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Rügen Bald schöner einkaufen in Rotensee?
Vorpommern Rügen Bald schöner einkaufen in Rotensee?
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00:00 26.09.2014
Die Eigen- tümer werden nicht in den Bestand investieren.“Rainer Starke, Bergens Bauamtsleiter
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Bergen

In Bergens jüngstem Stadtteil Rotensee sollen neue Einkaufsmärkte gebaut werden. Das sehen die Pläne der Weimarer Passat Grundstücksgesellschaft mbH vor. Die will auf der Fläche zwischen Rotensee- und Ruschwitzstraße einen neuen Aldi- sowie einen Frischemarkt mit Getränkeshop errichten. Als möglicher Interessent im so genannten Vollsortiment-Bereich ist „Sky“ im Gespräch. Die Schleswig-Holsteiner sind auf Rügen bereits in Sassnitz vertreten. Für sie wäre eine Ansiedlung in Rotensee eine Rückkehr zu einem Standort, den sie vor gut zehn Jahren aufgegeben haben. Damals verlängerten sie den Mietvertrag für die einstige Kaufhalle im Zentrum des Wohngebiets nicht, weil sie „in höchstem Maße unrentabel“ gewesen sei. Der Markt wurde geschlossen. Zehn Jahre später erwartet der Konzern am Rande von Rotensee offenbar bessere Geschäfte.

Dort gibt es aktuell einen Aldi- und einen Nahkauf-Markt (Rewe-Gruppe). Doch beide scheinen nach Ansicht der Bergener und auch der Betreiber die Aufgabe der Nahversorgung für die rund 3500 Bewohner des Stadtteils mehr schlecht als recht zu erfüllen. „Ein Großteil der Leute muss mit dem Auto zum Einkaufen in andere Märkte der Stadt fahren“, beklagte Peter Wendekamm (Die Linke) im Bauausschuss die Situation in seinem Viertel. Das scheinen auch die Anbieter zu spüren. Bergens Bauamtsleiter Rainer Starke hält es nicht für ausgeschlossen, dass einer oder beide Märkte schließen, wenn sich an ihrem bisherigen Standort baulich nichts tue.

Das sei mit einem Umbau nicht zu machen. „Die Eigentümer werden nicht in den Bestand investieren“, gibt Starke deren Haltung wieder und nennt auch den Grund: An den Gebäuden gebe es gravierende bauliche Mängel. Deshalb ist aus Sicht der Investoren nur ein Neubau sinnvoll. Dieses Denken scheint in vielen Einzelhandelsketten verbreitet zu sein. Auch Lidl wolle nicht mehr in sein bisheriges Gebäude an der Gingster Chaussee investieren, sondern es komplett abreißen und neu bauen. Diese Neubauten sollen gleich den gestiegenen Ansprüchen der Einzelhandelsketten entsprechen, vor allem, was die Verkaufsflächen angeht. Die wird für den Aldi in Rotensee künftig bei etwa 1000 Quadratmetern, für den Sky bei 2000 und für den Getränkemarkt bei 600 Quadratmetern liegen. „Geplant ist ein moderner Discounter, wie er in Sassnitz schon entstanden ist“, sagte Starke. Zusammen mit dem Sky-Markt könnte der die Nahversorgung in Rotensee sicherstellen. Ähnlich, wie es in Bergen-Süd mit dem Edeka- Markt an der Putbusser Chaussee gelungen sei. Auch das Wohngebiet war zuvor „unterversorgt“ — so wie Rotensee. Das sehe auch die Raumordnungsbehörde des Landes so, weshalb sie dem Projekt an der Ruschwitz- und Rotenseestraße Chancen einräume. An anderen Stellen, die sich im Neubaugebiet und nicht an dessen Rand befinden, lassen sich solche Pläne derzeit offenbar schwerer umsetzen. Die Stadt habe versucht, Nahversorger auf so genannten Rückbauflächen, also dort, wo Wohnhäuser abgerissen wurden, anzusiedeln. „Aber das funktioniert leider nicht“, bedauert der Bauamtsleiter.

Und so bleiben Bedenken. Dirk Sodmann (Grünes Bündnis Bergen) monierte im Bauausschuss die nicht erkennbare Nachhaltigkeit bei der Entwicklung der Flächen. Durch das Projekt könnte unter Umständen eine städtebauliche Zersplitterung erzeugt werden. Sein Kollege Peter Wendekamm hingegen sieht in der Ansiedlung mehr Vor- als Nachteile. Der Wohnstandort werde attraktiver, was es auch der städtischen Wohnungsgesellschaft BeWo leichter mache, dort zu vermieten. Und weniger Verkehr zu anderen Versorgungszentren zu erzeugen, sei im Sinne des Lärmschutzkonzepts der Stadt.

Über Für und Wider werden die Stadtvertreter auf ihrer Sitzung in der nächsten Woche diskutieren. Dann sollen sie entscheiden, ob ein entsprechender Bebauungsplan für das Areal aufgestellt werden soll oder nicht. Stimmen sie mehrheitlich dafür, könnte es in einem Jahr Baurecht auf dieser Fläche geben.

Kaufhalle im Zentrum
3500 Bergener leben im Stadtteil Rotensee. Die größte Einkaufsmöglichkeit war die Kaufhalle im Zentrum des Viertels, die seinerzeit vom Eigentümer, der Konsumgenossenschaft Nord, an die Einzelhandelsgenossenschaft coop vermietet wurde. Als die 2003 auszog, stand das Gebäude eine Weile leer, bis der noch heute dort angesiedelte Sonderpostenmarkt einzog.



Maik Trettin

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