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Stralsund Auf dem Rad von Stralsund nach Riga und retour – mit 68 Jahren
Vorpommern Stralsund Auf dem Rad von Stralsund nach Riga und retour – mit 68 Jahren
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10:34 18.05.2019
Wolfgang Heideke (68) aus Stralsund startet am 27. Mai eine 3300 Kilometer lange Radtour, die ihn bis nach Riga und wieder zurückführen wird. Quelle: Miriam Weber
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Stralsund

Er ist ein Energiebündel, scheint immer in Bewegung und hat die ganze Zeit etwas zu erzählen. Wolfgang Heideke, genannt Wolle, ist 68 Jahre alt und Radfahrer aus Leidenschaft. Und weil ihm das solchen Spaß macht, würde er auch gern andere Leute davon überzeugen, auf den Drahtesel zu steigen. „Weil es gesund ist, und weil es Spaß macht“, sagt der ehemalige Fernfahrer. Sein Ziel ist dabei jedoch nicht, Gesellschaft fürs Radeln zu finden, viel mehr möchte er Denkanstöße geben.

3300 Kilometer im Sattel

Um zu beweisen, dass Jeder Radfahren kann, startet er am 27. Mai um 2.30 Uhr in der Nacht sein ganz persönliches Überzeugungsprogramm: „Ich fahre nach Riga und zurück, das sind in etwa 3300 Kilometer“, erklärt er. Seine Route führt über Kolberg, Danzig, Kaliningrad, über Kaunas und Warschau zurück nach Stralsund. „Das ist allerdings auch meine bisher längste Tour.“

Den Gedanken trägt er schon länger mit sich spazieren, doch im Januar dieses Jahres haben die konkreten Vorbereitungen begonnen. Dazu zählte auch, dass er Erfahrungen mit anderen Radfahrern austauschte. „Irgendwann gab es dann kein Zurück mehr. Jetzt hoffe ich nur, dass ich mich übernommen habe“, sagt er. Unterstützung bei der Ausrüstung bekommt der Radbegeisterte dabei von Torsten Heiden. Etwa Werkzeug oder Ersatzspeichen. Was gehört noch zur Ausrüstung? Flickzeug und Reserveschläuche, immer vier Liter Wasser und eine kleine Apotheke. „Ich habe auch immer ein Zelt dabei, aber eigentlich steuere ich immer Pensionen an“, erklärt Wolfgang Heideke. Wenn er in anderen Ländern sei, dann möchte er auch gern die regionale Küche kennenlernen. „Und das kann ich auf dem Zeltplatz nicht“, sagt er mit einem Lachen.

Menschen kennenlernen

Das sei ohnehin das Besondere und Schöne an seinen Reisen, „dass ich so viele Menschen unterschiedlicher Nationalitäten kennenlerne.“ Und dann fängt er an zu schwärmen von der Gastfreundlichkeit und der Herzlichkeit der Polen und Russen, von den zahlreichen schönen Begegnungen, die er hatte. Seine Touren macht er übrigens am liebsten allein. „Da kann ich mein eigenes Ding machen“, sagt der dreifache Opa. Er erzähle zwar im Nachhinein gern von seinen Reisen, aber ansonsten „bin ich kein Herdentier“,. erklärt er mit einem Augenzwinkern.

Für die Gesundheit

Wolfgang Heideke sagt von sich, dass er schon immer sportbegeistert war. „Aber als meine Lendenwirbel kaputt waren, musste ich mir eine andere Sportart suchen. So bin ich zum Radeln gekommen.“Aus dem Brötchenholen beim Bäcker wurde zunächst eine Tour nach Altefähr, dann nach Barth und „plötzlich fuhr ich bis Stettin.“ Und es habe sich immer gut angefühlt, mit dem Rad unterwegs zu sein. Vor allem habe er gespürt, dass es seiner Gesundheit gut tue. Und das sei der wichtigste Grund für seine Tour: „Andere Menschen wie du und ich zu motivieren, etwas für sich und ihre Gesundheit zu tun.“ Er habe in den vergangenen Monaten zu viele Freunde und Bekannte durch Krankheiten verloren. „Die Fahrt ist auch für diese Freunde.“

Unterstützung bei all seinen Unternehmungen habe er immer bei seiner Frau gefunden, mit der er seit 49 Jahren verheiratet ist. „Sie weiß, dass Radfahren Balsam für meine Seele ist.“ Und auch sein Sohn würde ihm etwa bei technischen Dingen zur Seite stehen.

Mit Motörhead ins Glück

Auf die Frage, ob er denn nie die Motivation verliere, sagt Wolfgang Heideke: „Klar, manchmal schon. Aber das ist zum Glück nach ein paar Minuten schnell wieder vergessen.“ Manchmal höre er auch Musik während des Fahrens, und dann erklärt er fast schüchtern, dass Motörhead seine Lieblingsband sei. „Nichts motiviert mehr.“

Sechs Wochen nach seinem Start würde Wolfgang Heideke gern wieder in Stralsund sein, zurück von seiner Tour mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen. Und danach? Auch dafür gibt es schon Pläne. „Ich werde mit meiner Frau in die Masuren fahren und Freunde in Kolberg besuchen – aber ohne Rad.“

Miriam Weber

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