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Stralsund Angeklagter im Fischbrötchen-Krieg: „Ich fühle mich verraten und verkauft“
Vorpommern Stralsund Angeklagter im Fischbrötchen-Krieg: „Ich fühle mich verraten und verkauft“
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09:33 27.11.2014
Die Angeklagten vor dem Landgericht Stralsund. Quelle: Elisabeth Woldt
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Stralsund

Das neue Verfahren um den sogenannten Stralsunder Fischbrötchen-Krieg ist am Dienstagvormittag mit juristischen Schachzügen der Verteidigung gestartet.

Ein Hauptangeklagter wirft dem Gericht vor, ihm einen Pflichtverteidiger an die Seite gestellt zu haben, der seine Aufgaben nicht nach den Wünschen des Mandanten erfülle. Unter anderem soll der Jurist Interna aus den Gesprächen mit dem Angeklagten weitergegeben haben. "Ich fühle mich verraten und verkauft", teilte der 36-Jährige dem Gericht schriftlich mit.

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Das Gericht ließ trotz der Vorwürfe keinen neuen Pflichtverteidiger zu. Daher stellte die Verteidigung einen Antrag auf Befangenheit, der nun geprüft wird.

Den ingesamt drei Angeklagten wird neben dem Übergriff auf Hartlieb, Brandanschläge auf ein Auto und einen Kutter, ein Buttersäureangriff auf ein Hotel sowie die Lagerung einer Bombenattrappe im Stralsunder Bauamt zur Last gelegt.

Das Landgericht hatte dem heute 36, 31 und 35 Jahre alten Trio im Juni 2013 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Urteil aufgehoben und die Beweiswürdigung bemängelt.

Als Tatmotiv sah das Gericht die hohe Verschuldung des 34 Jahre alten Täters im Stralsunder Milieu an. Die Männer sollen im Auftrag von Drahtziehern tätig gewesen sein, um die Stadt bei der Vergabe von Konzessionen für den Fischbrötchenverkauf am Hafen zu beeinflussen und mögliche Konkurrenten auszuschalten.


Video: Stralsunder Fischbrötchen-Krieg erneut vor Gericht
Video: Stralsunder Fischbrötchen-Krieg erneut vor Gericht



OZ