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Rügen Therapie mit Tieren: „Menschen das Gefühl geben, gebraucht zu werden“
Vorpommern Rügen Therapie mit Tieren: „Menschen das Gefühl geben, gebraucht zu werden“
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17:03 29.08.2019
Oft kommen Hunde in der tiergestützten Therapie zum Einsatz. Quelle: Dpa
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Altenkirchen

Hunde, Katzen, Alpakas und Esel: Es gibt viele Tiere, die in der tiergestützten Therapie zum Einsatz kommen. Dies ist ein Behandlungsverfahren zur Heilung oder zumindest Linderung der Symptome unter anderem bei psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen sowie seelischen und/oder geistigen Behinderungen, bei denen Tiere eingesetzt werden. Je nach Tierart wird tiergestützte Therapie in verschiedenen Einsatzgebieten praktiziert.

Von einem Reh, das in einer Tagespflege mit den Gästen agiert, hat Tierexpertin Silke Storz aus dem mecklenburgischen Niendorf noch nie gehört. „Es gibt aber viele Tierarten, die sich zum Therapieren eignen. Zum Beispiel werden Achatschnecken in der Kinder- und Jugendhilfe eingesetzt“, sagt sie. Sie lösen durch ihre seltsame Gestalt und die langsame Form der Fortbewegung Neugier und Beobachtungsdrang aus. „Wichtig dabei ist, dass alle Therapien tiergerecht ablaufen“, so Silke Storz.

„Die Gefühle bleiben erhalten“

Seit 18 Jahren ist sie in diesem Beruf tätig und arbeitet mit Hunden, Katzen, aber auch Pferden, Eseln und Weidetieren in der Therapie. Bei der Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen hat sie die Erfahrung gemacht, dass sie körperliche Nähe suchen. „Der Geist geht durch die Demenz verloren, aber die Gefühle bleiben erhalten. Viele dieser Menschen gehen mit Tieren eine emotionale Beziehung ein. Zu Angehörigen und Betreuern können sie in diesem Stadium Bindungen oft nicht mehr aufbauen“, sagt sie.

Mehr Lebensqualität im Alltag

Silke Storz besucht mit ihren Hunden oft Einrichtungen für Senioren. Hier haben die Menschen den Tieren etwa Seilspringen beigebracht oder das Fell gebürstet. „Es sind oft einfache Dinge, die älteren Menschen das Gefühl geben, dass sie noch gebraucht werden. Dadurch erreichen sie mehr Lebensqualität im Alltag.“

Hunde helfen Soldaten

Auch in anderen Bereichen sind Tiere im Einsatz. So hat der Verein Rehahunde Deutschland im vergangenen Jahr in Steffenshagen bei Bad Doberan das Pilotprojekt „MilesHome“ gegründet. Es ist gedacht für Soldaten, die nach Auslandseinsätzen nach Hause zurückkehren und nicht mehr in der Lage sind, ein normales, geregeltes Leben zu führen. Im Rahmen eines betreuten Wohnens mit eigenem Hund soll den betroffenen Soldaten die Möglichkeit gegeben werden, wieder Schritte in ein normales Leben zu gehen.

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