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Vorpommern Preisexplosion am Sund: Sanierung der Ostmole kostet jetzt 10 Millionen Euro
Vorpommern Preisexplosion am Sund: Sanierung der Ostmole kostet jetzt 10 Millionen Euro
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13:41 24.11.2018
Die Sanierung der Ostmole am nördlichen Dänholm in Stralsund soll nun voraussichtlich im April 2019 abgeschlossen sein. Quelle: Stefan Sauer
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Stralsund

Die bereits seit Monaten laufende Sanierung der Stralsunder Ostmole auf dem Dänholm entwickelt sich für die Steuerzahler zu einem Fass ohne Boden: Nach Angaben der Stadtverwaltung summieren sich die Gesamtkosten für das Projekt inzwischen auf fast zehn Millionen Euro. Ursprünglich sollten für die Erneuerung der Anlage „nur“ 6,5 Millionen Euro im Sund versenkt werden. Dieser zu Beginn eingeplante Finanzrahmen muss nun zum dritten Mal nach oben korrigiert werden.

Für den größten Anteil der ausufernden Kosten sind zusätzliche Arbeiten im Zuge der Kampfmittelräumung der entsprechenden Grundbereiche im Sund verantwortlich. Allein hier sind die jüngsten Schätzungen aus dem Januar 2018, die im Vergleich zur Ausgangskalkulation bereits deutlich nach oben geschraubt wurden, nochmals um knapp 900 000 Euro übertroffen worden. Ein weiterer Teil der neu aufgelaufenen Zusatzkosten geht auf Nachforderungen der Hafenbaufirma Züblin zurück, die rund 200 000 Euro mehr verlangt als zuletzt geplant war.

In dieser Woche sollen der Finanz- und der Bauausschuss der Bürgerschaft über das weitere Vorgehen entscheiden. Problem: Bisher ist offen, ob die Stadtverwaltung für die Mehrkosten auch zusätzliche Fördermittel von der Landesregierung erhält. Bisher hat das Land 90 Prozent der Summen für die Sanierung der Ostmole übernommen. Zwar habe die Stadtverwaltung im Oktober beim Landesförderinstitut erneut schriftlich um einen Nachschlag gebeten, bisher aber keine Antwort aus Schwerin erhalten.

Das Projekt Ostmole gilt als besonders wichtig für die deutliche Verbesserung der Bedingungen für Segelsportler einerseits, als auch zur Steigerung der touristischen Attraktivität. Außer der Sanierung der Mole als Bauwerk an sich sollen 22 zusätzliche Liegeplätze für Wasserwanderer und ein Anleger für Flusskreuzfahrtschiffe entstehen.

Zum Hintergrund: Zunächst waren die Kosten bereits 2017 um eine Million Euro angestiegen, weil die Bergung alter Kriegsmunition deutlich teurer wurde. Der landeseigene Munitionsbergungsdienst hatte der Stadtverwaltung einen Korb gegeben, als diese mit dem Auftrag vorstellig wurde, das betroffene Gebiet unter Wasser entsprechend abzusuchen und Blindgänger bergen zu lassen. Stattdessen habe der Munitionsbergungsdienst die Hansestadt an einen teureren Ingenieur aus der Privatwirtschaft verwiesen, um die Koordinierung der Kampfmittelräumung zu übernehmen, wie aus mehreren verwaltungsinternen Dokumenten hervorgeht, in denen die Gründe für die Kostenexplosion aufgelistet sind.

Der Preis für weitere wasserseitige Arbeiten ist dann im Januar dieses Jahres erneut um 450 000 Euro nach oben gegangen. Dieser Kostenanstieg sei Stephan Bogusch, dem zuständigen Amtsleiter im Rathaus, zufolge dem Umstand geschuldet, dass in den 30er-Jahren beim Bau der Ostmole allerhand Unrat dazu verwendet worden sei, um den Grund zu befestigen. Ehe die Arbeiten losgingen, war man anhand alter Baupläne davon ausgegangen, dass ein im Wasser zur Grundbefestigung versenktes Weidengeflecht mit Hilfe von speziellen Steinpackungen unter Wasser fixiert worden ist. Stattdessen sei damals laut Bogusch dafür aber alles genommen worden, was irgendwo herumlag. Nach den vielen Jahrzehnten im Sund hat sich das Gerümpel mit dem Schlamm vermengt und bildet nun eine zwei Meter mächtige Schlickschicht. Der Boden musste entfernt und wegen erhöhter Schadstoffwerte auf einer Deponie entsorgt werden, was ebenfalls nicht eingeplant worden war.

Benjamin Fischer

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