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Rügen Wahl in Rügens Hafenstadt Sassnitz: Von Amtsfreiheit bis Markthalle
Vorpommern Rügen Wahl in Rügens Hafenstadt Sassnitz: Von Amtsfreiheit bis Markthalle
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16:44 11.03.2019
Bis zum 12. März werden die Unterlagen zur Kandidatur für einen Platz in der Stadtvertretung angenommen. Quelle: Dpa
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Sassnitz

Wer tritt im Mai in Sassnitz zur Kommunalwahl an? Bis zum 12. März müssen die Wahlvorschläge eingegangen sein. Doch bis zur letzten Minute wurde und wird offenbar an den Kandidatenlisten und den Wahlprogrammen gefeilt. Relativ früh hatte sich Die Linke in Sassnitz positioniert. „Unsere Politik berücksichtigt alle, die ausschließlich von ihrer Hände Arbeit leben müssen oder wollen“, heißt es im Wahlprogramm.

Die Linke setzt sich für die Amtsfreiheit ein

Bezahlbare und selbstbestimmte Freizeitgestaltung und die Vereinsarbeit sind ein wichtiger Schwerpunkt. Die Stadt soll amtsfrei bleiben und eine Perspektive als Berufsschulstandort haben. Außerdem wolle man sich für ein weltoffenes, tolerantes Sassnitz einsetzen. „Wir werden wieder mit einer offenen Liste antreten“, kündigte der Vorsitzende der Fraktion in der Stadtvertretung, Norbert Schult, auf OZ-Nachfrage an. Die Mehrzahl der Kandidaten sei parteilos. Neben dem Fraktionsvorsitzenden werden auch die bislang aktiven Stadtvertreter, wie Svea Lehmann, Dieter Neels, Else Lüdke oder Günther Mach auf der Liste stehen. Dorothea Holtz wird nicht erneut kandidieren. Zu den neuen Kandidaten zählt Uwe Dalski, der jahrelang für die Wirtschaftsförderung in der Stadt zuständig war sowie der Hotelier Hans-Jürgen Schimanski. Und auch ein altbekanntes Gesicht taucht wieder auf: Arno Tetzlaff war lange Jahre Mitglied des Gremiums. Zur vergangenen Kommunalwahl war der Mann, den Bürgermeister Frank Kracht seinerzeit als eines seiner Vorbilder in der Kommunalpolitik bezeichnete, nicht mehr angetreten. Jetzt wirft er seinen Hut wieder in den Ring. Er dürfte einer der ältesten Kandidaten sein - einer der jüngsten hingegen Matthias Klein. Der 33-Jährige war in dieser Wahlperiode schon als sachkundiger Einwohner für Die Linke/Offene Liste aktiv.

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Sozialdemokraten wollen Wohngebiete stärken

Ebenfalls 33 Jahre jung ist Peggy Thiel. Die parteilose junge Frau tritt für die Sozialdemokraten an. An deren Spitze stehen der aktuelle Fraktionsvorsitzende und Lehrer Norbert Benedict, der Stadtvertreter Karsten Käning und die parteilose Erzieherin Jördis Schluckner. Sie ist eine der fünf neuen Kandidaten, die sich auf der SPD-Liste um einen Platz in der Stadtvertretung bewerben. „Neulinge“ sind in dieser Hinsicht auch Helga Bienecke, Thomas Hoffmann, Peggy Thiel und mit Uwe Tiemann auch der Vorsitzende der SPD Rügen-Hiddensee. Kommunalpolitisch wollen die Sozialdemokraten den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Stärkung der Sassnitzer Wohngebiete legen, die von ihren Bewohnern auch geliebt werden sollten. Einen weiteren wichtigen Punkt in der Arbeit werden wie bisher Schule, Kindergarten sowie der Bereich Sport und Kultur bilden, erklärte Norbert Benedict.

Liberale plädieren für „mutige“ Entwicklungspolitik

Die wirtschaftliche und touristische Entwicklung des Stadthafens haben sich die Sassnitzer Liberalen auf die Fahnen geschrieben. „Das wird für uns ein wichtiger Punkt in unserer politischen Arbeit in der kommenden Wahlperiode sein“, kündigt der Ortsvorsitzende Stefan Satzel an. Er steht mittlerweile auch an der Spitze des Sassnitzer Gewerbevereins. Gemeinsam mit seinen Parteikollegen plädiert er für eine mutige Entwicklungspolitik in der Hafenstadt, um sie zu einem lebenswerten, modernen und familienfreundlichen Ort zu gestalten. „Dabei haben wir nicht zuletzt die Verbesserung der Sportanlagen und die Jugendförderung im Blick“, erklärt Satzel. Außer seinem Namen tauchen auch die des Stadtvertreters und Handwerkers Claas Buettler sowie des Bauunternehmers Olaf Perleberg auf der Liste auf. Der bisherige Stadtvertreter Peter Kordes wird nicht mehr für die FDP kandidieren.

Christdemokraten setzen sich für Bau einer Markthalle ein

Mit persönlicher Fachkompetenz wollen Sassnitz' Christdemokraten bei der Kommunalwahl punkten. Dabei konzentrieren sie sich auf drei Themenbereiche: auf das Konservative der Partei, auf das Soziale und Kulturelle sowie auf die Wirtschaft. Die einzelnen Schwerpunkte reichen vom Bewahren von Werten und Historie über die Stärkung von Familien und ehrenamtlichen Tätigkeiten bis hin zur weiteren Entwicklung der Hafenwirtschaft und des regionalen Handels und Handwerks. Letzteres will man unter anderem durch den Bau einer Markthalle forcieren. Der Bäckermeister und Stadtvertreter Nils Peters gehört zu denen, die sich in der Vergangenheit für dieses Projekt stark gemacht hatten. Er wird erneut für die Stadtvertretung kandidieren, ebenso wie der derzeitige Stadtpräsident und frühere Schulleiter Norbert Thomas, der CDU-Ortsvorsitzende Ingo Trusheim und dessen Stellvertreterin Christine Zillmer.

Seniorenwählergemeinschaft für besseren Nahverkehr

Auch die Seniorenwählergemeinschaft Sassnitz wird zu dieser Kommunalwahl wieder antreten. Auf den Spitzenplätzen kandidieren der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Gerd Slowy, sowie Hans-Dietmar Hoffmüller. Sie wollen sich nicht nur für die Belange der Senioren starkmachen, sondern die Zukunft der Stadt mit gestalten. Gleiche Versorgungsmöglichkeiten für alle Bürger, die Verbesserung des Angebots im öffentlichen Nahverkehr, der Schutz der Kleingärten und Grünanlagen sind Auszüge aus ihrem Wahlprogramm. Ilona Wünscher wird nicht mehr für die Seniorenwählergemeinschaft kandidieren. Die Stadtvertreterin hatte schon vor einigen Wochen ihren Rückzug angekündigt (die OZ berichtete). Wünscher ist derzeit in dem Gremium als Fraktionslose vertreten – wie auch Falko Gärtig. Der will sich auch in der kommenden Wahlperiode um einen Platz in der Stadtvertretung bewerben – diesmal als Einzelbewerber.

Einzelbewerber nimmt Sportanlagen ins Visier

Bei der vergangenen Kommunalwahl stand er noch auf der Liste der Alternativen Freien Wähler (AFW), überwarf sich aber im Zuge der konstituierenden Sitzung mit diesen. „Sportanlagen, Schulen und Kindergärten – das sind die Schwerpunkte für meine politische Arbeit“, sagt der Sportlehrer. Was die Sportstätten angehe, lägen in den Schubladen der Stadtverwaltung bereits geniale Projekte. „Die müssen wir gemeinsam endlich nach vorn bringen!“ Eine weitere dringende Aufgabe sieht er in der Gestaltung des Areals zwischen Wind- und Strandpromenade.

Die Alternative für Deutschland (AfD) geht mit fünf Kandidaten ins Rennen für die Kommunalwahl in Sassnitz. Dazu gehören Ronny Przedpelski, Ricarda Perleberg, René Jens, Thommy Thormann und Dirk Thormann.

Mit einer eigenen Liste werden auch die Alternative Freie Wählergemeinschaft (AFW) und die „Bürger für Vorpommern-Rügen“ in Sassnitz antreten. Beide wollten sich derzeit aber weder zu ihrem Wahlprogramm noch zu den möglichen Kandidaten äußern.

Maik Trettin

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