Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Verkehrsgesellschaft soll halbe Million Euro zahlen
Vorpommern Rügen Verkehrsgesellschaft soll halbe Million Euro zahlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:16 08.07.2017
Nach seiner Kündigung vor vier Jahren hatte Rolf Rümper (hier ein Archiv-Foto) die Insel in Richtung seiner Heimatstadt Bremen verlassen. Seither prozessierte der ehemalige Geschäftsführer gegen seinen Arbeitgeber. Nun zeichnet sich ein Vergleich ab. Quelle: Foto: Rpnv
Anzeige
Bergen/Rostock

Das wird richtig teuer für den Verkehrsbetrieb des Landkreises. Mit einem Vergleich „unter Widerrufsvorbehalt“ endete nun die Berufungsverhandlung zwischen der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) und dem vor vier Jahren fristlos gekündigten ehemaligen Geschäftsführer der damaligen Rügener Personennahverkehrs GmbH (RPNV), Rolf Rümper, vor dem Landesarbeitsgericht in Rostock. Danach soll Rümper OZ-Informationen zufolge eine halbe Million Euro erhalten, wenn der ehemalige Arbeitgeber dem Vergleich nicht binnen drei Wochen widerspricht. Im Fall eines Widerspruchs würde das Gericht die Entscheidung treffen. In diesem Fall könnte gar eine Zahlung von bis zu 700000 Euro auf die VVR zukommen.

Das Verfahren

Im November 2013 rief Landrat Ralf Drescher den damaligen Geschäftsführer des RPNV wegen angeblicher „Pflichtverletzungen“ ab.

Mitte Dezember 2013 beschloss der Kreistag den umstrittenen Entwurf eines Nahverkehrsplans.

Im Mai 2016 gewann Rümper den Prozess vor dem Stralsunder Arbeitsgericht. Der Landkreis ging in Berufung.

Rümper hatte bereits das Verfahren in der ersten Instanz vor dem Stralsunder Landgericht im Mai vergangenen Jahres gewonnen (die OZ berichtete). Eine Berufung hatte Prozessbeobachtern schon damals als wenig aussichtsreich gegolten. Die Kreistagsabgeordnete Karin Breitenfeldt (Linke) hatte daher seinerzeit in einer Anfrage von Landrat Ralf Drescher (CDU) wissen wollen, wer für die Zahlung aufkommen müsse. Hintergrund der Frage war auch der Umstand, dass Drescher die Abberufung und spätere Kündigung von Rümper in seiner Funktion als Vertreter des alleinigen Gesellschafters, des Landkreises, vorgenommen hatte und nicht als Landrat. Haften müsse somit nun die Verkehrsgesellschaft, habe die Antwort des Landrats gelautet. Die habe bereits Rückstellungen für den Fall der Prozessniederlage in der zu erwartenden Höhe gebildet.

„Wir haben Herrn Rümper immer als fachlich versierten und persönlich verlässlichen Vertreter des Nahverkehrs kennengelernt“, so Breitenfeldt, eine enge Vertraute der ehemaligen Landrätin Kerstin Kassner (Linke). „Deswegen finde ich es schön, dass seine durch die Kündigung zu unrecht beschädigte gute Reputation wiederhergestellt ist.“ Zum Anderen sei indes bedauerlich, dass nun „erhebliche Kosten“auf die VVR zukämen, die am Ende des Tages womöglich über die Fahrpreise wieder hereingeholt werden sollen.

Diese Sorge dürften Geschäftsführung und Betriebsrat des Unternehmens teilen, denn eine weitere Erhöhung der Entgelte für die Beförderung könnte Kunden abschrecken. Schon ist daher zu hören, dass das Arbeitnehmergremium auf der kommenden Sitzung des Aufsichtsrates die Frage stellen könnte, warum die VVR für den Schaden aufkommen muss, obwohl die Kündigung durch die Gesellschafter ausgesprochen wurde.

Bereits durch die unlängst vom Kreistag beschlossen Streichung der freiwilligen Zahlung der Schülerbeförderung auch zur örtlich nicht zuständigen Schule wird eine Einnahmequelle unsicher. Die lag mit einer Höhe von rund 800000 Euro etwas oberhalb der Kosten, die nun auf die VVR zukommen könnten. Es gilt nicht als ausgemacht, dass die Lücke in vollem Umfang künftig von den Eltern der betroffenen Kinder gefüllt wird.

Vor diesem Hintergrund dürfte es keine reine Formsache für Lothar Großklaus werden, den Aufsichtsrat auf dessen Sitzung am 13. Juli für eine Zustimmung zu dem von ihm dem ausgehandelten Vergleich zu überzeugen. Die Frist zum Widerspruch wird am 25. Juli enden.

Uwe Driest

Mehr zum Thema

Die Gebührensatzung der Stadt Grevesmühlen für Vereine ist erneut Thema in den Ausschüssen. Hintergrund ist ein Antrag der CDU-Fraktion. Die Verwaltung solle prüfen, inwieweit es Vereinen ermöglicht werden könne, Veranstaltungsräume mietfrei zu nutzen. Nach der Sommerpause wird das Thema beraten.

07.07.2017

Viele Ideen für ein neues Konzept: Event-Meile, Strandbar, Catering für Hochzeitspaare

07.07.2017

Ein bisschen Unterstützung beim Treten wünscht sich wohl jeder Radfahrer manchmal. Wer sein Fahrrad mit einem Motor nachrüsten möchte, sollte sich Rat vom Fachmann holen. Die Entscheidung für oder gegen den Antriebseinbau hängt aber von vielen Faktoren ab.

07.07.2017

Der ehemalige RPNV-Geschäftsführer Rolf Rümper erreicht einen Vergleich im Berufungsverfahren.

08.07.2017

Park ist verwildert / Gutshaus wurde abgerissen

07.07.2017

Dagmar Eulitz ist jahrelang mit dem Motorrad nach Hamburg zur Arbeit gefahren. Jetzt genießt sie ihren Ruhestand.

07.07.2017