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Stralsund Weihnachtsrocker lassen Anker Werkstatt beben
Vorpommern Stralsund

20. Weihnachtsrock in Stralsund

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17:03 26.12.2019
Sehr jung, aber auch sehr oho: Die Band Million Fellas eröffnete den Konzertreigen beim diesjährigen Weihnachtsrock und begeisterte das Publikum. Quelle: Christian Rödel
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Stralsund

Merry Birthday! Happy Christmas! Die Stralsunder Weihnachtsrocknacht ist 20 geworden und hat das mit zwei Konzertabenden in der Anker Werkstatt und zahlreichen Gästen gefeiert.

„Million Fellas“ gibt Gas

Stralsund, bewegt euch“, rief Frontmann Max von der Formation „Million Fellas“ in den Nachtstunden am ersten Weihnachtsfeiertag in das Publikum der Werkstatt. Und wie sich das Partyvolk bewegte: Da tanzten ganz junge Leute um die 20 neben den Mittfünzigern bis zum Morgengrauen zu alternativer Rockmusik.

„Die geben ja richtig Gas, diese junge Burschen, die fast so aussehen, als wenn sie gerade ihre erste Schülerband gegründet hätten“, sagte Sandra Bartozs, die mit ihrem Kumpel Ben Schmidt seit Jahren zu den treuen Fans der Weihmachtsrocknacht gehört. Die Bergener und der Stralsunder sind beim Headbangen ganz vorne an Bühnenrampe fast bei jedem Song mit dabei.

Das Malchiner Quartett „Million Fellas“ existiert zwar erst seit einem guten Jahr, aber die Musiker haben schon als Support unter anderem bei einem Konzert von „Fettes Brot“ ihr professionelles Können, das von einer schier unglaublichen Leidenschaft angetrieben wird, an den Instrumenten unter Beweis gestellt. Diese Performance von war ein ein grandioser Auftakt zum „20.“.

„Kudders“ brachten Werkstatt zum Beben

Ein ganz besonderer akustischer Leckerbissen mit vorzüglichen Songtexten war der Auftritt von den „Kudders“ aus Bramow bei Rostock, die mit ihrem Shanty-Rock die Werkstatt-Hütte zum Beben brachten. Das Trio produzierte so einen Drive auf der Bühne, dass der Pogo-Bär nur so steppte. Wie die drei Musiker über die täglichen Freak-Shows auf diesem Planeten sangen und davor warnten, nationalistischen Rattenfängern auf den Leim zu gehen, war schon eine besondere Kategorie bei dieser weihnachtlichen Jubiläumsrocknacht.

Es folgten weitere formidable Formationen wie Larrikins, Martha Friedberg und die beiden Lokalmatadoren Nästy und „Flemming & The Gang“. Und die wurden nicht weniger gefeiert in diesen beiden Nächten auf der Hafeninsel.

In Grünhhufe fing 1999 alles an

Das Partyvolk in der Werkstatt. Quelle: Christian Rödel

Der Geist der Weihnachtsrocknacht weht seit 1999 am Sund. Damals organisierte die erste Veranstaltung Jürgen Blümel in der Auferstehungskirche in Grünhufe. Sohn Fiete, der heutige Veranstalter, kümmerte sich um „kleine organisatorische Dinge“, wie er sich erinnert. „Etwa die Betreuung der Bands.“ Bei der ersten Rocknacht waren das übrigens „Cut My Hair“ aus Rostock und „Cross Town“ aus Barth. Aus Velgast traten „The Rope“ auf, eine düstere metal-lastige Band mit Sängerin Kautz.

STiC-er und Knoxi hielten Rocknacht mit am Leben

Nachdem Jürgen Blümel im Jahr 2009 die organisatorischen Segel strich, fanden sich immer wieder neue Musikbegeisterte, die die Rocknacht am Leben hielten, unter anderem das STiC-er Theater oder der Verein Knoxi. Als sich letzterer im Jahr 2013 auflöste, zog Fiete Blümel die Reißleine, „weil ich es schade gefunden hätte, wenn so eine traditionsreiche Veranstaltung nicht mehr stattfindet.“

Zunächst organisierte er das Ganze zwei Jahre aus der Ferne, „was irgendwie komisch war, weil ich zunächst nicht vor Ort sein konnte und nicht wusste, ob die Veranstaltung funktioniert. Das habe ich dann erst am Weihnachtsrocknacht-Abend selbst gesehen.“ Im Jahr 2015 zog es Fiete Blümel zurück nach Stralsund. Nicht erst seitdem ist er mit seiner Veranstaltungsagentur Rock BB eine feste Größe und Bereicherung in der Stralsunder Kulturlandschaft.

Rocknacht heißt: Nach Hause kommen

Die Band Kudders brachten mit ihrem Shanty-Rock und den anspruchsvollen, teilweise sehr politischen Texten die Werkstatt beim zweinächtigen Weihnachtsrock zum Sieden. Quelle: Christian Rödel

Was für den Veranstalter selbst das Besondere an der Weihnachtsrocknacht ist, unterschreiben auch viele der Besucher: „Man trifft so viele alte Bekannte, die Weihnachten nach Hause kommen und immer wieder den Weg zur Weihnachtsrocknacht finden.“ Manche fliehen vor der trauten „Oh Heiligen Nacht“, andere wollen bekannten oder neuen Klängen lauschen oder einfach Freunde wieder treffen. Auch wenn sich viele Geschichten der Weihnachtsrocknacht wiederholen, niemals jedoch gab es einen Santa Claus oder einen geschmückten Weihnachtsbaum bei diesen Konzerten. Einmal überreichte ein Veranstalter jedem beteiligten Musiker einen wunderschönen großen Schokoladenweihnachtsmann, er erntete nur Spott und ungläubiges Lächeln. Es ist zu glauben: Er tat es nie wieder.

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