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Stralsund Alte Diesel: Die Steher auf dem Hof
Vorpommern Stralsund Alte Diesel: Die Steher auf dem Hof
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07:30 26.06.2018
Einstige Dieselautos auf dem Hof der Autoverwertung Dapa in Duvendiek. Schneller ausgedient durch die Umweltprämie.
Einstige Dieselautos auf dem Hof der Autoverwertung Dapa in Duvendiek. Schneller ausgedient durch die Umweltprämie. Quelle: Jörg Mattern
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Stralsund

Vier Arbeiter haben auf dem Platz der Autoverwertung Dapa in Duvendiek vor den Toren Stralsunds derzeit viel zu tun. „Seit die Hersteller versuchen, über die Umweltprämie alte Dieselautos vom Markt zu nehmen, zerlegen wir hier bis zu 30 Prozent mehr Fahrzeuge“, sagt Frank Salomon, Juniorchef bei Dapa. Was ihn dabei ärgert: „So mancher ist noch nicht mal zehn Jahre alt.“

Die große Frage der Autokäufer in Vorpommern lautet in diesen Tagen: Komme ich mit meinem Diesel auf absehbare Zeit noch in die Städte? „Diese Frage können wir unseren Kunden derzeit nicht verlässlich beantworten“, sagt Kai Kruse, Mercedes-Händler in Ahlbeck. Er fühlt sich von der Politik allein gelassen. Die Folge: „Kunden sind verunsichert, in Zahlung genommene, gebrauchte Diesel entwickeln sich zu Stehern auf dem Hof des Autohauses.

Kruses Lichtblick: „Handwerker, Pendler und Dienstreisende sind mit dem Diesel zu einem vernünftigen Preis-LeistungsVerhältnis unterwegs sind.“ Diese Kundengruppe ist es, die weiterhin den Absatz bei Dieselfahrzeugen im Autohaus garantiert.

So, wie es derzeit läuft, sehen Schnäppchenjäger ihre Zeit gekommen. Das spürt Allaa Abed, Verkäufer bei A&M-Automobile am Helmshäger Berg in Greifswald. „Wir haben viele Diesel auf dem Hof und der Verkauf läuft wie Wasser“, sagt Abed. Der Handel läuft auch bei ihm über den Preis, aber: „Unsere Gewinnmargen müssen nicht so hoch sein, wie bei den Autohäusern großer Marken“, sagt der Gebrauchtwagenhändler und dazu kommt für ihn: „Auf dem flachen Land in Vorpommern ist doch nicht mit Fahrverboten zu rechnen.“

Mattern Jörg