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Stralsund „Swedish Dads“ macht Station in Stralsund
Vorpommern Stralsund „Swedish Dads“ macht Station in Stralsund
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11:04 07.04.2019
Emilia, Mario, Susanne und Christoph Kleine aus Stralsund. Die Familie hat ein besonderes Elternzeit-Modell gewählt. Bei beiden Kindern hat Vater Mario die komplette Elternzeit genommen. Die vier stehen vor zwei Bildern der Ausstellung "Swedish Dads", die derzeit im Helios Hanseklinikum zu sehen ist.
Emilia, Mario, Susanne und Christoph Kleine aus Stralsund. Die Familie hat ein besonderes Elternzeit-Modell gewählt. Bei beiden Kindern hat Vater Mario die komplette Elternzeit genommen. Die vier stehen vor zwei Bildern der Ausstellung "Swedish Dads", die derzeit im Helios Hanseklinikum zu sehen ist. Quelle: Miriam Weber
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Stralsund

Die Kleines aus Stralsund sind eine ganz normale Familie, Vater, Mutter und zwei Kinder. Nur der Start mit den Kindern verlief etwas anders als bei den meisten Familien. Im Hause Kleine blieb Vater Mario mit den Kindern in der Elternzeit zu Hause. Komplett. „Ich war in der Zeit des Mutterschutzes zu Hause und bin dann wieder arbeiten gegangen“, sagt Susanne Kleine, die in der Stadtverwaltung arbeitet.

Das ist eher die Ausnahme, denn nur 27 Prozent der Väter in Mecklenburg-Vorpommern nutzen die Möglichkeit, für ein paar Monate in Elternzeit zu gehen. „Damit landen wir im bundesweiten Vergleich auf Rang 13“, erklärte Wenke Brüdgam vom Landesfrauenrat M-V bei der Eröffnung der Ausstellung „Swedish Dads“ im Helios Hanseklinikum. Bis zum 17. April sind dort im Foyer 15 Bilder des schwedischen Fotografen Johan Bävman zu sehen. Bävman hat Väter porträtiert, die mindestens sechs Monate mit ihren Babys zu Hause geblieben sind. Er hofft, dass Männer beginnen, „über ihre Rolle als Vater und Partner nachzudenken, wenn sie die Bilder sehen und die Gedanken dieser Väter lesen.“

Für Mathias Bonatz, Pressesprecher des Klinikums, könnte aus kaum einen besseren Ort für die Bilder als das Krankenhaus geben. „Mit durchschnittlich 950 Geburten im Jahr gehören wir zu den größten Geburtskliniken in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärte er. Außerdem gebe es seit vier Jahren die Reihe „Kunst Kultur Krankenhaus“ im Klinikum. Denn natürlich dürfe man auch in einem Krankenhaus lachen und Spaß haben und „Kunst und Kultur tragen zum Heilungsprozess bei“. Nicht zuletzt gehe es um das Inhaltliche der Schau. „Die Rolle der Väter hat sich in den vergangenen Jahren verändert, vielleicht können wir mit den Bildern noch mehr dazu beitragen, dass mehr Väter über eine Elternzeit zumindest nachdenken.“

Für Mario Kleine war die Zeit, in der er mit seinen Kindern zu Hause geblieben ist, eine enorme Steigerung der Lebensqualität. „Aber mir ist auch klar, dass nicht jeder Arbeitgeber das mitmachen würde.“ Auch wenn er die Zeit mit Tochter und Sohn sehr genossen hat, würde Mario Kleine sich wünschen, dass das Thema „Väter in der Elternzeit“ in der Öffentlichkeit präsenter wäre. „Als Vater geht man nahezu unvorbereitet in diese Zeit“, sagte Mario Kleine. „Es gibt unglaublich viele Vorbereitungskurse für werdende Mütter, aber nichts für Väter.“

Die Ausstellung wird im Rahmen einer Aktion des Landeszentrums für Gleichstellung und Vereinbarkeit gezeigt. Mit „Apropos Partnerschaft. Macht’s gemeinsam!“ wird bis 2020 in Mecklenburg-Vorpommern die partnerschaftliche Vereinbarkeit in vielen Bereichen in den Fokus gerückt.

Miriam Weber

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