug hält es der grüne Landes- und Kommunalpolitiker Jürgen Suhr, einen eingeführten Markennamen wie die Ostseefestspiele aufzugeben und zu ersetzen, denn das schlechte Einspielergebnis des letzten Jahres hat aus seiner Sicht wenig mit der Bezeichnung „Ostseefestspiele“ zu tun. „Spielorte und Programmgestaltung waren wohl eher dafür verantwortlich, dass es wirtschaftlich unbefriedigend lief“, so Suhr.

Im kommenden Sommer soll nun der „Zauberer von Oz“ wieder aufgenommen werden. Das Musical hatte immerhin 5000 Gäste begeistert. Als Neuproduktion ist das Singspiel „Im weißen Rössl“ geplant. Außerdem wollen die Ballettensembles des Theaters Vorpommern und der Stettiner Oper in „Rock‘n Ballet“ gemeinsam die Bühne erobern. Schließlich stehen „Sternstunden des Musicals“ mit Gästen, Solisten, dem Chor und dem Philharmonischen Orchester auf dem Programm.

Auf alle Festspiel-Tickets gibt‘s bis 31. Dezember 25 Prozent Ermäßigung.



Marlies Walther