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Rügen Wählergruppen streben in Binz neue Mehrheiten an
Vorpommern Rügen Wählergruppen streben in Binz neue Mehrheiten an
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11:56 27.03.2019
Stimmungsvolle Wetterlage in Binz: Zur Kommunalwahl soll die politische Landschaft wie vor fünf Jahren umgepflügt werden. Quelle: Frank Söllner
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Binz

Wie schon vor fünf Jahren: In Binz wurde die politische Landschaft vor der Kommunalwahl nochmal umgepflügt. Eine neue Wählergruppe wurde gegründet, eine andere hat sich verabschiedet und einige Kandidaten wechselten die Listen. Dennoch könnten auf den 17 Plätzen im neuen Gemeinderat wieder viele Volksvertreter der jetzigen Legislaturperiode sitzen. 14 von ihnen wollen sich wieder wählen lassen. Nur Renate Rösler und Karl-Heinz Olschewski (Linke) sowie Silke Schneider (fraktionslos) verzichten.

Diesmal bewerben sich insgesamt 74 Kandidaten auf sechs Listen für die Gemeindevertretung, vor fünf Jahren waren es 64 auf sechs Listen. Die meisten schicken die Wählerinitiative Bürger für Binz (22) und die Wählergruppe „Aus der Mitte“ (21) ins Rennen. Mit 18 Männern und Frauen tritt die CDU an, die SPD mit acht. Drei Kandidaten hat die Linke diesmal am Start. Erstmals dabei ist die AfD – mit zwei Kandidaten.

Jüngstes Gesicht unter den Kandidaten ist Marvin Müller. Der 18-Jährige tritt für die SPD an. „Ich verfolge schon länger die Kommunalpolitik. Ich möchte gerne eine kleine Stimme für die jungen Menschen sein und etwas bewegen“, sagt der Lehramtsstudent. Müller ist Juso-Kreisvorsitzender und im Landesvorstand sowie Stellvertreter der SPD-Ortsgruppe Rügen-Hiddensee und im SPD-Kreisvorstand. Zu den Sozialdemokraten sei er vor drei Jahren gestoßen aufgrund des Rechtsruckes in der Gesellschaft. „Ich wollte mich politisch engagieren“, so der junge Mann, dessen Mutter Franka (SPD) auch kandidiert. „Wir setzen auf Kontinuität und Kompetenz“, so Ralf Reinbold, der die SPD-Liste anführt und seit 2004 im Gemeinderat sitzt. Wichtige Anliegen seien das klare „Nein“ zur Marina in Prora sowie zur weiteren Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen. Auch Investitionen in den Schulstandort seien dringend notwendig.

Einen attraktiveren Schulstandort und die Verhinderung der Marina stehen auch bei der Wählerinitiative Bürger für Binz (BfB) ganz oben bei den Wahlkampfthemen. Aber auch einen kommunalen Wohnungsbau und Bürgerentscheide bei Großprojekten fordert die BfB ein. Sie strebt neue Mehrheiten im Parlament an sowie eine freundschaftliche Zusammenarbeit mit der Wählergruppe „Aus der Mitte“. Die BfB hat die meisten Kandidaten aufgestellt. Angeführt wird die 22-köpfige Liste von Mario Kurowski, gefolgt von den Gemeindevertretern Helge Colmsee, Christian Mehlhorn und Dennis Groß.

Die Wahlvorschläge der WG „Aus der Mitte“, die im Dezember 2018 gegründet wurde, führen Manuela und Dietrich Tomschin an. Die Mitglieder wollen die Bedürfnisse der Bürger stärker in den Mittelpunkt stellen. Sie lehnen unter anderem den Bau einer Marina ab und setzten auf Gesundheitstourismus sowie Elektrobahnen im Ort.

Die Eheleute Tomschin sitzen seit fünf Jahren im Parlament und gehörten 2013 zu den Gründungsmitgliedern der Wählergemeinschaft „Pro-Binz“, die sich im Januar aufgelöst hat. Mitglieder waren neben Bürgermeister Karsten Schneider auch Gemeindevertretervorsteherin Heike Reetz. Tomschins hatten „Pro-Binz“ im Jahre 2015 verlassen, nachdem Mario Kurowski nach Kritik an der Verwaltung ausgeschlossen wurde. Seither sind sie fraktionslose Gemeinderatsmitglieder.

Der CDU-Ortsverband Binz/Zirkow, mit 54 Mitgliedern der größte der Insel, hat 18 Kandidaten - acht mehr als beim Urnengang vor fünf Jahren. Alle sechs Frauen und 12 Männer sind Mitglied der CDU. „Das ist unser Kodex. Wir arbeiten nicht mit Sympathisanten. Es ist wichtig, dass wir geschlossen auftreten“, sagt CDU-Chef Ulf Dohrmann. Der Christdemokrat blickt auf eine gute Entwicklung von Binz für die Einheimischen und die Wirtschaft. „Wir haben viel erreicht, zum Beispiel den Bau der Schulturnhalle, und auch der Radweg von Karow nach Prora kommt. Wir können stolz sein. Binz ist ein Ort mit hoher Lebensqualität und tollem Image.“ Dies müsse weiter optimiert werden. Wichtig sei, sich auf die Sacharbeit zu fokussieren. „Wir halten uns zu sehr auf mit Personen, das bringt uns nicht weiter“, so der Unternehmer.

Auf dem Stimmzettel der CDU steht nun auch Heike Reetz. Bei dem Kandidaten Daniel Hartlieb gibt es einen Vermerk. Er habe eine Absichtserklärung vorgelegt, dass er im Falle einer Wahl auf das Mandat verzichtet. Hintergrund ist die Unvereinbarkeit von Amt und Mandat. Daniel Hartlieb, Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr, arbeitet in der Gemeindeverwaltung.

Für die Linke tritt Heinz Borchert (79), seit zwei Legislaturperioden im Gemeinderat, wieder an. Mit ihm noch Parteifreund René Maske sowie der parteilose Detlev Falk. Bei der letzten Wahl startete die Linke noch mit acht Bewerbern. „Wir haben viele Leute gefragt, aber die Bereitschaft war nicht da“, erklärt Heinz Borchert.

Die AfD hat Siegfried Klein und Anita Habeck als Kandidaten aufgestellt.

Gerit Herold

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