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Rügen Wird Hanglift ein Millionengrab?
Vorpommern Rügen Wird Hanglift ein Millionengrab?
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06:39 06.05.2015
Stillleben am Göhrener Nordhang: Seit August letzten Jahres ist der Hanglift in Göhren fertiggestellt, doch er kann nicht fahren.
Stillleben am Göhrener Nordhang: Seit August letzten Jahres ist der Hanglift in Göhren fertiggestellt, doch er kann nicht fahren.
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Göhren

Wann der Schrägaufzug am Göhrener Nordhang – seit August letzten Jahres fertiggestellt – und ob überhaupt in Betrieb geht, ist weiterhin völlig unklar. Noch immer gibt es keine Einigung zwischen der Gemeinde im Südosten der Insel Rügen (Bauherr ist der kommunale Eigenbetrieb Kurverwaltung) und dem Pächter des Hanges und zukünftigen Parkhaus-Investor.

„Es sind lange zähe Verhandlungen, um mit den Rechtsanwälten das Problem zu lösen. Zurzeit sieht es nicht so aus, als ob uns das gelingt“, informierte Bürgermeister Wolfgang Pester (parteilos) auf der Sitzung des Finanz-und Tourismusausschusses des Gemeinderates. Weitere Details wollte er wegen des laufenden Verfahrens öffentlich nicht benennen. Am 18. Mai soll die Gemeindevertretung eine endgültige Entscheidung fallen.

Knackpunkt ist ein 6-Punkte-Paket, das nach OZ-Informationen 19 Seiten umfassen soll. Werde die Gemeinde darauf eingehen, könne der Bürgermeister gleich die Gemeindeschlüssel mit übergeben, heißt es. Fährt sie den harten Kurs und lehnt ab, muss sie damit rechnen, dass sie auf den kompletten Baukosten sitzenbleibt, weil deren Förderung durch das Land unwahrscheinlich wird. Und der Lift kann dann trotzdem nicht fahren – weil er auf fremdem Grundstück steht.

Die Gemeinde hatte vor Jahren einen Teil des Hanges an die Akzent Waldhotel GmbH verkauft. Das notwendige Stück hat die Gemeinde zurück erworben. Den unteren Bereich hat sie verpachtet an das Waldhotel.

Unstimmigkeiten zu Planungen, Grundstücksfragen und Pachtverträgen gibt es von Anfang an, Gemeinde, Vermesser und Planer schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Für eine Aufklärung der Vorgänge sollte jetzt ein Untersuchungsausschuss gebildet werden. Das lehnte der Finanz- und Tourismusausschuss mit knapper Mehrheit ab.



Gerit Herold