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Stralsund 30 Jahre alter Schulkomplex in Stralsund für fünf Millionen Euro saniert
Vorpommern Stralsund 30 Jahre alter Schulkomplex in Stralsund für fünf Millionen Euro saniert
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11:41 13.09.2019
Die Sanierung der Schill- und der Haselberg-Schule in Grünhufe ist abgeschlossen. Über fünf Millionen Euro wurden hier seit Januar 2018 investiert. Quelle: Ines Sommer
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Stralsund

„Hip-Hop – Schule ist top“, so hallte es am gestrigen Donnerstag durch Grünhufe. Rund 400 Schüler, Eltern und Lehrer feierten mit diesem Lied das Ende einer der größten Schul-Baustellen Stralsunds – und damit den Beginn einer schönen Schulzeit in neuen Klassenzimmern. Seit Januar 2018 wurden Schill- und von-Haselberg-Schule von Grund auf saniert. 5,4 Millionen Euro ließ sich das die Hansestadt kosten.

Stadt gibt 765 000 Euro Eigenanteil

3,9 Millionen Euro davon flossen aus Städtebaufördermitteln. 735 000 Euro gab das Land als Sonderbedarfszuweisung dazu. Bleiben 765 000 Euro, die aus dem städtischen Haushalt bezahlt werden müssen.

Großer Andrang: Schulkinder, Eltern, Lehrer und Nachbarn kamen am Donnerstagnachmittag zur feierlichen Eröffnung der Schule. Quelle: Ines Sommer

„Mit diesem Projekt haben wir die Schulsanierungen in Grünhufe fast abgeschlossen. Aber wir haben noch ein enormes Programm vor uns. 60 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren in die Stralsunder Schulen gesteckt werden“, sagte Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) in seiner kleinen Festrede.

Anderthalb Jahre vom Rohbau bis zur Übergabe, die OZ hat alles im Bild festgehalten.

Auch die beiden Schulleiter freuten sich über das neue, alte Schulgebäude. „Wir haben jetzt viele kleine Räume, die einen individuellen Unterricht ermöglichen. Besonders schön sind die Rückzugsmöglichkeiten. Da können wir der Stadt, aber auch Architekten und Bauarbeitern nur danken“, so Jana Perisa. Die Leiterin der Ernst-von-Haselberg-Förderschule, in der etwa 35 Schüler unterrichtet werden, nahm nach der offiziellen Übergabe die neugierigen Eltern in Schlepptau und präsentierte ihnen das sanierte Haus.

Keine Spur mehr vom 30 Jahre alten Plattenbau

Einmal kleiner Feuerwehrmann sein – die Freiwillige Feuerwehr Stralsund erfüllte den Kindern diesen Wunsch. Quelle: Ines Sommer

Geht man heute durch die Schule, erinnert nichts mehr an den einstigen DDR-Bau, der 1989 eingeweiht wurde. Das Besondere: Das viergeschossige Gebäude besteht aus zwei Teilen, die um eine halbe Etage höhenversetzt sind. „Auch die Raumstruktur war gut, bietet viele Möglichkeiten“, erklärte Andreas Woitassek von der GMW-Planungsgesellschaft aus Stralsund bei einem kürzlichen Rundgang. Das war’s dann aber auch schon mit dem guten Teil des Erbes. „Wer denkt, nur in einem Altbau oder Denkmal kommen während der Bauarbeiten Überraschungen zu Tage, der irrt.“

So habe man an den Wänden zum Teil bis zu sechs Zentimeter Toleranzen gemessen. „Die Bauqualität war nicht gut. Die Konstruktion ist doch sehr ausgedünnt“, deutet Architekt Woitassek an, dass an Material gespart wurde. „Deshalb mussten wir jetzt viel Stahl einbauen.“

Lüftungsanlage, Sonnenschutz und Schallisolierung – alle Räume wurden nach neuesten Bestimmungen umgebaut. „Nichts hallt, alles ist an jedem Platz gut zu hören. Das ist jetzt schon das Modernste, was wir in Stralsund zu bieten haben“, sagte Jörn Tuttlies, Leiter der Abteilung Schule, Sport und ZGM in der Stadtverwaltung.

Eltern schauten sich neugierig um

Die vielen Gäste gratulierten nicht nur mit Blumen zur Einweihung, sondern wollten unbedingt die Klassenräume besichtigen. Quelle: Ines Sommer

Und während sich viele Eltern die Schule von innen anschauten und wie Familie Konrad aus Grünhufe feststellten, dass hier nicht mehr mit Tafel und Kreide gearbeitet wird und alles supermodern eingerichtet ist, tobte draußen ein großes Kinderfest. Ponyreiten, Hopseburg und Eis-Überraschung sorgten für viel Aufregung. Hatten die Jungs den meisten Spaß beim Klettern in ein echtes Feuerwehr-Auto, ließen sich die Mädchen lieber von den beiden Sanitätern Benno Hauschild und Toralf Timm einen echten Verband anlegen. „Einfach so, weil es gut aussieht“, fand eine kesse Lütte.

Übrigens: Pünktlich zum neuen Schuljahr waren die Mädchen und Jungen, die zwei Schuljahre im alten Herder-Gymnasium in Knieper West unterrichtet wurden, wieder nach Grünhufe gezogen. Schließlich lauerten schon die Juri-Gagarin-Schüler auf die Übergangslösung, weil ihr Gebäude in Knieper Nord nämlich in den kommenden zwei Jahren für gut vier Millionen Euro umgebaut wird.

Jeder Schulteil hat eigenen Eingang

Im Januar 2018wurde die Großbaustelle in Grünhufe eröffnet. Die Entkernung der beiden Schulteile begann. Im November 2018 war der Rohbau fertig. Insgesamt wurden 19 Fachfirmen eingebunden.

Im größeren Gebäudeteil(ehemals Haus I), der Schill-Grundschule, können bis zu 335 Mädchen und Jungen unterrichtet werden. Das einstige Haus II ist auf die Bedürfnisse von maximal 50 Schülern der Ernst-von-Haselberg-Förderschule zugeschnitten. Jeder Teil bekam einen neuen Eingang. Eins der drei Treppenhäuser, das künftig nicht mehr gebraucht wird, beherbergt nun einen Fahrstuhl.

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Von Ines Sommer

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