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Stralsund Aus für Bürgergarten: So reagieren Stralsunder
Vorpommern Stralsund Aus für Bürgergarten: So reagieren Stralsunder
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09:00 03.10.2019
Tretautos im Bürgergarten in Stralsund. Quelle: OZ
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Stralsund

Die angekündigte Schließung des Bürgergartens, ein beliebter Treffpunkt für Klein und Groß in der Hansestadt, macht viele Stralsunder betroffen. Mit Leserbriefen, Mails und Kommentaren drückten sie ihr Bedauern und ihren Unmut aus. Ein Überblick über die Stimmen:

„Das wäre eine Katastrophe!“, kommentiert Wiebke Dotzlaff die mögliche Schließung auf dem sozialen Netzwerk Facebook.

„Mit Entsetzen mussten wir lesen, dass der Bürgergarten aufgegeben wird. Wir wohnen in der Nähe und jedes mal freuten wir uns beim Vorübergehen, wie die Inhaber es schafften, jung und alt zusammenzubringen. Warum schützt das Ordnungsamt uns nicht vor den engherzigen und kleinlichen Mitbürgern?“, schreiben Ruth und Helmut Adamy in einem Leserbrief. Und weiter: „Bert Linke sei Anerkennung und Dank für das Geleistete und wir hoffen, dass er seine Entscheidung überdenkt und auch von den Kommunalpolitikern Unterstützung bekommt.“

„Unglaublich? Endlich ein Ort, an dem Kinder immer gerne gesehen wurden, an dem etwas für die Bürger Stralsunds gemacht wurde. Und zu dem einer der schönsten Orte Stralsunds. Bitte macht weiter! Kein anderer Betreiber würde es so super machen wie ihr! Immer nett und freundlich“, kommentiert Jannine Weiß auf Facebook.

„Ich war oft da, am Nachmittag zum Kaffee und ein Glas Wein mit der Freundin. Ein schöner Platz zum Verweilen. Ich kann es nicht glauben. Ich hatte sporadisch angefragt, dass es schade, wäre wenn es nicht mehr weitergeführt würde. Dies würde nicht passieren, man hätte zuviel investiert. Ich hab es gehofft“, schreibt Marina Marina.

„Ich mag den Bürgergarten. Ein toller Treffpunkt für Jung und Alt. Ich hoffe, dass es weiter geht. Schade, dass es Menschen gibt, die anderen nichts gönnen und Stunk machen“, schreibt Elisa Plots.

Ingrid Roloff: „Was? Ich war noch nie da! Demnächst sollte es eine Premiere für mich werden! Ausgerechnet jetzt soll der Bürgergarten schließen?! Ich habe bisher nur Positives darüber gehört. Eine Schließung wäre wirklich sehr bedauernswert! Da wird doch unser OB sicherlich eine Lösung finden!“

Claudia Förster: „Das geht gar nicht! Der darf nicht schließen. Das ist ein Ort, wo jeder gerne hingeht. Man kann sich da entspannen, die Kinder können toben. Und außerdem ist es ein Wahrzeichen von Stralsund. Wir sind als Kinder immer mit unseren Eltern da gewesen.“

Udo Lohmeier: „Ist zwar schade, wenn er geschlossen wird. Allerdings muss ich sagen: sonderlich interessant und anziehend fand ich ihn nun nicht gerade.“

Denny Koch: „Oh je, was soll denn immer gleich dieser Shitstorm und Beiträge, die jegliche Sachlichkeit vermissen lassen? Ich wohne in der Nähe und es ist wirklich nicht immer schön, dauerbeschallt zu werden. Zumal der Bürgergarten nicht die einzige Eventlocation in und um die Altstadt ist, erst recht in der Hochsaison. Da kommt schon was zusammen für die Anwohner. Ich denke nicht, dass es etwas mit Missgunst oder Spaßbremserei zu tun hat. Und so richtig schön war der BG nun wirklich nicht. Eine verschmutzte Hüpfburg macht noch kein Kinderparadies draus. Mir fehlte da eindeutig ein bisschen mehr Professionalität.“

Tim Henry: „Parkplätze draus machen. Das wäre ein Riesengewinn für die Stadt.“

Alexander von Schmidt: „Vielleicht macht da ja dann später wieder ein (ruhiger) „Ruderbootverleih“ auf.“

Ronny Trsm: „Grauenhaft, wenn ich lese, was manche hier Schreiben. Politische Gesinnung hin oder her. Der Bürgergarten wurde Betrieben, von Menschen, die es verstanden haben, was für die Bewohner der Hansestadt Stralsund zu tun. Sie haben es mit Leidenschaft und Liebe für die Stadt und deren Bewohner getan. Die lieben Stadtvertreter hätten dieses Konzept aufgreifen müssen, um nicht nur ihren eigenen kommerziellen Zielen nachzueifern, sondern mit tatkräftiger Unterstützung dieses Mammutprojekt Bürgergarten gemeinsam mit dem Betreiber Bert Linke zu stämmen. An Bert Linke: Lass dich nicht entmutigen.“

Jürgen Blümel: Ich war am vergangenen Samstag Gast auf der Veranstaltung, habe mich in der Mitte der verschiedensten Generationen, die zum Konzert von „Nasty“ und „Martha Friedberg“ gekommen waren, sehr wohl gefühlt. Natürlich war die Konzertunterbrechung um 20 Uhr und dann der Konzertabbruch um 20:30 Uhr ein „mittlerer“ Schock für viele Konzertbesucher. Auch kann ich die, hoffentlich „erste“ wütende Reaktion des Veranstalters sehr gut nachvollziehen, sogar verstehen. Habe ich doch zwischen 1998 und 2006 selbst viele Jugendkonzerte in Stralsund und ganz MV mitorganisiert, vielfachen Kontakt mit solchen „Kleingeistern“ und „intoleranten Anwohnern“, ebenso der immer „vorgeschickten“ Polizei gehabt, denn selber kommt niemand von den Betroffenen vorbei. Daher verwundert mich das Ergebnis nicht. Das ist eben Stralsund. Wenn Herr Philippen im ersten Statement vom „Verlust für Stralsund“ spricht, so werfe ich den Ball einfach mal zurück. Wenn unsere Bürgerschaft mit dem einstmals hoffnungsvollen und jungen Oberbürgermeister an der Spitze, nur halb soviel für die Jugend tun würde, wie sie für den Zuzug und das Wohl der älteren, angeblich immer gut betuchten Bürger, die für unsere Stadt die so unerlässlichen Steuern bringen, unternimmt, so bin ich geneigt zu sagen, wir haben die Chance aus Stralsund auch wieder eine jugendfreundliche Stadt zu machen. Doch leider erlebe ich immer mehr das Gegenteil. Altersheime und altersgerechte Wohnungen nehmen zu. Bezahlbarer Wohnraum für Jugendliche und Jugendeinrichtungen nehmen ab. Jugend ist laut, Jugend ist ungestüm. Will jenen Anwohner sehen, vielleicht auch die oder den Beschwerdeführer, die das nicht waren. Jugend braucht Raum, engt man Jugend ein, holt sie sich den ihr fehlenden Raum, wenn es sein muss auch mit unlauteren Mitteln. Von Toleranz reden ist eine Seite, diese tatsächlich ausüben, eine andere. Leider vermisse ich es in Stralsund zunehmend. Herrn Bert Linke kann ich nur sagen: Mut gehört zum Geschäft, das ist wie Rock´n´Roll. Es ist gut, dass es Sie gibt – geben Sie nicht auf, Herr Linke. Sie würden diesen, wie sie richtig formulierten, „Kleingeistern“ nur zum Erfolg verhelfen. Das wurde in dieser Gegend am Knieperteich schon sehr oft geschafft. Suchen Sie weiter nach Partnern und ziehen Sie das begonnene Konzept zur Integration und Aktion, auch mit und für die Jugend unserer Stadt Stralsund, weiter durch. Seien Sie einfach immer ein „Bürger.Garten“, über den ich mich jedenfalls freuen und es Ihnen danken würde.“

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