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Rügen Binz pflügt seine politische Landschaft um
Vorpommern Rügen Binz pflügt seine politische Landschaft um
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17:43 06.02.2019
Gründungsfoto aus dem Sommer 2013: Die Wählergemeinschaft „Pro-Binz“ hat sich nun aufgelöst. Quelle: OZ-Archiv/privat
Binz

Die einen kommen, die anderen gehen: Während sich im Ostseebad Binz mit der neugegründeten Wählergruppe „Aus der Mitte“ eine neue Kraft formiert, die zur Kommunalwahl am 26. Mai antreten will, verlässt die WählergemeinschaftPro-Binz“, zu der auch Bürgermeister Karsten Schneider gehört, die politische Bühne. Sie hat mit Wirkung vom 31. Januar ihre Auflösung bekannt gegeben. Die stärkste Fraktion im Binzer Parlament ist damit Geschichte. „In der vergangenen Wahlperiode ist es uns gelungen, kommunalpolitisch aktiv den Ort mitzugestalten. Wir bedanken uns bei allen, die uns in unserer Arbeit unterstützten“, informierte der Vorstand kurz und knapp. Für eine weitere Erklärung war für die OZ bisher niemand zu erreichen, Bürgermeister Karsten Schneider befindet sich derzeit im Urlaub.

Die Wählergemeinschaft Pro-Binz war im Jahr 2013 aus der Taufe gehoben worden. Ihr schloss sich auch der vorher parteilose Bürgermeister Karsten Schneider, seit 2011 im Amt, an. Pro-Binz hatte zur Kommunalwahl 2014 die meisten - 22 – Kandidaten ins Rennen geschickt und fuhr auf Schlag jede Menge Stimmen ein. Mit sechs von 17 Sitzen in der Gemeindevertretung stellte die Wählergruppe dann auch die größte Kraft und mit Heike Reetz die Gemeindevertretervorsteherin.

Die erste Zerreißprobe gab es dann Ende 2015, als Mario Kurowski offenbar nach Kritik an der Verwaltung aus den Reihen von „Pro-Binz“ ausgeschlossen wurde. Daraufhin verließen die Gründungsmitglieder und Gemeindevertreter Manuela und Dietrich Tomschin die Wählergemeinschaft und die Fraktion Pro-Binz. Seither bilden Tomschins als fraktionslose Gemeinderatsmitglieder eine Zählgemeinschaft mit der Wählerinitiative „Bürger für Binz“.

Seit Anfang dieses Jahres sind von den restlichen vier Pro-Binz-Mandatsträgern nur noch Heike Reetz und Silke Schneider übrig, nachdem auch Mario Böttcher und Jürgen Michalski ausgetreten waren und nun ebenfalls fraktionslos sind. Dennoch gehört Michalski jetzt der Wählergruppe „Aus der Mitte“ an. Im Jahre 2009 war er für die Wählerinitiative für Binz (WfB) zur Kommunalwahl angetreten, die sich vor drei Jahren umbenannte in „Bürger für Binz“ (BfB)

Die Wählergruppe „Aus der Mitte“ hat sich bereits im Dezember letzten Jahres aufgestellt. Treibende Kräfte waren hierbei Manuela und Dietrich Tomschin. Vorsitzender ist Wolfgang Buchhester. Der Binzer hatte von 2009 bis 2014 für die Wählergruppe „Förderkreis Binz“ im Gemeinderat gesessen, die sich danach auflöste.

„Wir heißen aus der Mitte, weil wir aus einer breiten Schicht, aus der gesellschaftlichen Mitte kommen und für diese auch Politik machen wollen. Mittlerweile sind wir 24 Mitglieder“, informiert Dietrich Tomschin. Mit dabei ist auch Birte Löhr, Generaldirektorin der Private Palace Hotels in Binz. Zum Bürgergespräch im Rugard-Strandhotel in der letzten Woche seien 60 interessierte Gäste gekommen.

Die neue Wählergruppe wolle die Bedürfnisse der Bürger in Binz und Prora stärker in den Mittelpunkt stellen und den Gemeinschaftssinn im Ort stärken. Die Politikverdrossenheit sei groß. Man wolle die Herausforderungen auf drei Ebenen angehen: Kultur und Natur bewahren, bürgernah sein und gemeinsam in die Zukunft aufbrechen. „Wir wollen ins Parlament einziehen, um Dinge zu verändern, die aus unserer Sicht falsch laufen“, so Tomschin.

Ein Problem sei zum Beispiel die geplante Marina in Prora. Diese müsse verhindert werden, weil sie ein Fiasko für die Umwelt darstelle. Auch wird mehr Bürgernähe innerhalb der Verwaltung gefordert. Zudem werde ein ausgewogenes Kulturprogramm für jedermann und nicht nur für Touristen vermisst. Daneben sind die Elektrobahnen im Ort ein Thema, die gegenüber den Dieselbussen wegen der Umweltbelastung favorisiert werden. Der Ausbau der Fahrrad- und Wanderwege, die Unterstützung der Gewerbetreibenden, Perspektiven für junge Leute und die Entwicklung von nachhaltigem Gesundheitstourismus sind weiter Punkte. Insgesamt 22 seien bislang herausgearbeitet worden, die in das Wahlprogramm einfließen werden.

Die Wählergruppe „Aus der Mitte“ pflege eine freundschaftliche Zusammenarbeit mit der BfB. Warum ist dann eine neue WG überhaupt notwendig gewesen statt ein Eintritt in die BfB? „Die Mehrheit von uns wollte eigenständig bleiben“, erklärt Dietrich Tomschin. Der Stamm der neuen Gruppe sei seinerzeit mitgekommen, als die TomschinsPro-Binz“ verließen und habe sich seither regelmäßig getroffen und besprochen.

Gerit Herold

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