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Rügen Wieder die B 96 auf Rügen: Erst freie Fahrt, dann Vollsperrung
Vorpommern Rügen Wieder die B 96 auf Rügen: Erst freie Fahrt, dann Vollsperrung
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06:00 30.04.2019
Die Strecke zwischen Bergen und Sassnitz wird nur zwischen Juni und September voll befahrbar sein. Quelle: Stefan Sauer/Dpa
Sassnitz

Freud und Leid liegen in Sachen Straßenbau auf der Insel dicht beieinander. Die Baustelle bei Ralswiek wird früher fertig als gedacht. Doch dann folgt der nächste Ärger für Autofahrer. Die Straße zwischen Semper und Sassnitz wird von Herbst bis Frühjahr voll gesperrt. Das heißt, wer in den Insel-Norden fahren möchte, muss weiterhin lange Wege in Kauf nehmen.

Achteinhalb Monate wird sie dauern die Vollsperrung zwischen den beiden Ortschaften Semper und Sassnitz. Wie Ralf Sendrowski, Leiter des Straßenbauamtes Stralsund, mitteilte, werden sich die Arbeiten in der Nachsaison vom 16. September bis zum 30. Mai 2020 erstrecken. Wer in dieser Zeit von Bergen aus kommend nach Sassnitz fahren möchte, muss über Karow und Prora ausweichen.

Mehrere Abschnitte

Zwischen Semper und Sassnitz werde planmäßig die Decke erneuert. Doch statt halbseitiger Sperrung wird die Straße abschnittsweise voll gesperrt. „Dies ist aus arbeitsrechtlicher Sicht auch nicht anders möglich. Für eine halbseitige Sperrung ist eine Straßenbreite von mindestens 8,7 Meter vorgeschrieben“, sagt Ralf Sendrowski. Die Arbeiter müssen dicht neben ihren Maschinen stehen. „Wenn dann unmittelbar daneben der Verkehr rollt, und dazu gehören auch die breiten Lkws, können wir dies nicht verantworten“, sagt er.

Die Straßendecke soll in mehreren Abschnitten zwischen Semper und Sassnitz erneuert werden. „Der genaue Ablauf steht im Sommer fest. Wir unterrichten rechtzeitig die über diese Baumaßnahme“, so der Leiter des Straßenbauamtes. Die Stadt Sassnitz wurde bereits informiert. „Allerdings hätte ich erwartet, dass es mehr Koordination im Vorfeld gibt, dass die Stadt in solche Projekte mehr einbezogen wird“, sagt Bürgermeister Frank Kracht.

Jahrelang mussten Pendler und Urlauber die Umleitung über Neu Mukran fahren, „jetzt fängt es wieder von vorn an“. Vor allem für die Neu Mukraner sei diese Belastung eine Zumutung. „In einer Stellungnahme konnten wir bereits einige Bedenken anbringen und hoffen, dass es Lösungsvorschläge vor allem für die Firmen in Klementelvitz geben wird. Dies ist uns ein großes Anliegen“, sagt der Bürgermeister.

„Noch etwas Luft nach oben“

Für Knut Schäfer, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes Rügen, ist die Baustelle, auch wenn sie in der Nachsaison ist, schlecht für den Tourismus, „da wir versuchen, die Gäste ganzjährig auf der Insel zu haben“. Es müsse also wieder mit unzufriedenen Urlaubern gerechnet werden. Und mit Einheimischen, die etwa ihren Arbeitsplatz nur über Umwege erreichen. „Aber trotzdem schlagen zwei Herzen in meiner Brust. In einer touristischen Region werden die Straßen stark belastet. Diese Arbeiten an der Decke sind also notwendig“, so Knut Schäfer.

Er wünscht sich trotzdem künftig mehr Kommunikation zwischen den Verantwortlichen solcher Baumaßnahmen und den regionalen Touristikern. „Wenn es um die touristische Entwicklung geht, gibt es hier noch etwas Luft nach oben“, sagt er. Positiv sieht er hingegen die Zusammenarbeit mit Vertretern der Straßenmeisterei Bergen, die sich beispielsweise beim Havarieprojekt zwischen Gingst und Kluis regelmäßig mit den Touristikern abgesprochen haben.

Drei Monate lang freie Fahrt

Trotzdem gibt es gute Nachrichten für alle Autofahrer, die demnächst in den Insel-Norden unterwegs sind: Auf der vielleicht kürzesten Baustelle mit der längsten Bauzeit ist ein Ende abzusehen. Von Mitte Juni an gibt es auf der Bundesstraße 96 wieder dauerhaft freie Fahrt – ein halbes Jahr früher als geplant. Die Vollsperrung im Abschnitt zwischen Strüßendorf und Ralswiek werde laut Straßenbauamtsleiter nur noch bis zum 14. Juni benötigt. „Es sind danach zwar bis in den Herbst hinein noch Restarbeiten notwendig, diese beschränken sich jedoch nur auf die Randbereiche“, sagt Sendrowski. Das heißt, nur kurzzeitige, vereinzelte und dann auch nur halbseitige Sperrungen sind geplant.

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Mathias Otto

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