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Rügen Weniger Sirenengeheul – mehr Kameradschaft
Vorpommern Rügen Weniger Sirenengeheul – mehr Kameradschaft
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00:00 01.03.2017
Die Sassnitzer Feuerwehr im Einsatz: Hier beseitigen die Kameraden nach einem Sturm einen Baum, der auf die Buddenhagener Straße stürzte. Quelle: Foto: Ffw
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Sassnitz

Die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr Sassnitz haben sich zur Jahreshauptversammlung getroffen. Bei der Gelegenheit mahnte der alte und neue Wehrführer Sven Teschulat eine bessere Alarmierung durch den Landkreis, eine Verbesserung der Ausstattung für den Höhenrettungstrupp und mehr Kameradschaft und Kommunikation innerhalb der Wehr an.

Sassnitzer Feuerwehrleute wählen Sven Teschulat auf Jahreshauptversammlung erneut zum Wehrführer

Erst einmal: Herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl in Ihre Funktion als Wehrführer. Im Rückblick: Wie war das vergangene Jahr für die Wehr?

Sven Teschulat: Wie immer ein spannendes. Wir wurden am 1. Januar um 2.05 Uhr zum ersten Einsatz des Jahres gerufen, weil ein Container in der Hafenstraße brannte. Den letzten Einsatz 2016 hatten wir am 31. Dezember zehn Minuten vor Mitternacht. Da wurden wir zum Turnhallenbrand nach Dranske gerufen. Die Kameraden konnten aber auf halbem Weg dorthin wieder umkehren.

Silvester ist ja immer Hoch-Zeit für die Feuerwehren. Auch für die Sassnitzer?

Ja. Der 31. Dezember war der Tag mit den meisten Einsätzen. Wir mussten viermal ausrücken. Ansonsten hatten wir das ganze Jahr über gut zu tun; es gab 115 Alarmierungen durch die Rettungsleitstelle des Landkreises. Wir halfen beim Löschen von 31 Bränden, haben zehnmal Baumsperren beseitigt, Tragehilfe geleistet, Türen geöffnet oder auch mal eine verendete Robbe aus dem Hafen geholt.

Für was eine Feuerwehr so alles gut ist . . .

Wenn wir gerufen werden, kommen wir. Aber wir haben im vergangenen Jahr begonnen, vom Image des billigsten Hilfeleistungsunternehmens wegzukommen. Nicht umsonst gibt es die neue Gebührensatzung für die Feuerwehr, über die hier schon berichtet wurde.

Die Sassnitzer Feuerwehr war in der Vergangenheit ja beinahe Stammgast im Mukraner Fischwerk. Sind die Fehlalarmierungen durch die dortigen Brandmeldeanlagen mittlerweile rückläufig?

Noch nicht. Von den 18 Alarmierungen durch ausgelöste Brandmelder kamen im vergangenen Jahr elf aus Mukran.

Apropos Alarm: Das klappt offenbar noch nicht optimal?

Es könnte besser sein. Wir sind der Meinung, dass die Rettungsleitstelle wegen eines kleinen Containerbrandes nachts nicht zusätzlich zum Sammelruf über die Digitalempfänger der Kameraden noch sämtliche Sirenen dazuschalten und alle Einwohner wecken muss. Da gibt es andere Möglichkeiten. Ein weiteres Problem ist der schlechte Digitalempfang im Wald und im Stadthafen. Aber an einer Lösung wird gearbeitet.

Sie hatten kürzlich Bedenken geäußert, ob die Technik der Höhenrettungsgruppe ausreicht. Woran mangelt es denn?

Es gibt für die Stubnitz ein neues Rettungswegekonzept. Für viele der Waldwege ist unser derzeitiges Einsatzfahrzeug der Höhenrettung ungeeignet. Ohne Allrad und genügend PS unter der Haube gleicht die Fahrt zum Einsatz einem Abenteuer. Der Bürgermeister hat auf der Jahreshauptversammlung Abhilfe versprochen. Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll es einen neuen Mannschaftstransportwagen für die landesweit einmalige Höhenrettungsgruppe geben.

Sie haben an alle 47 Kameraden appelliert, zu einer anderen Form der Kameradschaft zurückzukehren.

Was meinen Sie damit?

Wir müssen innerhalb der Wehr wieder mehr miteinander kommunizieren, und zwar auf direktem Weg und nicht nur über die so genannten neuen Medien. Das sollte künftig besser klappen.

Interview: Maik Trettin

Fixe Truppe

115 Einsätze haben die 47 aktiven Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Sassnitz im vergangenen Jahr absolviert. Darunter waren 31 Brände, zehn Baumsperren und jeweils sechs Tragehilfe und Türöffnungen.

5 Minuten nach der Alarmierung rücken die ersten Sassnitzer Feuerwehrleute mit einem vollbesetzten Fahrzeug aus. Damit gehören sie zu den ganz fixen auf der Insel.

Die Stärke der Einsatzabteilung hat sich erstmals seit elf Jahren nicht verändert: Drei Mitglieder verließen die Wehr, drei kamen neu hinzu. Insgesamt sind es 47.

OZ

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