Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Vom Winde verweht: Veloneum löst sich in Luft auf
Vorpommern Rügen Vom Winde verweht: Veloneum löst sich in Luft auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 02.04.2015
Die Fläche des geplanten Energieparkes an der Greifswalder Chausse heute: Das Vorhaben ist gestorben. Quelle: Marlies Walther
Stralsund

Die Finanzierung stand offenbar von Anfang an auf wackligen Füßen. Jetzt hat sich das Projekt in Luft aufgelöst: Das geplante Veloneum in Stralsund, eine Erlebniswelt für erneuerbare Energien, wird nicht gebaut. Die extra für das Projekt gegründete Veloneum GmbH will auf der 1,2 Hektar großen Fläche an der Greifswalder Chaussee nicht weiter investieren.

„Ja, das ist richtig. Die Veloneum GmbH verfolgt aktuell nicht mehr selbst die Grundstücksentwicklung“, bestätigte Geschäftsführer Jörn Kolbe auf Anfrage der OSTSEE-ZEITUNG. Als Gründe nannte Kolbe „persönliche Veränderungen bei beteiligten Personen, unternehmensinterne Investitionsentscheidungen und zwischenzeitlich veränderte Situationen bei Kooperationspartnern“. Alle Verhandlungen mit möglichen Investoren und Partnern seien eingestellt worden.

Vollmundig und mit großem Tamtam wurde das Vorhaben im Juli des vergangenen Jahres angekündigt. Drei bis fünf Millionen Euro sollten innerhalb der nächsten drei Jahre in den Erlebnispark fließen und jährlich 100 000 Besucher angelockt werden, hieß es damals. Werbeorientiert sollten energetische Wohnkonzepte, Windkraft- und Solaranlagen präsentiert werden.

Von zehn potenziellen Partnern war die Rede. Ein weiteres Geschäftsmodell sah vor, einen Parkplatz einzurichten. Von hier aus sollten Autofahrer anschließend mit einem gemieteten Elektrofahrrad in die Stadt fahren können. Wer nach dem Einkaufen schwer bepackt ist, der sollte mit einem „Tüten-Taxi“ umweltfreundlich zu seinem Auto zurückgebracht werden. Damit wird auch auf der noch bestehenden Internetseite geworben. Außerdem war eine Halle für Kinder geplant.

In diesem Jahr sollte mit dem Bau eines Info-Pavillons begonnen werden. Hinter dem Veloneum stand laut Geschäftsführer Kolbe zum einen der Elektroauto-Anbieter Reevolt, der zum Schweriner Energieversorger Wemag gehört. „Es gab lediglich eine Anfrage für eine Partnerschaft“, sagte dazu jetzt Reevolt-Sprecher Manuel Krieger. Um Investitionen sei es dabei nicht gegangen. Vielmehr um die Präsentation eigener Produkte. Als weiteren möglichen Investor hatte Kolbe die Firma Renewable Energy Technologies (RET) aus Handewitt (Schleswig-Holstein) genannt. Das Unternehmen, bei dem Kolbe laut Geschäftsführer Frank Ehrhardt zeitweise als selbstständiger Vertriebspartner tätig war, vermarktet unter anderem Kleinwindanlagen für Privathäuser. Nach Auskunft von Ehrhardt findet auch hier „momentan keine Zusammenarbeit statt“. Es sei „etwas geplant gewesen“, bestätigte Ehrhardt. Das habe man auf Eis gelegt. „Es passiert nichts“, so der Firmenchef.

Was jetzt mit dem Areal geschieht, ist offen. Das Gelände, in das laut Kolbe bereits eine fünfstellige Summe zur Herstellung eines Parkplatzes investiert wurde, steht wieder zum Verkauf.

Noch ist die Veloneum GmbH Eigentümer. „Die Veräußerung von Teilflächen war von Anfang an ein Thema“, so Kolbe. Inzwischen sei der Verkauf der gesamten Fläche „eine Option“. Erste Interessenten hätten bereits angefragt.

Seit Jahren tut sich auf der von der TLG Immobilien entwickelten Gewerbefläche unmittelbar neben dem Rügenzubringer nichts. Laut TLG-Sprecher Christoph Wilhelm steht einer Bebauung aber „nichts im Wege“. Zwar habe es 2013 beim Verkauf der Fläche an den Veloneum-Betreiber ein Problem gegeben, dieses „technische Hemmnis“ sei aber im Nachgang im Oktober 2014 beseitigt worden.

Pläne und Poker
Der Name Jörn Kolbe war in der Vergangenheit mit weiteren großen Projekten in Stralsund verbunden, aus denen nichts wurde.
Als Manager für New Global Wind (NGW) plante Kolbe im Maritimen Gewerbepark Franzenshöhe eine Produktionshalle für getriebelose Windkraft-Turbinen. Im Februar 2014 beerdigte er die Idee.
Im Juni 2014 erfolgte ein Rückzieher vom Rückzieher. NGW hielt daran fest, einen Produktionsstandort schaffen zu wollen, ohne einen Starttermin zu nennen. Außerdem hatte das Unternehmen im Poker um die Volkswerft mitgemischt, jedoch keine ausreichende Finanzierung geliefert.



Marlies Walther

Im Nationalpark Jasmund wurde der Waldumbau fortgesetzt. Ranger starten Ostern das Wanderprogramm.

02.04.2015

Im Rahmen des EWE Cups 2015 für E-Junioren absolvierten die Nachwuchs-Fußballer das VfL Bergen 94 am Dienstag ein exklusives Training auf dem Bergener Kunstrasen.

02.04.2015

Rügen gab seine Bewerbung um Fördergelder aus dem Leader-Programm ab. Neun Projekte sind von der Entscheidergruppe ausgewählt worden.

02.04.2015