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Stralsund „Alan Kurdi“ startet in Richtung libysche Gewässer
Vorpommern Stralsund „Alan Kurdi“ startet in Richtung libysche Gewässer
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16:48 22.07.2019
Dieses von der Seenotrettungsorganisation Sea-Eye zur Verfügung gestellte Foto zeigt das Seenotrettungsschiff „Alan Kurdi“. Kurz nach ihrer letzten Rückkehr ins Einsatzgebiet im Mittelmeer vor Libyen hat die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye mit ihrem Schiff „Alan Kurdi“ 44 Migranten gerettet. Nach einigen Tagen Pause sticht die Crew nun wieder in See. Quelle: Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa
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Stralsund

Das private Seenotrettungsschiff „Alan Kurdi“ des Hilfsvereins Sea-Eye ist wieder in Richtung libyscher Hoheitsgewässer unterwegs. Das Schiff wollte noch am Montag den Hafen von Palma de Mallorca verlassen und Kurs auf Libyen nehmen, teilte eine Sprecherin auf Anfrage des evangelischen Pressedienstes (epd) mit. Von Mallorca aus dauert es ihr zufolge noch rund vier bis fünf Tage, bis das Schiff sein Einsatzziel erreicht. Dort will die „Alan Kurdi“ mögliche Flüchtlinge aufnehmen, die von Libyen aus in Booten versuchen, Europa zu erreichen. Die Mission wird finanziell von der Hamburger Band Revolverheld unterstützt.

Vor knapp zwei Wochen hatte die „Alan Kurdi“, deren Heimathafen Stralsund ist, ihren Einsatz beendet, nachdem sie in den Hoheitsgewässern von Malta noch einmal 44 Flüchtlinge aufgenommen hatte. Die Maltesische Marine holte die Flüchtlinge von Bord, verbot der „Alan Kurdi“ aber, im Hafen der Hauptstadt Valletta festzumachen. Kurz zuvor nahm das Schiff bereits mehr als 60 Menschen an Bord.

Pause von aufreibender Situation

„Wir müssen Diesel und Kraft tanken“, erklärte Sea-Eye-Vorsitzender Gordon Isler damals. Die Diskussionen mit maltesischen oder italienischen Behörden über die Aufnahme von Flüchtlingen bezeichnete er als „aufreibend“. Unterdessen suchten die Außen- und Innenminister der EU am Montag in Paris weiter nach einer Lösung zur Verteilung der Bootsflüchtlinge innerhalb Europas. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte kürzlich die Seenotrettung als ein „Gebot der Humanität“ bezeichnet.

Künftig will die spendenfinanzierte Organisation Sea-Eye den Heimathafen der „Alan Kurdi“ nach Hamburg verlegen, weil von dort aus das Schiff leichter zu betreuen sei, so Isler. Das Schiff trug viele Jahrzehnte den Namen „Professor Albrecht Penck“ und wurde zu Forschungszwecken hauptsächlich in der Ostsee eingesetzt. Nachdem die Rettungsorganisation Sea Eye das Schiff 2018 übernahm, benannte sie es nach einem zweijährigen Jungen namens Alan Kurdi, der 2015 auf der Flucht ertrank. Fotos von seiner an einem Strand angespülten Leiche gingen um die Welt.

Das Schiff hat eine fast 70-jährige Geschichte. Im Dienste der Forschung legte es weit mehr 600 000 Meilen zurück.

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epd/Kai Lachmann

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