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Rügen Von Magie und Machtgier auf Rügen
Vorpommern Rügen Von Magie und Machtgier auf Rügen
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15:23 01.07.2019
Gabi und Heiko Wieczorek legten mit „Reise in die Vergangenheit“ den ersten Band ihrer vierteiligen Rügen-Saga vor. Quelle: Uwe Driest
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Moordorf

Gabi und Heiko Wieczorek sind ein umtriebiges Paar, dem es neben der beruflichen Tätigkeit nicht ausreicht, seine freie Zeit auf der sommerlichen Terrasse oder vor dem winterlichen Kamin zu verbringen. Heiko Wieczorek fuhr früher zur See und die ist auch heute noch das Steckenpferd des ehemaligen Marineoffiziers und Ingenieurs. Gabi Wieczorek, gelernte Buchhalterin, absolvierte eine Ausbildung zur „Phytotherapeutin“ und betreibt auf dem heimischen Grundstück in Moordorf den „Kräuterhof Rügen“. Dort gibt sie neben Kursen in Pflanzen- und Kräuterkunde auch Bücher zum Thema im eigenen Verlag „Kräuter und Mehr“ heraus. Das ist einer der beiden Faktoren, die das Paar zu ihrem jüngsten Vorhaben bewegen sollten. Der Zweite ist ihr Faible für alles, was mit dem Mittelalter zusammenhängt. Die Wieczoreks veranstalten einmal im Jahr ein Mittelalterfest für Verwandte, Freunde und Bekannte in Moordorf.

„Als wir wieder einmal bei Rotwein über mögliche neue Unternehmungen nachsannen, kamen wir auf die Idee zu einer auf Rügen handelnden Familien-Saga“, erzählt Gabi Wieczorek. Das sollte zwar ein dickes Brett werden, aber die Wieczoreks nahmen sich sechs Jahre Zeit für ihre Quadrologie. Nun liegt mit „Reise in die Vergangenheit“ der erste Teil des in großen Teilen fiktiven Romans vor, der jedoch auf historischen Tatsachen beruht. „Bei Ausgangsidee und Rahmenhandlung ließen wir uns von Aufzeichnungen des Volkskundlers Alfred Haas inspirieren“, sagt Heiko Wieczorek. Der 1860 in Bergen geborene Haas gilt als der bedeutendste Sagensammler Vorpommerns. Er besuchte das Pädagogium in Putbus, wurde Gymnasial-Lehrer in Stettin und Mitherausgeber der „Blätter für Pommersche Volkskunde“. 1944 zog er wieder in seine Geburtsstadt Bergen, wo er sechs Jahre später starb. Haas hatte als junger Mann im Ritterschaftlichen Archiv Rügen Angaben über den Fall der sechsfachen Mutter Anna Gowe aus Pansevitz gefunden, welcher in Stralsund der Hexenprozess gemacht wurde.

Interesse für die Geschichte der norddeutschen Heimat

„Wir wollten ein Lesevergnügen schaffen, das sich auf Geschichte und Kultur unserer Region bezieht“, sagt Heiko Wieczorek. „Krimis, in denen die Orte austauschbar sind, gibt es schon genug.“ So beginnt die Romanhandlung am 15. März 1607 im Gutshaus von Pansevitz, von dem heute nur noch eine Ruine zu sehen ist. Andere Schauplätze sind die Jaromarsburg von Arkona oder das Bergener Kloster, das durch einen unterirdischen Tunnel mit Amtsgericht und Landratsamt verbunden ist. Auch die Hansestadt mit dem Gefängnis am Kütertor und dem Pranger am Alten Markt spielt eine Rolle, auf dem 1393 Bürgermeister Karsten Sarnow hingerichtet wurde. Die Handlung des Romans wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart und beschreibt dabei auch Reibungen zwischen „Urbevölkerung“ und Zugezogenen oder Einheimischen und Touristen.

Der Klappentext soll den Leser für die Handlung interessieren. „Hannah Wiele aus Pansevitz hat ein Geheimnis. Doch nicht nur sie allein weiß davon. Als ihre Tochter nach über 30 Jahren wieder auftaucht und kurz danach ihre Enkelin verschwindet, muss sie einen Entschluss fassen, der nicht nur sie allein in Gefahr bringt. Eine Suche beginnt, die weit in die Zeit zurückreicht und dabei ein höllisches Mordkomplott aufdeckt“, heißt es dort. „Wir hoffen, mit dem vorliegenden Buch ein wenig Interesse für die Geschichte unserer norddeutschen Heimat geweckt zu haben“, sagen Gabi und Heiko Wieczorek. Die Heimatliebe hat sich das Paar erarbeitet. Beide wurden 1970 in dieselbe Klasse im thüringischen Bad Langensalza eingeschult. Nachdem sich die Wege zwischenzeitlich schieden, führten sie das Paar in der neunten Klasse der Erweiterten Oberschule wieder zusammen und ein Jahr nach dem Abitur besiegelten Heiko und Gabi 1982 den Bund fürs Leben. 1985 zog das Paar nach Stralsund und vor zwanzig Jahren nach Moordorf.

Zweiter Teil erscheint Ende des Jahres

Alle Texte des vierteiligen Romans sind bereits fertig. Den ersten Band stellten sie druckfrisch auf der Rügener Buchmesse vor, das zweite soll zum Jahresende erscheinen. In „Der Grimoire“ geht dann die Rügensaga weiter. „Nachdem Hannah Wiele aus Pansevitz wieder mit ihrer Tochter und ihrer Enkelin glücklich vereint ist, zieht neues Unheil aus der Vergangenheit herauf. Der alte Putbusser versucht mit allen Mitteln, in den Besitz des geheimnisvollen Zauberbuchs der Ranen, dem Grimoire, zu kommen. Ein neues Abenteuer durch die Jahrhunderte beginnt.“

„Uns macht es einfach Spaß, unsere Zeit kreativ zu verbringen“, sagt Gabi Wieczorek. Das erhalte sie auch gesund. „Der beste Schutz vor Krankheiten sind Lebensfreude, gute Laune, die Freundschaft zu positiven Menschen und eine gewisse Gelassenheit manchen Dingen gegenüber.“

Uwe Driest

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