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Stralsund Ausgebadet: Gute Saison fürs Stralsunder Strandbad
Vorpommern Stralsund Ausgebadet: Gute Saison fürs Stralsunder Strandbad
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11:12 12.09.2019
Claudia Skupien (23): „Im Sommer fahre ich nicht in den Süden, sondern bleibe liebe hier in der Region und sonne mich nach der Arbeit auch mal gerne im Stralsunder Strandbad.“ Quelle: Christian Rödel
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Stralsund

Die großen Ferien sind zu Ende, die Sommerurlaube verlebt, die Ostsee kühlt sich ab. Mit anderen Worten: Die Badesaison ist für das Gros der Wasserratten vorbei. „Es gibt aber auch Hartgesottene, die das ganze Jahr über schwimmen gehen“, berichtet Gerhard Herkules. Sollte im Winter das Wasser gefroren sein, kämen die auch schon mal mit einer Spitzhacke an den Strand und kloppten sich den Weg ins eisige Nass frei.

Herkules ist bei der kommunalen Firma Stralsund Innovation Consult (SIC) Projektleiter und kümmert sich mit seinem fünfköpfigen Team ums Stralsunder Strandbad (fünf weitere SICler sind im Imbiss beschäftigt). Zeit für eine Bilanz – wie lief die Saison 2019? Ariane Kroß, Geschäftsführerin von SIC: „Wir sind zufrieden. Das Strandbad war zwar nicht ganz so stark besucht wie im vergangenen Jahr, aber da war auch der Sommer durchgehend wärmer.“ Und Projektleiter Herkules schätzt: „An heißen Tagen hatten wir auch in diesem Jahr rund 3000 Besucher.“

Baden vor spektakulärer Kulisse: An heißen Tagen kamen bis zu 3000 Gäste an den Strand. Quelle: Christian Rödel

Cocktails in chilliger Atmosphäre

Besonders gut kamen klassische Veranstaltungen wie das Strand- und Musikfestival, das Nivea-Fest und das Osterfeuer an, ähnliches wird fürs Drachenfest am 12. Oktober erwartet. Auch Sundschwimmen und Triathlon zogen zahlreiche Sportler und Besucher an den Stralsunder Strand. Verbesserungsbedarf sieht Kroß hingegen bei den After-Work-Partys, die ab Ende Juli jeden Freitag nach Feierabend Freunde von Cocktails, House-Musik und netter Atmosphäre anlocken sollten. „Wir sind mit der Resonanz noch nicht da, wo wir hinwollen. Vielleicht haben wir das Angebot etwas spät gestartet“, vermutet sie. Im nächsten Jahr soll die Reihe fortgesetzt werden.

Startschuss am Strand: Hunderte Triathleten liefen im August in den Sund, um dort ihre Runden zu drehen, ehe es ab aufs Fahrrad und danach joggend die Promenade entlang ging. Der Zieleinlauf war ebenfalls am Strand. Quelle: Kai Lachmann

Ein großes Ärgernis bleibt der Müll. Täglich müssen die SIC-Mitarbeiter den Strand reinigen. „Da gibt es genug zu tun“, sagt Herkules. Jeden Morgen gegen 6 Uhr wurde losgelegt, denn die ersten Badegäste kamen bereits ab 7 Uhr. Die Verunreinigungen sind vielfältig: Einerseits hinterließen Strandgäste Verpackungsmüll, Kippen und auch Scherben im Sand, andererseits haben Unbelehrbare auch schon nachts im Schutz der Dunkelheit ihren Unrat an den Strand gekarrt. „Was wir da nicht schon alles vorgefunden haben: Volle blaue Säcke, Matratzen, Autoreifen, Schränke ...“, listet Projektleiter Herkules auf.

„Nemo“ buddelt Kippen wieder aus

Das habe allerdings abgenommen, seitdem ein Sicherheitsdienst nachts ein Auge auf die 20 000 Quadratmeter große Anlage hat. Auch der Vandalismus an den Strandkörben – SIC hält 25 Stück vor – ging zurück. Früher wurden sie aufgeschlitzt, bemalt, ins Wasser geworfen oder gar angezündet. Um die Sauberkeit zu verbessern ist seit Mitte Juli eine Strandreinigungsmaschine („Nemo“) im Einsatz, die den Sand bis in zehn Zentimetern Tiefe von Müll befreit. Und um der Kippenflut Herr zu werden, sind seit Kurzem kleine Strandascher aus Pappe im Angebot.

Klimaschutzmanager Stephan Latzko präsentiert den Stralsunder Strandaschenbecher. Quelle: Pressestelle der Stadt Stralsund

Ein weiteres Problem: „Das Strandbad ist kein Hundestrand, dafür ist es auch nicht groß genug“, erläutert Kroß und bedauert, dass manch ein Hundebesitzer dafür kein Verständnis zeige und mitunter sogar aggressiv auf die Ansagen des SIC-Personals reagiere. Auch die Parksituation ist nicht optimal. Das Strandbad hat keinen extra ausgewiesenen Parkplatz. Das gibt laut Kroß aber trotzdem niemanden das Recht, mit dem Auto dicht an den Strand zu fahren, es dort abzustellen und Rettungswege zu blockieren.

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