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Rügen Trotz Streit um Wahl neuer Bürgermeister in Göhren vereidigt
Vorpommern Rügen Trotz Streit um Wahl neuer Bürgermeister in Göhren vereidigt
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17:16 25.06.2019
Göhren aus der Luft: Es ist nach Binz und Sellin das drittgröße Ostseebad der Insel Rügen. Quelle: Kurverwaltung Göhren
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Göhren

Torsten Döring (SPD), der neue Bürgermeister von Göhren, wurde trotz des Verdachts von Wahlbetrug auf der konstituierenden Sitzung am Montagabend vereidigt worden. Laut Wahlleiter Arne Fründt gebe es keine Anhaltspunkte für einen Wahlbetrug. Grund seien widersprüchliche Aussagen von Zeugen sowie des unterlegenen Bürgermeisterkandidaten Markus Pigard.

Torsten Döring hatte die Wahl am 26. Mai mit 53,27 Prozent der Stimmen gewonnen. Pigard wirft ihm vor, Wahlunterlagen, die Bürger wohl irrtümlich in einen Briefkasten der Kurverwaltung Göhren geworfen hatten, herausgefischt, geöffnet und dann ins Wahlbüro gebracht zu haben. Laut Polizei soll ein anderer Mann die Wahlbriefe aus dem Briefkasten geholt und an Döring übergeben haben, der daher nur als Zeuge befragt werde.

Keinen Grund für Neuwahlen

Markus Pigard hatte sich nach der Bürgermeisterwahl mit der Bitte um Mithilfe bei der Aufklärung an den Landrat des Kreises gewandt. Zudem habe er Strafanzeige bei der Polizei gestellt. Auf sein Schreiben an den Wahlleiter des Amtes Mönchgut Granitz habe er bisher keine Reaktion erhalten. Fründt sagte, die Frist dafür ende erst am Mittwoch. Wenn die Ermittlungen der Kriminalpolizei den Verdacht bestätigen würden, müsse ein Verfahren eingeleitet werden. Derzeit aber gelte die Unschuldsvermutung. Er sehe deshalb keinen Grund für Neuwahlen.

Fast 70 Einwohner sind zur konstituierenden Sitzung gekommen. Sein Vorgänger Wolfgang Pester (parteilos) vereidigte unter Applaus aus dem Publikum seinen Nachfolger. „Vielen Dank. Ich wünsche mir, dass Sie mein Mentor werden“, sagte Döring. Seine beiden Stellvertreter sind Olaf Neugebauer (Bürger für Göhren) und Bernd Gums (CDU).

Neue Mitglieder in den Ausschüssen

Die neue Legislaturperiode im Ostseebad unter der Führung von Torsten Döring verlief allerdings schleppend. Es gab Ungereimtheiten bei der Besetzung der Ausschüsse. Für den Fachausschuss für Finanzen und Tourismus wurden folgende Vertreter nominiert: Klaus Möller (Einzelbewerber), Herbert Dobelstein (CDU), Gesche Krohn (Bürger für Göhren), Nadine Förster (BfG), Antje Lipp (SPD) und Bernd Gums (CDU). Da Klaus Möller zuvor nicht gefragt worden sei, zog er seine Personalie zurück. An seiner Stelle rückt jetzt Döring in den Ausschuss. Gleiches Bild bei der Besetzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung/Bau/Verkehr und Umwelt. Edwin Kopplin (SPD), Wolfgang Müller (BfG) und Bernd Elgeti (CDU) standen zur Wahl. „Auch mit mir hat vorher niemand gesprochen“, sagte Kopplin. Seine Stelle bleibt vorerst unbesetzt und wird demnächst neu entschieden.

Für den Ausschuss für Schule, Sport, Senioren und Soziales wurden Bernd Elgeti, Edwin Kopplin und Olaf Neugebauer (BfG) vorgeschlagen. Auch hier zog Kopplin seine Nominierung zurück. Der Bürgermeister besetzt nun diese offene Stelle. In den Rechnungsprüfungsausschuss wurden Bernd Gums, Gesche Krohn und Antje Lipp gewählt. Im Amtsausschuss werden neben dem Bürgermeister Herbert Dobelstein und Gesche Krohn die Gemeinde vertreten. Als Vertreter im Kommunalen Anteilseignerverband Ostseeküste der EON edis AG wurden der Amtierende Leiter des Amtes Arne Fründt und Erik Andreas vom Bauamt gewählt. Edwin Kopplin nimmt zudem künftig an den Verbandversammlungen des Wasser- und Bodenverbands „Rügen“ teil.

„Freue mich auf konstruktive Zusammenarbeit“

„Mit dieser Vereidigung haben wir für die nächsten fünf Jahre eine verantwortungsvolle Aufgabe für unsere Gemeinde übertragen bekommen. Ich wünsche Ihnen bei der Bewältigung dieser verantwortungsvollen Aufgabe viel Kraft, Erfolg und eine glückliche Hand bei all Ihren Entscheidungen“, richtete der Bürgermeister die Worte an die Gemeindevertreter. Er freue sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit aller, „die sich für das Gemeindewohl unserer Gemeinde einsetzen wollen“. Man solle schnell zu einer ergebnisorientierten Arbeit zurückkehren, „damit Wahlaussagen nicht nur Aussagen bleiben“.

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Mathias Otto

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