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Rügen Zu viele Autos, zu laut: Bergen will neues Verkehrskonzept
Vorpommern Rügen Zu viele Autos, zu laut: Bergen will neues Verkehrskonzept
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12:16 11.09.2019
Weil in der Ringstraße gebaut wird, fließt der Verkehr über den Markt in Bergen. Quelle: Mathias Otto
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Bergen

Die Sommerferien sind seit gestern auch im letzten Bundesland Baden-Württemberg beendet. Dies macht sich besonders auf der Urlaubsinsel Rügen bemerkbar. Die Strände sind leerer als noch im August und es gibt weniger Gedränge in den touristischen Einrichtungen. Nur der Verkehr scheint nicht abgenommen zu haben. Bergen will deshalb ein Verkehrskonzept entwickeln, damit Autos schneller durch die Innenstadt geleitet werden und Lärm reduziert wird.

Das Bild gestern in Bergen: Autofahrer, die von der Damm-, Raddas- und Königsstraße ins Innere der Stadt fahren, treffen an der Markt-Kreuzung am Brunnen aufeinander. Hinzu kommen diejenigen, die aus der Einfahrt der Post oder vom Parkplatz vor dem MIZ ebenfalls auf die Straße wechseln wollen. Schilder zur Verkehrsführung gibt es hier nicht. Und dies führt zu Irritationen und Verwechslungen bei den Verkehrsteilnehmern. Rückstaus in allen drei Richtungen sorgten für verärgerte Menschen hinter dem Steuer.

Konzept soll auch Radfahrer berücksichtigen

Situationen wie diese will die Bergener SPD-Fraktion der Vergangenheit angehören lassen und brachte zu diesem Thema einen Antrag während der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung ein. „Die verkehrliche Situation in Bergen ist sehr schwierig – schon seit Jahren“, sagt Antragstellerin Kristine Kasten. Es bedarf neuer Ideen, um einen zügigen Verkehrsfluss zu erreichen. Dieses Konzept soll auch die Radfahrer in Bergen berücksichtigen. „Es sind schon eine Reihe von Konzepten entwickelt worden. Aber wir merken, sie greifen nicht“, sagt sie. Deshalb soll die Verwaltung sowie der Bauausschuss per Beschluss beauftragt werden, bis zur Stadtvertretersitzung am 4. Dezember ein Verkehrskonzept mit sofortigen, mittelfristigen und langfristigen Maßnahmen zu entwickeln.

Mit dem Vorschlag hat die SPD-Abgeordnete den Nerv vieler Stadtvertreter getroffen. Für Eike Bunge (CDU-Fraktion) ist es „symbolisch gesagt höchste Eisenbahn, dass wir uns mit dem Verkehrskonzept befassen.“ Seine Fraktion plädierte dafür, diesen Beschluss in Verbindung mit einem Tourismuskonzept zu bringen. „Denn auch hier haben wir noch Bedarf.“

Sondersitzung im September

Diskussionsbedarf gab es bei der zeitlichen Umsetzung. Für Dr. Uwe Rühlow (Bergener Bündnis, BB) reicht die Zeit bis Dezember nicht aus, um ein Konzept zu entwickeln. „Eine Verlagerung der Vorstellung des Konzeptes ins Jahr 2020 würde die notwendige Zeit schaffen, dieses Thema im Ausschuss vorzubereiten“, sagt er. Kristine Kasten betonte aber, wie wichtig ihr die Terminsetzung im Dezember ist. Man solle zügig die Arbeit aufnehmen.

Alle drei Monate soll es dann einen Bericht geben, inwieweit die konzeptionelle Arbeit vorangeschritten ist. „Hier kann geklärt werden, wo Schwierigkeiten bestehen, wo man schon einen Strich ziehen kann und welche kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen vonnöten sind“, sagt sie. Den Termin auf den 4. Dezember zu legen, hält Sven Fröhlich für zu kurzfristig angelegt. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses will aber im September eine Sondersitzung anberaumen, auf der ausschließlich dieses Thema behandelt wird.

Konzept soll im März vorliegen

Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos) machte den Vorschlag, statt eines Konzeptes einen Fahrplan für das Konzept bis zum 4. Dezember zu erstellen. „Verkehrskonzepte werden letztendlich von der Straßenverkehrsbehörde des Kreises genehmigt. Es macht also Sinn, die Behörden von Anfang an einzubeziehen, ebenfalls die Verkehrsbetriebe“, sagt sie.

Zustimmung bekam sie von Carmen Kannengießer (BB), die dabei die geplante Ortsumgehung ansprach. Die Verkehrsbehörde werde erst am Ende des Jahres den ersten Vorschlag für die Umgehung machen. „Dann geht dieser Vorschlag in die Diskussion. Und dann wissen wir noch nicht, ob Bürger und Anlieger einverstanden sein werden mit dem, was die Verkehrsbehörde geplant hat“, sagt sie. Vorher über ein Verkehrskonzept zu reden, wäre vergebene Liebesmüh.

Die Stadtvertreter haben mehrheitlich dem Änderungsantrag von Dr. Uwe Rühlow zugestimmt. Die Verwaltung und der Ausschuss haben nun bis Ende März Zeit, ein geeignetes Verkehrskonzept für Bergen zu entwickeln.

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Von Mathias Otto

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