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Rügen Tino Eisbrenner liest und singt in Friedensmission
Vorpommern Rügen Tino Eisbrenner liest und singt in Friedensmission
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09:31 11.06.2019
Sänger, Musiker und Autor Tino Eisbrenner las aus seinem Buch „Das Lied vom Frieden – Reisebilder eines Songpoeten“. Quelle: Gerit Herold
Prora

Es waren zwei Tage voller interessierter und herzlicher Gespräche zwischen Autoren, Verlegern, Illustratoren und Lesern. Am Pfingstwochenende drehte sich bei der 2. Rügener Buchmesse „Buch und Baum“ im Naturerbe Zentrum Rügen im Binzer Ortsteil Prora alles um Literatur. Etwa 45 Autoren und Verlage aus ganz Deutschland – vom Rostocker Hinstorff Verlag bis zu Schriften des Schulvereins des EMA-Gymnasiums Bergen – präsentierten einen bunten Mix an Lesestoff: Kinderbücher, regionale und maritime Literatur, Romane, Krimis, Fantasie, Gedichte, in Handarbeit produzierte Bücher, Kalender und Postkarten - für jeden Lektüregeschmack war etwas an den vielen Ständen zu entdecken. Daneben gab es eine Reihe von Lesungen.

Zu einem literarisch-musikalischen Vortrag lud Sänger, Musiker und Autor Tino Eisbrenner am Sonnabend zwei Stunden lang ein. Eisbrenner, den das Lied „Ich beobachte Dich“ mit der Band „Jessica“ in der DDR bekannt gemacht hatte, las in gleichermaßen amüsanter wie nachdenklicher Art aus seinem Buch „Das Lied vom Frieden – Reisebilder eines Songpoeten“. Dazu sang er seine deutschen Versionen russischer Bardensongs wie Wyssozkis „Lied vom Freund“. Die Botschaft: Frieden mit Russland.

Viele Aussteller zeigten sich angetan vom schönen Standort der Messe direkt am Baumwipfelpfad sowie von der guten Organisation. Diese lag wie schon bei der Premiere vor zwei Jahren mit rund 3000 Besuchern in den Händen der Rügener Autorin und Verlegerin Janet Lindemann (jetzt Stralsund) und des freien Autors Dr. Frank Meierewert (Binz).

Martina Rellin,ehemalige Chefredakteurin vom „Magazin“ und Bestseller-Autorin kommt auch 2021 wieder zur Messe nach Rügen. Quelle: Gerit Herold

Das erste Mal dabei und begeistert war Martina Rellin, ehemalige Chefredakteurin der Kultur-Zeitschrift „Das Magazin“: „Die Buchmesse ist ein Aushängeschild für Binz und Rügen und die Buchbranche.“ Die in Oybin im Herzen des Zittauer Gebirges lebende Bestseller-Autorin („Klar bin ich eine Ost-Frau!”), die großer Sassnitz-Fan ist, war quasi vom anderen Ende der B96 angereist. Anders als bei großen Messen, sei auf Rügen viel Zeit für Gespräche gewesen, befand Marina Rellin. „Das Publikum, darunter sehr viele Urlauber, ist sehr interessiert.“ Viele hätten sich gezielt das Programm angeschaut. Die 1962 in Hamburg geborene Journalistin bot auch Mini-Schreibkurse an und las am Freitag in Binz aus ihrem Buch „Göttergatten“. „Schreiben ist das geheime Hobby der Deutschen, aber es schwingt viel Unsicherheit mit, weil der Respekt vor dem Geschriebenen sehr groß ist“, weiß Rellin.

Dr. Walter Lambrecht präsentierte seinen noch jungen Möwenort Verlag Zingst. Quelle: Gerit Herold

Am Ende der Buch-Schau zeigte sich Janet Lindemann glücklich: „Es war ein sehr schönes Zusammenspiel zwischen allen Beteiligten. Die Atmosphäre war sehr herzlich, sehr harmonisch. Die Besucher haben die schöne Stimmung gelobt. Verleger und Autoren haben sich sehr viel Zeit genommen für Gespräche.“ Die Aussteller hätten teilweise sehr lange Anfahrtswege von über 800 Kilometern gehabt und ihren Aufenthalt mit einem Inselurlaub verbunden.

Autorin und Verlegrin Dorothea Flechsig. Quelle: Gerit Herold

So auch Dorothea Flechsig aus Brandenburg. Die Autorin und Leiterin des Glückschuh Verlages aus Falkensee schreibt Kinderbücher über Natur- und Umweltthemen und veranstaltet Lesungen an Schulen. Die Messeteilnahme nutzt die 50-Jährige auch, um Rügen zu erkunden. „Eine Fahrt mit dem Roland, Ausflüge nach Binz und zum Sandskulpturenfestival sind geplant“, so die Brandenburgerin.

Das erste Mal dabei war Karim Pieritz aus Berlin. Quelle: Gerit Herold

 

Am Rande etwas von der Insel sehen, möchte auch Karim Pieritz, der mit seiner Familie anreiste. Der 48-jährige IT-Administrator, der beim Rundfunk Berlin-Brandenburg arbeitet, hat seine Leidenschaft zum Schreiben schon als Kind entdeckt, das Talent aber vernachlässigt. Als sein Sohn vier Jahre alt war, fing er an, ihm selbst ausgedachte Geschichten zu erzählen. „Dinos, Drachen und Schurken mussten natürlich dabei sein“, lacht der Berliner. Daraus wurde die Reihe „Leuchtturm der Abenteuer“, für die er nach Absagen von Verlagen schließlich seinen eigenen gründete. „Das war zuerst ein steiniger Weg, aber jetzt läuft es gut, meine Bücher sind im Buchhandel“, so Pieritz. Dazu gehören auch eine Jugendbuch- und eine Krimi-Reihe.

Der Binzer Bürgermeister Karsten Schneider schaute am Sonntag vorbei und paluderte ausführlich mit den Ausstellern. „Das hat die Teilnehmer sehr beeindruckt. Da einige Autoren mit Prora-Büchern anwesend waren, haben sie gleich die Gelegenheit genutzt, um ihm Fragen zu aktuellen Themen zu stellen“, so Janet Lindemann.

Herz und Kopf der Rügener Buchmesse: Die Autoren Janet Lindemann (Inselkinder Verlag) und Dr. Frank Meierewert. Quelle: Gerit Herold

Einige Aussteller hätten sich noch mehr Resonanz gewünscht, die Besucherzahlen lagen in etwa so wie vor zwei Jahren. „Das schöne Wetter hat viele ins Freie gelockt und es gab sehr viele Veranstaltungen am Wochenende. Viele Besucher kamen ganz gezielt zu einigen Verlagen, einige waren sehr daran interessiert daran, was es an Literatur in unserer Region gibt. Im Nachhinein möchten wir nun mit den Ausstellern gemeinsam schauen, was sehr gut gelaufen ist und was noch verbessert werden könnte“, resümiert Janet Lindemann. Klar ist jetzt schon: Die nächste Rügener Buchmesse findet 2021 statt.

Viele Besucher kamen mit den Ausstellern ins Gespräch.

Gerit Herold

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