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Rügen Schiffselektronik der „Arkona“ spielte bei WM verrückt
Vorpommern Rügen Schiffselektronik der „Arkona“ spielte bei WM verrückt
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15:44 27.08.2019
Klaus-Peter Blum nimmt das Modell des Mehrzweckschiffs „Arkona“ in seiner heimischen „Werft“ in Sassnitz auseinander. Bei der Weltmeisterschaft der Schiffsmodellsportler in Ungarn hatte die Elektronik des Modells völlig verrückt gespielt. Quelle: Maik Trettin
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Sassnitz

Ein Knopfdruck und das Unheil nahm seinen Lauf. Obwohl es nun schon gut drei Wochen her ist, könnte sich Klaus-Peter Blum noch immer schwarz ärgern, wenn er an diesen Moment denkt. Als einziger Vertreter aus ganz Mecklenburg-Vorpommern war der Sassnitzer zur Weltmeisterschaft der Schiffsmodellbauer ins ungarische Örtchen Bank gefahren. Für Blum wurde es der wohl kürzeste Auftritt bei einer Weltmeisterschaft. Unmittelbar nachdem er den maßstabsgetreuen Nachbau des Mehrzweckschiffs „Arkona“ ins Wasser gesetzt und eingeschaltet hatte, spielte die Elektronik völlig verrückt. Sämtliche Motoren arbeiteten, alle Lampen leuchteten und die Funktionen, die der Modellschiffs-Kapitän üblicherweise mit seiner Fernsteuerung von Land aus startet und beendet, liefen wie von Geisterhand gleichzeitig automatisch ab.

Auch Abzüge für Bauausführung der „Capella“

Klaus-Peter Blum sitzt in dem „Konstruktionsbüro“ seiner „Werft“ an der Sassnitzer Waldmeisterstraße, vor sich eine Wand mit Dutzenden Fotos von Modellschiffen. Auf einem liegt die „Arkona“ brav im Dock. Das war beim Training auf dem heimischen Kreidesee in Lancken. „Hier“, sagt Blum und tippt mit dem Finger auf das Bild, „so hätte es aussehen sollen.“ Doch die WM war für ihn und sein Mehrzweckschiff gelaufen. Für die Ausführung des Modell, für die Arbeit und die Detailtreue erkannte die Jury ihm noch 19 Punkte zu. Doch die Gesamtpunktzahl von 100, die die Teilnehmer mit ihren Schiffen durch die auf dem Wasser zu fahrenden Manöver bekommen können, blieb für den Sassnitzer unerreichbar. „Das kann man allein durch die Bewertung für den Bau nicht mehr aufholen“, sagt er verärgert. Andersherum habe es bei seinem zweiten Schiff, mit dem er an den Start gegangen war, auch nicht geklappt. Die „Capella“ steuerte er zwar ziemlich flott und fehlerfrei durch den Parcours. Allerdings musste er in diesem Fall Abzüge bei der Bewertung des Schiffsmodells hinnehmen. Das konnte er mit seinen Fahrkünsten nicht wieder wett machen.

Beim Probelauf auf dem Lanckener Kreidesee klappte noch alles: Das Mehrzweckschiff "Arkona" beim Test für die Weltmeisterschaft der Modellschiffbauer Quelle: Klaus-Peter Blum

Dabei hätte der Rüganer gerade mit der „Arkona“ einiges vorführen können. Wie sein großes Vorbild kann sich auch das Miniaturschiff in eine Wasserwand hüllen und so bei Brandeinsätzen vor der Hitze und dem Übergreifen der Flammen schützen. Flaggen werden elektrisch gehisst, ein kleiner Kran fährt seinen Ausleger aus und sammelt beispielsweise eine Boje aus dem Wasser. Die „Arkona“ kann auch ein Speedboot aussetzen, eine Ölsperre zu Wasser lassen oder das Absaugen von Öl demonstrieren –wobei in letztgenanntem Fall sauberes Wasser das schmutzige Öl ersetzt.

Aus gespielter Havarie wurde eine echte

Pech hatte nicht nur Klaus-Peter Blum. Bei der WM in Bank hatten russische Teilnehmer mit ihren Modellen eine Schiffshavarie nachstellen wollen und damit eine echte provoziert. Die Schiffe sanken nach einer Kollision planmäßig auf dem See, kamen aber aufgrund eines technischen Defekts nicht wieder –wie eigentlich vorgesehen –an die Wasseroberfläche. Ungewollt war auch die Panne des Rettungstrupps: Der Bademeister war mit einem Boot zu der Stelle gerudert, wo die beiden Modelle gesunken waren. Beim Versuch, sie vom Grund zu heben, kippte auch sein Boot um.

Schiffsmodell aus dem 3-D-Drucker

„Ansonsten haben die Russen eine gute Gesamtleistung abgeliefert“, zollt der Sassnitzer den anderen Teilnehmern Respekt. Stark im Kommen seien auch die Chinesen, die ihre Begeisterung für den Schiffsmodellsport entdeckt haben. „Die chinesische Hymne und die chinesische Flagge hat man im ungarischen Bank oft gehört beziehungsweise gesehen“, erinnert sich Klaus-Peter Blum an die Siegerehrungen. Imponiert haben ihm die Asiaten auch mit einem 1,20 Meter langem Schiffsmodell aus einem 3-D-Drucker. „Allerdings fragt man sich da, wer der Bootsbauer ist – der Mensch oder die Maschine?“

Neuer Anlauf mit neuem Schiff

Klaus-Peter Blum hat für sich die Antwort gefunden. Auch wenn der Misserfolg noch nicht verwunden ist: Er bleibt dem Modellbau treu. So viele Menschen hätten ihn und seine Vereinskollegen in den zurückliegenden Monaten unterstützt, Sassnitzer Firmen und Privatpersonen hätten durch ihre finanzielle und materielle Unterstützung die WM-Teilnahme erst möglich gemacht. Klaus-Peter Blum will wieder zu Wettkämpfen. Mit der „Arkona“? „Na klar!“, sagt er und zeigt auf einen farblosen Schiffsrumpf. Statt das alte Modell zu reparieren baut er ein komplett neues.

Von Maik Trettin

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