Dranske-Hof - Vom alten Gut ist kaum etwas zu sehen – OZ - Ostsee-Zeitung
Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Vom alten Gut ist kaum etwas zu sehen
Vorpommern Rügen Vom alten Gut ist kaum etwas zu sehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 07.07.2017
Anzeige
Dranske-Hof

Wenige hundert Meter nördlich von Dranske liegt Dranske-Hof mit seinen 13 Einwohnern. Anders als die umliegenden Dörfer ist die Siedlung eine relativ junge Ortschaft. Wahrscheinlich ist der Gutsweiler Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden, 1766 wurde er erstmals erwähnt. Gleichwohl ist es gut möglich, dass sich hier vor tausenden Jahren eine Menge Fischer, Jäger und Sammler mitsamt ihren Sippen getummelt haben, denn in der Steinzeit war auch die damalige Insel Wittow dicht besiedelt.

In der Neuzeit war Dranske-Hof zunächst in staatlichem Besitz, ein Domänenvorwerk also, das 1866 an die Herren von der Lancken verkauft wurde. Dieses alte Rügener Adelsgeschlecht hatte sich seit 1316 auf Wittow wie auf ganz Rügen Grundbesitz angeeignet. Drei Ortschaften – Lancken-Granitz, Lancken bei Sassnitz und Lancken auf Wittow – tragen noch heute den Namen der Familie, die ihre Ländereien aber am Ende der Preußenzeit größtenteils wieder verkaufen musste. So ging Dranske-Hof ebenso wie später das Gut Lancken ab 1922 in die Hände von Carl Klinke über. Der war nun auch im Besitz des um 1820 erbauten Gutshauses. Zu dem Ensemble gehörten Stall, Scheune und heute verwilderter Gutspark sowie einige Katen für die Landarbeiter.

Klinke machte 1935/36 das Geschäft seines Lebens, als er einen Teil des zum Gut Dranske-Hof gehörenden Landes als Baugelände zur Verfügung stellte. Danach wurde das Dorf Dranske rigoros geräumt, die Häuser wurden abgerissen, um einer Wohnsiedlung für die Familien der Soldaten auf dem Seefliegerhorst Bug Platz zu machen. 1945 wurde Carl Klinke verhaftet und in das von der russischen Geheimpolizei betriebene „Speziallager Nr. 9 Fünfeichen“ bei Neubrandenburg gebracht, wo er 1947 ums Leben kam. Das Gutshaus wurde Ende der sechziger Jahre wegen Baufälligkeit abgerissen. Nur ein Gebäude der Anlage steht noch. Die Inschrift an dem Haus „C.K. 1923“ zeugt noch vom Baujahr und einstigen Besitzer.

OZ

Mehr zum Thema
Stadtmitte - Die Korbgeber-Firma

Das Rostocker Start-up Cadilio verhilft einem etwas angestaubten Präsent zu neuem Glanz

03.07.2017

Graffitikünstler Enrico Pense gestaltet die Fassade des Schafstalles im Grimmener Heimattierpark. Statt tristem Grau schmücken jetzt - pünktlich zum Tierparkjubiläum in dieser Woche - verschiedene Tierparkbewohner die Fassade zur Straße. Sie sollen Besucher in die Einrichtung locken.

04.07.2017

Mit Diabetes musste Angelika Hukal ihr Leben komplett umkrempeln / Die 67-Jährige aus Everstorf ist nun unter die Autoren gegangen

05.07.2017
07.07.2017
07.07.2017