Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen So leben wir in der Dorfstraße 3: Sechs Menschen aus sechs Orten in MV berichten
Vorpommern Rügen

Wie lebt es sich in Vorpommern? Sie leben alle in der Dorfstraße 3

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
17:18 21.01.2020
Natalie Mahnert betreibt in der Dorfstraße 3 in Greifswald-Wieck ein Café Quelle: Martina Rathke
Anzeige
Rostock

Wie lebt es sich in Vorpommern? Die OZ hat Menschen verschiedenen Alters an verschiedenen Orten besucht. Ihre Gemeinsamkeit: Sie alle wohnen, arbeiten, spielen oder feiern in der Dorfstraße 3.

Greifswald-Wieck: Torte genießen mit Ryck-Blick

Kaffeeduft erfüllt den Raum, leckere Torten stehen in der Vitrine: die selbst gebackenen Torten sind Natalie Mahnerts Markenzeichen und vor allem bei ihren Stammgästen sehr beliebt. In der Dorfstraße 3 in Greifswald-Wieck betreibt die 42-Jährige seit 2015 das kleine Café Natalie, dessen Terrasse mit Blick auf den Ryck und die Wiecker Klappbrücke in den Sommermonaten sehr gut besucht wird. Auch die gebürtige Ukrainerin liebt den Blick auf den Ryck, dessen Wasser in den Greifswalder Bodden und die Ostsee fließt. „Ich denke dann immer an meinen Papa, der vier Jahre bei der Marine an der Ostsee stationiert war“, sagt die Cafébetreiberin. Ihr Vater ist verstorben, aber ihre Mutter lebt noch immer in einer kleinen Stadt in der Westukraine. „Natürlich hätte ich gern meine Mama bei mir“, sagt sie und schaut aufs Wasser…

Im Januar 2010 zog Natalie, die in ihrer Heimat eine selbstständige Unternehmerin war, gemeinsam mit ihrem Sohn der Liebe wegen nach Greifswald. Noch heute fällt es ihr schwer, über ihre Anfänge in Greifswald und über den plötzlichen Tod ihres Ehemanns zu berichten, der nur wenige Tage nach ihrer Ankunft in dem fremden Land verstarb. „Das war keine einfache Zeit für uns“, erinnert sie sich. Mit einem 15-jährigen Sohn, nur mit Grundkenntnissen der deutschen Sprache und ohne Freunde oder Bekannte entschlossen sich die beiden, dennoch zu bleiben. Mühsam erarbeitete sich Natalie Mahnert einen Weg in die deutsche Gesellschaft, besuchte einen Integrationskurs, um ihre Deutschsprachkenntnisse zu verbessern, und nahm einen ersten Job beim Studentenwerk an. Unterstützung erhielt sie damals von einer Lehrerin, die ebenfalls aus der Ukraine stammt. „Dafür bin ich ihr heute noch sehr dankbar.“

Im September 2011 übernahm sie in einem Hotel die Stelle als Rezeptionistin. Drei Jahre später besuchte sie die Gastro, eine Messe in Rostock, wo sie von dem Café Alte(r) Schule in Greifswald-Wieck erfuhr, für das die frühere Betreiberin einen Nachfolger suchte. „Viele haben damals nicht verstanden, warum ich den alten Café-Namen nicht behielt“, so die 42-jährige. Der Name sei aber bereits durch eine Werbeagentur geschützt gewesen und so entschloss sich Natalie Mahnert, dem Café einen anderen – ihren Namen – zu geben. Mit ihren kulinarischen Köstlichkeiten backte sich Natalie Mahnert Tortenstück um Tortenstück in die Herzen der Wiecker und auswärtigen Gäste. Seit zwei Jahren ist sie Mitglied im Wiecker Heimatverein. „Greifswald ist mir zur zweiten Heimat geworden.“

Bartmannshagen: Hier trifft sich der ganze Ort

Das Leben in der Dorfstraße 3 in Bartmannshagen spielt sich größtenteils am Nachmittag oder Abend ab. Dann nämlich, wenn sich Frauen zum Sport dort treffen oder Senioren zu einer gepflegten Runde Rommé oder auch zum gemeinsamen Grillabend. Zu Hause, wenn man so will, ist dort der Dorfverein „Kaiserreich Alt & Jung“. Seit dem Jahr 2004 betreibt er dieses Dorfgemeinschaftshaus in dem Ort der Gemeinde Süderholz.

In der Dorfstraße 3 in Bartmannshagen residiert der Verein "Kaiserreich Alt und Jung". Er schafft Freizeitangebote für die Einwohner. Quelle: Anja Krüger

Seitdem sorgen die Mitglieder des Vereins, dessen Vorsitzender seit einigen Jahren Maik Schmidt ist, für ein reges Dorfleben – mit Angeboten für Alt und Jung. Und die Leute scheinen dankbar. „Unsere Angebote werden sehr gut angenommen. Selbst aus Willerswalde und sogar Grimmen kommen viele Gäste“, erzählt Maik Schmidt.

Neben den festen Terminen für Frauensport und Rommé-Spiel werde auch einmal wöchentlich Tischtennis in den Räumen des 2002 errichteten Gebäudes gespielt. „Und wir haben einen festen Veranstaltungsplan fürs Jahr. Am 7. März findet beispielsweise eine Frauentagsfeier statt. Am 18. April veranstalten wir einen Subbotnik“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Für die Bewohner des Ortes und der umliegenden Dörfer ist das Haus aber nicht nur Anlaufpunkt für Freizeitaktivitäten. „Für Feierlichkeiten kann das Haus mit Einbauküche, einem großen Saal, einem etwas kleinerem Raum zum Tanzen und sanitären Anlagen auch gemietet werden“, informiert Maik Schmidt. Der ungewöhnliche Vereinsname kommt übrigens nicht von ungefähr. „Der Name ,Kaiserreich’ rührt daher, dass sich der Verein aus der Auflösung der Feuerwehr in Kaschow heraus gründete. Im Volksmund wird Kaschow immer Kaiserreich genannt. Das hängt mit der Geschichte des Ortes zusammen“, erzählt der 53-Jährige.

Das Dorfgemeinschaftshaus selbst haben die Bartmannshagener der Fusion der einst eigenständigen Gemeinde mit den weiteren Gemeinden des ehemaligen Amtes Süderholz zur gleichnamigen Gemeinde zu verdanken. „Teil des Fusionsvertrages war, dass es in jeder damaligen Gemeinde ein Dorfgemeinschaftshaus geben soll“, weiß Schmidt. Jenes in Bartmannshagen wurde neu errichtet. „Früher war an gleicher Stelle ein Jugendklub“, erzählt er.

Patzig: Bis zu zehn Tonnen Mehl täglich

„Zu verkaufen“ prangt auf dem Schild an der Dorfstraße 3 in Patzig auf der Insel Rügen. Dahinter zeigt sich – immer noch standfest – ein Gebäude, das viele Erinnerungen trägt. Für die Nachkommen der einstigen Besitzer wird die Trennung von der Blockmühle – die 1946 bis 1948 erricht wurde – nicht einfach. „Unser Vater August hat das Mehl inselweit und bis auf das Festland ausgefahren. Seine Brüder Gerhard und Paul haben im Schichtbetrieb gemahlen“, erinnert sich Karsten Drews. 1962 wurden die drei Brüder wie damals üblich enteignet. Die Blockmühle ging in die LPG über.

In Patzig wartet die immer noch funktionsfähige Blockmühle in der Dorfstraße 3 auf neue Eigentümer.  Quelle: Wenke Büssow-Krämer

Bis zu zehn Tonnen Mehl verließen täglich das Gebäude. „Das war die Roggenmenge, die von der Kreisleitung festgelegt wurde. Früher wurde auch Weizen gemahlen“, sagt Karsten Drews. Nebenbei waren der Vater und die Onkel auch in der Landwirtschaft tätig. „Da musste auch der Acker bewirtschaftet werden. Auch um Futter für die Kühe und Schweine im Stall zu haben. Als Kind war man da immer mittendrin“, so Drews. Schließlich lebte die Familie im Ort nicht weit entfernt von der Mühle.

Nach der Wende wurde das Bauwerk in eine immer noch funktionsfähige Museumsmühle verwandelt, die von der Bildungs- und Beschäftigungsgesellschaft Rügen bis 2014 betrieben wurde. Erst vor einigen Jahren fielen die Mühle, angrenzenden Gebäude und das Grundstück durch das Sachbereinigungsgesetz wieder in die Hände der Familie. „Darum hat unser Onkel Paul so lange gekämpft. Aber er und auch Onkel Gerhard haben es nicht mehr erlebt“, sagt Karsten Drews, dessen Vater August sich noch darüber freuen durfte.

Hinter der funktionsfähigen Motormühle verbirgt sich auf dem 16 404 Quadratmeter großen Grundstück das Wohnhaus, das August Drews bis zu seinem Tod im Jahr 2017 noch bewohnte. Auch zwei Scheunen sowie mehrere Garagen und Werkstätten stehen auf dem Areal. Wo sich einst Hühner tummelten und das Heu stapelte, herrscht jetzt Leere. „Für uns ist es nicht leicht, das alles zu verkaufen. Natürlich hängen da Erinnerungen dran“, sagt Karsten Drews, der mit seiner Schwester, seinen Neffen und den Kindern seiner Onkel zur Eigentümergemeinschaft gehört. Interessenten gab es bereits. „Aber man muss bedenken, dass man die Mühle als technisches Denkmal übernimmt.“ Denkbar sei, in den Nebengebäuden Ferienwohnung zu bauen und die Mühle in einen Gastronomiebetrieb zu verwandeln.

Ahrenshoop: Im Geburtshaus zuhause

Das Haus in der Dorfstraße 3 in Ahrenshoop ist eine geschichtsträchtige Adresse. Burkhard Höppner lebt in dem Haus, das geschätzt vor rund 250 Jahren gebaut wurde. Erst nach Ende der Herrschaft der Schweden im Jahre 1815 wurde bei den Preußen alles registriert. Damit hat der 81-Jährige zwar einen Grundbuchauszug, die ihren Ursprung in jener Zeit hat, doch das Haus stand damals schon längst.

Burkhard Höppner fühlt sich in dem alten Gemäuer zu Hause. Dabei hat er nicht immer in seinem Geburtshaus gelebt. Gearbeitet hat er im Überseehafen in Rostock. Er kann sich genau an seinen ersten Arbeitstag erinnern. Es war die Kaihalle 3, heute sind da keine Menschen mehr zu sehen. „Da fliegen nur noch Spatzen herum“, hat er jüngst während einer Stippvisite im Überseehafen in Rostock beobachtet.

Angefangen hat Burkhard Höppner als ungelernter Hafenarbeiter, seinen Werdegang hat er im Überseehafen als Obermeister der Verladetechnik beendet. Sein Schwerpunkt war stets die Verladetechnik, meist war er auf den Kränen beschäftigt.

Im Jahr 1984 kehrte Burkhard Höppner nach Ahrenshoop zurück. Kachelofen und Kohleherd machten ein Leben in dem alten Haus beschwerlich, erinnert sich der Hausherr. Zur heutigen Ortsdurchfahrt hin baute er einen Anbau „unter DDR-Bedingungen“. Gut ein Jahr nach Baubeginn war der bewohnbar.

Rechts und links des alten Gebäudes hat sich viel verändert, „der bundesdeutsche Kapitalismus greift“, sagt Burkhard Höppner als inzwischen einziger Bewohner des Hauses in der Dorfstraße 3. Nach seiner Tätigkeit im Überseehafen in Rostock hatte er einen Job als Hausmeister und Heizer eines Kinderheims in direkter Nachbarschaft angenommen. Eine Sunde länger schlafen konnte er jeden Morgen, im Notfall ist er mit Filzpantoffeln rübergegangen.

Trotz aller Gedanken an frühere Tätigkeiten ruht Burkhard Höppner in sich selbst. Er lebt in seinem Geburtshaus, schon sein Vater wurde in dem Haus in der heutigen Dorfstraße, Hausnummer 3, geboren. Noch vor der Wende habe er einen „gut bezahlten Job“ aufgegeben und ist nach Ahrenshoop zurückgekehrt. In Eigenleistung hat er das ursprüngliche Haus zur heutigen Straße hin erweitert. 1985 war es bewohnbar. Die Entwicklung des Ostseebades verfolgt er genau und zweifelt an manchen Entscheidungen. Vor allem bedauert er, dass einheimische Familien ihren Grundbesitz immer mehr zu Geld gemacht hätten, auch schon, um Steuern nach einer Erbschaft zahlen zu können.

Nun lebt Burkhard Höppner allein in dem Haus, „alle um mich herum sind gestorben“. „Ich“, sagt der Senior, „bin der Letzte zum Lichtausmachen“.

Burkhard Höppner (81) wohnt in der Dorfstraße 3 in Ahrenshoop. Es ist sein Geburtshaus. Quelle: Timo Richter

Rankwitz: Leckere Sanddornkreationen – bei Tydecks macht man gerne halt

Doris und Heinrich Tydeks wohnen seit 38 Jahren in der Dorfstraße 3 in Rankwitz auf der Insel Usedom. Das mit Rohr gedeckte Haus duckt sich hinter einem üppigen Vorgarten und verschwindet im Sommer fast hinter einer blühenden Pracht. Das ist auch gut so, denn heutzutage brausen viel mehr Autos durch die Dorfstraße, die schnurstracks weiter in den Lieper Winkel führt.

Besuch bei Tydeks: Doris und Heinrich (rechts) mit Tochter, Schwiegersohn, Enkel- und Urenkelkindern. Quelle: Ingrid Nadler

Doch wenn die Touristen Tydeks’ kleinen Verkaufsstand erblicken, stoppen sie abrupt, manche zücken sogar ihre Kamera. Die 80-jährige Hausfrau hat ihre Freude daran, in dem hübschen überdachten Regal, das ihr Mann ihr gezimmert hat, ihre Marmeladen feilzubieten. Besonders viel Mühe und Liebe stecken Doris und Heinrich Tydeks in ihre leckeren Sanddornkreationen.

Sie verbringen Stunden und manchmal Tage damit, auf Rügen die vitaminreichen Früchte zu ernten. Das Paar hat viele Jahre auf Rügen gelebt, wo er zur See gefahren ist und sie unter anderem als Erzieherin gearbeitet und fünf Kinder großgezogen hat. Als Doris Tydeks’ Mutter starb, haben sie die Insel gewechselt. Seit fast 40 Jahren sind die beiden nun in Rankwitz auf Usedom zu Hause und haben im vorigen Jahr in großer Runde ihre diamantene Hochzeit gefeiert.

Zur großen Freude ihrer Eltern haben Tochter Marina und ihr Mann Kalle, die in Hamburg lebten, der Hansestadt vor acht Jahren den Rücken gekehrt und sind auch nach Rankwitz gezogen. Hier hatte Marina bei ihrer Oma die meisten Ferien verbracht und schönste Kindheitserinnerungen an das Haus in der Dorfstraße 3. Zu ihrer Kindheit gehörte unabdingbar das Dorfschulhaus schräg gegenüber. Ihre Großmutter kochte im Sommer für jene Kinder, die dort die Ferienspiele besucht haben. Marina immer mittendrin. Als die Schule 1974 geschlossen wurde, wechselten eine Tafel und bunte Kreidestücke die Straßenseite.

Jahrzehnte mussten vergehen, bis die alte Dorfschule wieder mit Leben erfüllt wurde und Marina Sundmacher jene Tafel wieder zurückbringen konnte. Die Tydeks-Tochter ist Vorstandsmitglied im Heimatverein, der im Schulhaus, in der Scheune und auf dem Hof ein viel beachtetes Museum eingerichtet hat. Und mehr noch: die Ehrenamtler sorgen ideenreich für eine Belebung des Lieper Winkels und verstehen dies auch als eine Form der Daseinsfürsorge. Gerade ist die Gemeinde dabei, mit Fördermittelhilfe das Dachgeschoss der Schule ausbauen zu lassen, um das Haus künftig noch vielfältiger zu nutzen.

Bleibt noch zu betonen, dass Doris und Heinrich Tydeks von gegenüber aus der Dorfstraße 3 zu den Gründungsmitgliedern des Heimatvereins gehören und den Dachausbau mit großem Interesse verfolgen werden.

Martensdorf: Einst Lehrlingsbude und Asylheim – heute Domizil der Mathisziks

Er hat den kürzesten Einkaufsweg, den sich ein Rentner wünschen kann: Werner Mathiszik wohnt in der Dorfstraße 3 in Martensdorf – und damit nur drei Schritte vom neuen Netto-Markt entfernt. „Das ist schon schön so direkt vor der Haustür. Aber ich fahre auch noch mit dem Auto woanders hin“, will der 81-Jährige gleich mal klar stellen, dass er noch fit ist.

Gudrun und Werner Mathiszik wohnen seit fünf Jahren in der Dorfstraße 3 in Martensdorf - und sie fühlen sich wohl hier. Quelle: Ines Sommer

Eigentlich kommt Werner Mathiszik aus dem Landkreis Rostock, war dort über 40 Jahre – und damit ein gefühltes ganzes Leben – LPG-Chef. „Aber meine Frau sitzt wegen einer Krankheit im Rollstuhl, und da haben wir schließlich vor fünf Jahren beschlossen, unser Haus aufzugeben und in die Nähe unseres Sohnes zu ziehen.“

Da war es natürlich von Vorteil, dass Sohn Rolf Mathiszik gerade das Haus in der Dorfstraße 3 in Martensdorf umgebaut hatte. Der Chef der Agrar GmbH in Niepars, der wie sein Vater eingefleischter Landwirt ist und für die Wählergemeinschaft auch in der Gemeindevertretung sitzt, hatte sich dazu entschlossen, das Gebäude, das 1952 gebaut wurde und seitdem der Agrar GmbH gehört, zu sanieren.

Zu DDR-Zeiten haben in dem Gebäude Lehrlinge der landwirtschaftlichen Betriebe gewohnt. Quelle: Ines Sommer

Vielen Einheimischen ist es noch als „graue Maus“ in Erinnerung. Zu DDR-Zeiten befand sich hier das Lehrlingswohnheim der landwirtschaftlichen Betriebe, später zogen Asylbewerber ein. In Spitzenzeiten lebten hier 86 Flüchtlinge. Als der Kreis Ende 2010 das Haus aufgab, nutzte Rolf Mathiszik die Chance, in der Gemeinde Wohnraum zu schaffen. Und zu entstanden 2015 zwölf altersgerechte Wohnheiten – die kleinste ist 37, die größte 80 Quadratmeter groß.

„Das Haus hat sogar einen Fahrstuhl, und die Wohnung ist behindertengerecht, wir kommen überall gut mit dem Rollstuhl durch“, lobt Senior Werner Mathiszik, während er auf den Balkon führt, der auf der Parkseite mit einer schönen Aussicht punktet. „Wenn alles grünt, ist es hier herrlich, das denkt man gar nicht, wenn man vor dem Haus steht“, sagt er und spielt damit auf die viel befahrene Kreuzung von Bundesstraße 105 und Landesstraße 21 an, die sich gleich nebenan befindet.

„Und da drüben wohnen mein Sohn und mein Enkel“, zeigt Werner Mathiszik. Ehefrau Gudrun zeigt auf die Nachbarwohnungen. Der 78-Jährigen fällt es wegen ihrer Krankheit schwer zu sprechen, doch der Mann, der seit über 50 Jahren an ihrer Seite ist, weiß, sofort, was sie meint. „Ja, hier auf dem Flur wohnt auch noch meine Enkelin Jenny mit Lebenspartner und Urenkel. Und in der Einliegerwohnung ist der zweite Sohn zu Hause. Unsere ganze Familie ist jetzt in Martensdorf zusammengekommen“, sagt er, und man merkt ihm die Erleichterung an, seine Lieben bei sich zu haben. Stolz zeigen die Eheleute auf die Fotos der Kinder, Enkel und immerhin schon drei Urenkel.

„Wir sind froh, dass wir uns damals zu dem Umzug durchringen konnten. Inzwischen wären wir wohl sonst im Heim. Wir haben zwar eine Pflegerin, aber ansonsten können wir ein relativ selbstständiges Leben führen. Und das ist gut so“, findet Werner Mathiszik. In der Küche stehen schon die Teller auf dem Tisch, das Mittagessen wartet. Und dann muss er auch schon los. „Ich habe heute noch Skatturnier“, grinst er schelmisch und berichtet, das er auch gern angelt oder Kreuzworträtsel löst.

Lesen Sie auch:

Von Martina Rathke, Anja Krüger, Wenke Büssow-Krämer, Ingrid Nadler, Ines Sommer und Timo Richter

Ein Bergener soll Passanten im Stadtteil Rotensee mit dem Messer bedroht haben. Die Polizisten konnten den mutmaßlichen Täter stellen, das Messer allerdings nicht finden.

21.01.2020

Vor der nächsten Runde der Tarifverhandlungen zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Nord und dem Kommunalen Arbeitgeberverband am 28. Januar hält die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen weitere Arbeitsniederlegungen für möglich. Die würden kurzfristig angekündigt.

21.01.2020

Das Land möchte aus ihrem Aktionsplan „MV kann schwimmen“ Geld für Schwimmunterricht geben. Doch die Mittel gehen am Bedarf vorbei, finden DRK und DLRG auf Rügen. Wenn der Bedarf steige, müsse auch die Infrastruktur stimmen.

20.01.2020