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Rügen Vollsperrung am Königsstuhl: Nur Wanderer und Radfahrer kommen durch
Vorpommern Rügen

Vollsperrung am Königsstuhl: Nur Wanderer und Radfahrer kommen durch

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19:22 13.01.2020
Mitarbeiterin Franziska Trommer freut sich über Wanderer und Radfahrer, die während der Vollsperrung das Nationalpark-Zentrum besuchen. Quelle: Mathias Otto
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Sassnitz

Am 13. Januar rollte der vorerst letzte Bus vom Parkplatz Hagen in Richtung Königsstuhl. Wegen Arbeiten am Asphalt bleibt die einzige Straße, die zum Königsstuhl führt, ab 14. Januar voll gesperrt. Eineinhalb Wochen werden Arbeiter und Baustellenfahrzeuge die Straße komplett in Besitz nehmen.

Wer die raue Luft und einen Blick auf die Ostsee von der Aussichtsplattform dennoch nicht verpassen möchte, muss seine Wanderschuhe schnüren oder mit dem Fahrrad durch den Nationalpark fahren. Dies sind bis zum 22. Januar temporär die einzigen Möglichkeiten, das Nationalpark-Zentrum zu erreichen.

Nach Aufhebung der Vollsperrung tritt wieder die derzeitige Regelung in Kraft. Sie lautet: Linie 19: Bushaltestelle „Königsstuhl“. Von dort ist ein beschilderter Weg zum Königsstuhl ausgewiesen. Dieser ist aber bautechnisch bedingt nur eingeschränkt für Rollstühle, Gehhilfen und Kinderwagen ausgelegt.

Provisorischer Pfad zum Königsstuhl

Der Busfahrer der Linie 19 sammelte am Montag vereinzelt Leute am Parkplatz Hagen ein und chauffierte sie zum provisorischen Halt knapp 600 Meter vor dem Zentrum. Die Arbeiter der Firmen aus Grimmen und Sagard hatten die Einfahrt mit einem Bauzaun gesperrt.

Ausnahme: die Linie 19. Sie durfte zweimal pro Stunde den Weg noch befahren. Nur in Schrittgeschwindigkeit war es an schmalen Stellen möglich, an Baustellenfahrzeuge vorbeizukommen.

Oben angekommen, mussten die Besucher durch den Wald ausweichen. Für die letzten 600 Meter bis zum Nationalpark-Zentrum wurde ein provisorischer Pfad angelegt. „Dieser Weg war enorm wichtig für die Gäste. Er ist im Zuge der Bauarbeiten die einzige Möglichkeit, von der Bushaltestelle zu uns zu kommen“, sagt der Dezernent des Nationalparks Jasmund, Ingolf Stodian.

Wenn die Arbeiten beendet sind und der neue Gehweg entlang der Straße bis zum Nationalpark-Zentrum führt, wird dieser Wanderweg zurückgebaut. „Es wäre ohnehin schwierig gewesen, diesen zu erhalten. Darunter befindet sich Kreide, Regenwasser kann hier nicht versickern“, sagt er. Aus diesem Grund haben Mitarbeiter die matschigen Stellen mit Hackschnitzeln ausgebessert. Der Dezernent lobt in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Baufirmen. „Jede Woche gab es Bauberatungen, bei denen wir mitgewirkt haben. Viele Unklarheiten konnten dadurch schnell beseitigt werden. Es war im Sinne aller, die Baumaßnahme nicht in die Länge zu ziehen“, sagt er.

Mitarbeiter nehmen Sperrung gelassen

Nicht nur die Besucher, auch die Mitarbeiter mussten ihre Fahrzeuge auf dem Parkplatz in Hagen abstellen und wurden mit einem Kleinbus bis zur provisorischen Haltestelle gebracht. „Augen zu und durch. Aber die Bewegung zwischendurch ist eine Abwechslung“, sagt Franziska Trommer.

Die Sprecherin vom Nationalpark sowie ihre Kollegen müssen in den nächsten zwei Wochen aber nicht den kompletten Weg wandern oder mit dem Rad fahren. „Wir haben viele Mitarbeiter, die täglich zum Königsstuhl fahren müssen. Für sie haben wir in dieser Zeit einen provisorischen Parkplatz in Ranzow eingerichtet. Von dort bringt sie ein Shuttlebus fast bis direkt zur Arbeitsstelle“, so Ingolf Stodian.

Da der Januar einer der ruhigen Monate im Jahr ist, gehen die Mitarbeiter gelassen mit der Vollsperrung um. „Wir haben trotz der Einschränkungen durchgehend geöffnet und freuen uns über jeden Besucher, der uns erreicht“, sagt Franziska Trommer und macht auf Neuigkeiten im Hause aufmerksam. Zum einen auf die Sonderausstellung „Moor muss nass!“ der renommierten Michael-Succow-Stiftung und dem Greifswalder Moor Centrum im Nationalpark-Zentrum, die Anfang Januar eröffnet und bis Ende März im Kreidesaal zu sehen ist.

„Die Kinderkurzführungen, die bisher nur saisonal angeboten wurden, finden bei uns nun täglich statt. Führungen zu den Aquarien wird es jetzt zweimal pro Woche geben, immer dienstags, sowie donnerstags mit Fütterung der Meeresbewohner“, sagt sie.

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Von Mathias Otto

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