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Rügen Wieder Streit um Treppe in Sassnitz
Vorpommern Rügen Wieder Streit um Treppe in Sassnitz
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18:01 26.06.2018
Die Treppe von der Rosa-Luxemburg-Straße hinunter zum Alten Markt der Sassnitzer Altstadt ist seit über drei Jarhen gepserrt. Quelle: Uwe Driest
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Sassnitz

Bewohner der Sassnitzer Altstadt beklagen, dass die malerische und verwinkelte Fußgängertreppe, die von der Rosa-Luxemburg-Straße hinab zum Karlsplatz führte, seit mehr als drei Jahren gesperrt ist. „Wo man früher den schönen Blick genießen konnte, versperrt einem nun ein hässlicher Drahtverhau den Weg“, klagt Sylvia Vogler. Der sei einmal Teil eines verschlungenen Pfades gewesen, der vom Wedding hinunter zum Hafen führt, weiß Jörg Piecha. „Den gibt es so nicht mehr, weil immer mehr Teilstücke in Privathand gelangt sind.“ Geblieben war zuletzt nur noch die nun gesperrte Treppe, die an der Rückwand einer ehemaligen Bäckerei entlang führt. Als die nach dem Verkauf des Grundstücks durch den neuen Eigentümer abgerissen wurde, war auch die Standfestigkeit der Treppe nicht mehr gegeben. „Man hätte dem Eigentümer mit der Abrissgenehmigung die Auflage erteilen müssen, die Treppe zu sichern“, meint Jörg Piecha. Nun sei es dafür offenbar zu spät. Dabei wäre die im Sanierungsgebiet gelegene Treppe zuvor aus Mitteln der Städtebausanierung aufwendig hergerichtet worden.

Weil Fördermittel aber nicht zweimal für denselben Zweck verwendet werden dürfen, soll die Treppe nun offenbar solange gesperrt bleiben, bis der Eigentümer ein Einsehen hat. Das könnte dauern, denn dessen Bauantrag für ein dreistöckiges Gebäude soll die Stadtvertretung abgelehnt haben, weiß Piecha, der selber als sachkundiger Bürger im Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus sitzt. Seit drei Jahren also sperrt die Stadt den Weg, weil sie die Haftung für deren Nutzung nicht übernehmen möchte und genervte Anwohner räumen die Sperren wieder beiseite. Weil der Weg nicht nutzbar sein soll, knipste die Stadt auch das Licht aus, mit der Folge, dass manch Anwohner nächtens den nicht gesicherten Weg mit Taschenlampe bewehrt hinabsteigt.

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Aus Sorge um die Atlstadt gründete sich eine Bürgerinitiative

„Es ist auch für uns nicht nachvollziebar, warum dieser Zustand seit Jahren anhält“, sagt Stefan Grunau, der für die CDU in der Stadtvertretung sitzt. Alle halbe Jahr sei das Problem Gegenstand im Stadtparlament oder einem seiner Ausschüsse. Grunau glaubt, dass die Satzung des Sanierungsgebiets eine ausreichende Handhabe für die Stadt darstellen müsste, um den Eigentümer unter Druck zu setzen. „Aber es geschieht nichts und wir erhalten auch keine Informationen über den möglichen Fortgang“, so Grunau. Schließlich habe die Stadtvertretung beschlossen, den Bürgermeister mit dem Rückkauf des Grundstückes zu beauftragen. „Ergebnis ebenfalls unbekannt,“, so Grunau. Aus Sorge vor der Entwicklung ihrer tzer Altstadt hatten 45 Anwohner 2014 eine Bürgerinitiative gegründet. Anlass war das Engagement der Abacus-Gruppe gewesen, die neben der Ostsee-Residenz weitere Projekte in der Hafenstadt wie auch in Glowe plant. „Wir führten mehrere Anwohner-Versammlungen durch und kamen zu dem Resultat, dass es einen größeren Schutz bedeuten würde, wenn wir die Altstadt zum Flächendenkmal erklären“, meint Piecha. diese Variante sei aber in der Stadtvertretung auf wenig Gegenliebe gestoßen, weil ein eingriff in die Souveränität des Gremiums und der Verwaltung befürchtet wurde.

Sylvia Vogler würde am liebsten selber Hand anlegen. Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte sie sich in einem Brief an Bürgermeister Frank Kracht (Linke) gewandt und geraten: „Man schlägt ein paar hölzerne Pfosten entlang des Weges ein, befestigt ein oder zwei Reihen schmale Querlatten daran und schon hat man eine schöne, naturnahe Wegbegrenzung und die obligate Sicherheit ist ebenso gewährleistet.“ Eine Antwort habe sie nicht erhalten. Aus der Stadtverwaltung war gestern für die OZ keine Stellungnahme zu erhalten.

Driest Uwe