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Rügen Tina Klahr startet mit 32 Jahren als Hotelchefin durch
Vorpommern Rügen Tina Klahr startet mit 32 Jahren als Hotelchefin durch
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13:06 18.02.2019
Tina Klahr steht an der Rezeption ihres Hotels in Göhren. Quelle: Mathias Otto
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Göhren

 Die Internetseite ist fertig, die letzten Arbeiten im Haus in der Thiessower Straße in Göhren sind auch fast beendet. Jetzt können die Urlauber kommen. Tina Klahr fiebert auf den Saisonstart auf Rügen hin. Die junge Frau hat sich im Ostseebad ihren Traum erfüllt. Am Dienstag wird sie mit geladenen Gästen das Hotel „Sonnenklahr“ einweihen. Mitte März sollen die ersten Touristen kommen. Mit 32 Jahren ist sie damit eine der jüngsten Hotelbesitzerinnen auf der Insel.

Die Aufregung steigt bei Tina Klahr und trotzdem wirkt sie ausgeglichen und selbstbewusst. Sie weiß, was sie will: „Ich möchte, dass sich die Mitarbeiter und Urlauber genauso wohlfühlen, wie bei meinen Vorgängern.“ Im vergangenen Jahr haben die Gäste noch in der „Residenz zum Südstrand“ eingecheckt. Die Inhaber wollten sich laut Tina Klahr zurückziehen und suchten einen Nachfolger für das Objekt im Süden des Ortes. „Ich habe mir ein paar Objekte auf der Insel angesehen. Durch einen Zufall bin ich auf das kleine Hotel mit elf Zimmern in Göhren gestoßen“, sagt sie. Und sie hat sich sofort in dieses Haus verliebt. Die Unternehmerin entschied sich schnell. Der Notartermin war im November. Seit 1. Februar ist sie offiziell Inhaberin.

„Jetzt ist die Zeit für einen neuen Schritt gekommen“

Für Tina Klahr war es wichtig, wieder in der Nähe ihrer Familie zu sein. „Ich habe lange in Hotels in anderen Ländern sowie auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet. Jetzt ist die Zeit für einen neuen Schritt gekommen“, sagt sie. Die Frau, die in der Region Bergisches Land (Nordrhein-Westfalen) aufwuchs, begann ihre berufliche Laufbahn in Berlin – als Praktikantin im Hotel „Ritz-Carlton“. Dort hat sie überzeugt und absolvierte eine Lehre als Hotelfachfrau. Später war sie als Kabinen-Stewardess vier Jahre lang für die Reederei Hapag-Lloyd auf dem Kreuzfahrtschiff „MS Europa“ tätig. Zuletzt arbeitete sie für die spanische Hotelkette „Meliá Hotels“, erst in Berlin und später in Wien. „Ich habe in den vergangenen Jahren von der Pike auf gelernt, was wichtig für ein Hotelgewerbe ist. Ich habe Zimmer und Bäder geputzt, Menüs für 500 Leute koordiniert, war zuständig für den Klub-Lounge-Service und auch als Hausdame beschäftigt“, erzählt Tina Klahr.

Jetzt ist sie bereit für neue Aufgaben. Inspiriert wurde Tina Klahr von ihren Eltern, die seit knapp zehn Jahren auf der Insel leben und selbst Gastgeber auf Rügen sind – im Reddevitzer Hof Eschenschlag. „Mit ihnen habe ich mich intensiv beraten, welcher Name am besten für dieses Hotel geeignet ist. Wichtig war mir, dass mein Familiename darin vorkommt. ,Klährchen’ stand im Raum, aber auch eine Bezeichnung, in der Teile unserer Vornamen auftauchen. Schließlich haben wir uns auf ,Sonnenklahr’ geeinigt. Es passt am besten für uns, den Ort und für die Sonneninsel Rügen“, sagt sie.

Zwei Mitarbeiterinnen wurden übernommen

Seit November arbeitet die 32-Jährige fast täglich am neuen Konzept für das Hotel. Viele Sachen, die es schon bei ihren Vorgängern gab, bleiben erhalten. Etwa der Raum, in dem sich das kleine Schwimmbad befindet. Vor allem die Wandmalereien, die damals von einer Bergener Künstlerin geschaffen wurden, begeistern die junge Frau. „Auch wenn das Wetter draußen mal nicht zum Spazieren gehen oder für Aktivitäten an der frischen Luft einlädt, können unsere Gäste hier relaxen und dabei die Malerei vom Südstrand Göhren an der Wand genießen. Es ist dann so, als würde man sich tatsächlich am Strand befinden“, sagt sie. Auch eine Sauna im unteren Bereich des Hotels bleibt erhalten. Zwei Mitarbeiterinnen, die vorher schon in der Thiessower Straße gearbeitet haben, wurden ebenfalls von der neuen Besitzerin übernommen.

Tina Klahr, die sich als Perfektionisten sieht, hat aber auch einige Veränderungen vorgenommen. Zum Beispiel wurde die Beleuchtung in den Bädern optimiert. Urlauber können sich mit ihren Handys nun ins Wlan-Netz einloggen. Ebenso bekam der Rezeptionsbereich eine neue Optik. Wichtig war ihr, dass alle Arbeiten, die hier ausgeführt wurden, von Betrieben aus der Umgebung erledigt werden. „Kissen, Decken, Website, Texte, Logo: Viele Gewerke, die hier gewirkt haben, stammen aus einem Umkreis von zehn Kilometern“, so Tina Klahr.

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