Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Wahldebakel für Bergens CDU
Vorpommern Rügen Wahldebakel für Bergens CDU
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 28.05.2019
Auszählung der Wahlzettel im Bergener Rathaus. Quelle: Uwe Driest
Anzeige
Bergen/Sassnitz

Die Bergener CDU-Fraktion muss herbe Verluste bei der Kommunalwahl hinnehmen. Gleich sieben Plätze verlieren sie in der Stadtvertretung. Große Freude indes beim Bergener Bündnis (BB). Sie gehen als großer Sieger aus der Wahl. Ebenso die Alternative für Deutschland (AfD), die als neue Partei im politischen Geschehen der Inselstadt mitmischen wird.

Am Abend zur Europa- und Kommunalwahl saßen die Mitglieder der CDU noch bei guter Laune im Hotel Kaufmannshof und haben die Auszählung der Stimmen verfolgt. Die dürfte aber spätestens vergangen sein, als nachts die ersten Ergebnisse aus den elf Wahllokalen veröffentlicht wurden. Gegen fünf Uhr stand fest: Die CDU muss Einbußen von 25,43 Prozent im Vergleich zur letzten Wahl hinnehmen und ist mit 21,85 Prozent und fünf statt 12 Sitzen nur noch zweitstärkste Partei. „Da gibt es nichts schönzureden, wir haben verloren. Und wir müssen diese Niederlage einräumen und nehmen das Ergebnis nachdenklich zur Kenntnis“, sagte ein enttäuschter Eike Bunge. Vor fünf Jahren hatte er die meisten Stimmen (1721) erhalten, jetzt waren es nur noch 393. Gestern gab es ein erstes Treffen der fünf gewählten Kandidaten. „Wir müssen jetzt analysieren, was wir falsch gemacht haben und demnach besser machen können“, sagt er. Die weiteren Stimmen haben Andrea Köster, Matthias Ewert, Torsten Zink und Sandra Köster erhalten.

Ähnliche Ratlosigkeit auch bei der SPD, die 7,05 Prozent der Stimmen (-8,12) holte. „Wir haben die Hälfte der Wähler verloren“, sagt Kristine Kasten. Die politische Großwetterlage habe aus ihrer Sicht eine entscheidende Rolle gespielt bei der Wahl. „Aber trotzdem, wir müssen die Entscheidung der Wähler zur Kenntnis nehmen. Was wir als Ziele für die Stadt formuliert haben, wollen wir jetzt auch umsetzen“, sagt sie. Neben Kristine Kasten nimmt Thomas Hirsch in der Stadtvertretung Platz.

Carmen Kannengießer ist hingegen überglücklich über den Wahlausgang. Vor fünf Jahren nannte sich ihre Gruppierung noch Bündnis für Rügen und ging mit 4,38 Prozent aus der Wahl. Jetzt ist das Bergener Bündnis mit 26,12 Prozent Spitzenreiter. „Wir sind sehr glücklich über dieses Ergebnis. Wir danken den Wählern, die bemerkt haben, dass wir immer gut vorbereitet in die Stadtvertretersitzungen gegangen sind“, sagt sie. Jetzt gehe es vor allem darum, das Vertrauen auch zurückzugeben. „Wir haben mit den Leuten in den Ortsteilen gesprochen. Sie stehen immer hinten an. Das soll sich ändern. Auch der Kontakt zu den Vereinen und Verbänden“, sagt sie und macht sich für eine intensivere Arbeit in den Ausschüssen stark.

Parteikollege Uwe Rühling ist Neuling im kommunalpolitischen Geschäft. Und er holte prompt die zweitmeisten Stimmen (1477) der Bergener Bürger. „Ich freue mich darüber. Dieses Ergebnis war nicht zu erwarten. Ich werde erst einmal ein paar Tage brauchen, um dies realisieren zu können“, sagt er. Gewählt wurden außerdem: Heinz Richter, Karl-Heinz Ratzke, Martina Siebeneicher, Jürgen Habben und Jan Sethlefs.

Die meisten Stimmen (2344) aus der Stadt holte sich Bundestagsabgeordnete Kerstin Kassner (Linke). Mit 20,67 Prozent und fünf Sitzen wurde ein ähnliches Resultat wie 2014 (20,29 Prozent) geholt. „Jetzt wollen wir natürlich so schnell wie möglich die Arbeit aufnehmen und auch Gespräche mit den anderen Fraktionen führen. Die Wähler stecken viel Vertrauen, aber auch Erwartungen in uns. Wir müssen jetzt zeigen, warum sie uns gewählt haben“, sagt sie. Peter Wendekamm, Christopf Zuberbier, André Schröder und René Kempe wurden ebenfalls gewählt.

Mit 12,25 Prozent zieht erstmals die AfD ins Bergener Stadtparlament ein. Thomas Naulin (1233 Stimmen) spricht von einem großen Erfolg. „Die Konkurrenz vor allem mit Persönlichkeiten der Stadt war enorm. Deshalb sind wir froh, dass wir mit drei Leuten vertreten sind“, sagt er. In den nächsten Tagen möchten die gewählten Stadtvertreter – darunter auch Christian Zorn und Olaf Kühn – die politische Arbeit aufnehmen. „Wir werden eine Fraktion bilden und sind bereit, mit allen Fraktionen zusammenzuarbeiten. Wichtig ist uns dabei, dass wir im Interesse der Bürger handeln“, so Thomas Naulin.

Außerdem gewählt wurden Sven Fröhlich (FDP), Matthies Knuth (Bergener Freie Wähler) und Einzelbewerber Raik Knüppel.

Verluste für die CDU auch in Sassnitz

In der Hafenstadt Sassnitz mussten die CDU (-10,2 Prozent) und die Linken (-9,7) die größten Verluste hinnehmen. Die SPD (-0,4) bleibt beim Wahlergebnis fast konstant zu den Wahlen vor fünf Jahren. Die AfD hat auch hier viel Zustimmung aus Bevölkerung erhalten und erreichte 14,4 Prozent bei der Abstimmung.

„Der Wähler hat so entschieden. Wir werden jetzt in unserer Fraktion beraten, zu den unterschiedlichen Parteien Kontakt aufnehmen und unserer weiteres Handeln im Interesse der Stadt und der Bürger ausrichten“, sagt Norbert Thomas (CDU). Für die CDU nehmen außerdem in der Stadtvertretersitzung Platz: Christine Zillmer, Matthias Müller und Nils Peters.

„Wir mussten mit diesem Ergebnis rechnen bei dieser Vielzahl an Bewerbern“, sagt Norbert Schult (Linke), „wir sind trotzdem Wahlsieger“. Zusammen mit seinen Mitgewählten Svea Lehmann, Else Lüdke und Uwe Dalski werde er alle politische Kraft für die Sassnitzer einsetzen.

Die SPD hat nur minimale Verluste erlitten. „Das liegt daran, dass wir die Politik für die Stadt und die Menschen gemacht haben“, sagt Norbert Benedict. Er hofft, dass durch die vier fast gleichstarken Parteien mehr konstruktive Politik in Sassnitz gemacht wird. „Wir müssen sehen: Was interessiert die Bürger.“ Für die SPD wurden auch gewählt: Karsten Käning und Jördis Schluckner.

Außerdem gewählt wurden: Ronny Przedpelski, Ricarda Perleberg und Dirk Thormann (AfD), Steffen Schröers und Helge Böttcher (Alternative Freie Wählergemeinschaft), Mirko Frost und Norbert Dahms (Bürger für Vorpommern-Rügen), Claas Buettler (FDP), Gerd Slowy (Seniorenwählergemeinschaft) und Einzelbewerber Falko Gärtig.

Von Mathias Otto

Seit Montag modellieren Künstler aus aller Welt den über 17 Meter hohen Sandberg. Das Prachtexemplar besteht aus über 9000 Tonnen Sand, der lediglich mit Wasser unter hohem Druck verdichtet wird. Stichtag für den Weltrekord-Versuch ist der 5. Juni.

28.05.2019

Beim Diebstahl von drei Bootsmotoren auf der Ostseeinsel Rügen ist ein Schaden von rund 30.000 Euro entstanden. Ersten Ermittlungen zufolge haben die Täter am Vereinshafen Rugenhof das Hafentor aufgebrochen und mehrere Boote losgeschnitten, wie die Wasserschutzpolizei am Montag mitteilte.

27.05.2019

In Rügener Gemeinden wurden Kommunalparlamente und Bürgermeister gewählt. Die OZ stellt die Resultate vom Wahlsonntag vor

28.05.2019