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Rügen Wasserversorgung: Droht eine Privatisierung?
Vorpommern Rügen Wasserversorgung: Droht eine Privatisierung?
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00:00 22.03.2013
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BergenNovum in Europa: Erstmals hat ein EU-Volksbegehren die notwendige Zahl von einer Million Unterschriften erreicht. Gesammelt hat sie die europaweite Bürgerinitiative „Wasser ist ein Menschenrecht — Right 2 Water“. Sie macht Front gegen die EU-Pläne, das Vergaberecht für Dienstleistungskonzessionen zu erneuern. Befürchtet wird eine Privatisierungswelle auch bei der Wasserversorgung. OZ sprach aus Anlass des Weltwassertages, der heute begangen wird, mit Reinhard Litty, stellvertretender Geschäftsführer des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (ZWAR).

OSTSEE-ZEITUNG: Müssen die Insulaner fürchten, dass Wasser auch für sie unbezahlbar wird, wenn die EU-Pläne umgesetzt werden?

Litty: Wasser wird für die Insulaner kein Luxusgut. Selbst wenn die Richtlinie so umgesetzt wird, wie sie die EU-Kommission vorgeschlagen hat, müssen die Rüganer keine Privatisierung fürchten.

OZ: Was macht Sie da so sicher?

Litty: Unser Modell. Wir haben mit der Gründung des Zweckverbandes genau das richtige gewählt. Mit dem Verband ist die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung komplett in kommunaler Hand. Die Gefahr einer möglichen Privatisierung besteht durch die neue EU-Richtlinie nur dort, wo das nicht der Fall ist, also da, wo es schon heute eine private Beteiligung am Versorgungsunternehmen gibt.

Dort soll öffentlich ausgeschrieben werden. Genau das schürt Ängste, dass Konzerne groß ins Geschäft einsteigen könnten und an der Preisspirale drehen.

OZ: Gibt es in Vorpommern-Rügen überhaupt Kommunen, denen das droht?

Litty: In unserem Landkreis nicht. Aber es gibt deutschlandweit rund 400 Stadtwerke mit privater Beteiligung. Da droht die Ausschreibungspflicht. In MV trifft das zum Beispiel in Rostock zu. In anderen Ländern Europas wie beispielsweise Großbritannien ist die Wasserversorgung fast komplett privatisiert. Ich bin selbst dort gewesen und habe die Auswirkungen kennengelernt: Das Leitungsnetz ist teilweise marode, die Wasserqualität schlecht, trotzdem muss dafür viel bezahlt werden.

OZ: Stichwort Qualität: Der Winter hält sich hartnäckig. Bremst er auch den Zwar bei Investitionsvorhaben aus?

Litty: Dass uns die Witterungsbedingungen zusetzen, ist ja unmittelbar vor der Haustür unserer Zentrale an der Putbusser Chaussee zu sehen. Dort lassen wir im Auftrag der Stadt Bergen durch eine Firma neue Leitungen verlegen, um die gesamte südliche Altstadt in der Folge anschließen zu können. Immer wieder kommen die Arbeiten auf der Baustelle ins Stocken, weil der Winter wieder zuschlägt.

Die Arbeiten an der Straße sollen eigentlich Ende April abgeschlossen sein. Ich glaube, der Termin wird nicht zu halten sein. Bei Lohme haben wir Behälter für eine neue und rund 1,7 Millionen Euro teure Kläranlage, die wir dort bauen, auch nur unter großen Schwierigkeiten ins Erdreich bekommen.

OZ: Wasser ist ein öffentliches Gut, darauf soll heute am Weltwassertag aufmerksam gemacht werden. Hat der Zwar Aktionen geplant?

Litty: An besonderen Tagen laden wir zum Beispiel in Wasserwerke ein. Bei dem Wetter würde heute aber niemand kommen. Deshalb haben wir die Aktionen auf Anfang Juni, auf den Tag der Umwelt verschoben.Nähere Informationen zur Bürgerinitiative unter

www.right2water.eu

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